16. Oktober 2008

Studie: Prozessindustrie setzt auf MES-Lösungen

Die Unternehmen in der Prozessindustrie wollen zur Optimierung ihrer Produk­tivität verstärkt auf MES-Lösungen setzen. Wie eine Erhebung der Felten GmbH ergeben hat, erwarten sie durch den Einsatz oder den Ausbau dieser Manufacturing-Execution-Systeme einen Produktivitätsgewinn von durchschnittlich über 25 %.


MES-Lösungen stellen ein Bindeglied zwischen den Business- und Produktionsprozessen dar. Mit dieser Integration wird erreicht, dass die Produktionssteuerung auf zeitnahe Plandaten zugreifen kann. Als Konsequenz entstehen geringere Ausfallzeiten, Fehlproduktionen oder Qualitätsmängel. Gleichzeitig wird unnötiger Materialverbrauch vermieden.

Nach den Ergebnissen der Felten-Studie steht der Markt für MES-Lösungen vor einer blendenden Zukunft. Drei von zehn der 304 befragten Unternehmen der Prozessindust­rie messen ihnen eine hohe oder sogar sehr große Bedeutung für eine Optimierung der Produktivität bei. Lediglich 7 % sind gegensätzlicher Meinung. Diese mehrheitlich positive Einschätzung deckt sich auch mit den Erwartungen an die Produktivitätseffekte der MES: Jedes zweite Unternehmen in der Prozessindustrie bewertet den Effizienzgewinn mit 30 % und mehr, ein Drittel der Produktionsverantwortlichen sieht ihn in der Größenordnung von etwa 20 %. Durchschnittlich beläuft sich der kalkulierte Vorteil auf 27 %.

Auswertung der Antworten auf die Frage: Welchen Produktivitätsgewinn messen Sie den MES-Lösungen bei?



Vor diesem Hintergrund planen nach den Ergebnissen der Erhebung ein Drittel der Unternehmen in der Prozessindustrie, innerhalb der nächsten zwei Jahre ihr Engagement in MES zu erweitern oder erstmalig eine solche Lösung einzusetzen. Weitere 24 % tragen sich mit ähnlichen Absichten, ohne jedoch schon endgültige Entscheidungen getroffen zu haben. Gegenwärtige MES-Investitionen definitiv ausgeschlossen werden von 28 % der befragten Unternehmen.


Auswertung der Antworten auf die Frage: Planen Sie für die nächsten zwei Jahre, ein erstes MES einzusetzen bzw. die bestehende MES-Ausrichtung zu erweitern?



Hinter dieser zunehmenden Verbreitung der MES-Lösungen sieht Werner Felten, Geschäftsführer des gleichnamigen Software-Hauses, eine logische Entwicklung: „Der erhebliche Nutzen von MES ist heute unbestritten“, urteilt er. Dies bestätigt beispielsweise auch Dr. Thomas Grüterich, Projektmanager Produktionstechnik bei ­Boehringer Ingelheim „microParts“. Seinen Erfahrungen zufolge unterstützen solche Lösungen darin, „die Verlustquellen innerhalb der Produk­tionskette von vornherein zu eliminieren und den Produktionsdurchsatz effizient zu steigern.“ Dies führe zu spürbaren wirtschaftlichen Effekten: „Schon nach kurzer Zeit konnte die Software einen schnellen Return on Investment unter Beweis stellen“, erläutert Dr. T. Grüterich.
Inge Hübner


Weitere Informationen unter www.feltengmbh.de.


Kommentar 1:

Thiel schrieb am 21.10.2008 11:56:26:

Wenn man sich seit fast 20 Jahren mit dem Thema MES beschäftigt, kann man einiges zum MES-Markt sagen. In meiner Beratertätigkeit konnte ich immer wieder feststellen, dass unabhängig vom Produktionstyp der Großteil der Fertigungsunternehmen ein MES benötigt, u.z. nicht erst jetzt, sondern eigentlich immer schon. Den ERP-Anbietern ist es aber gelungen, den Firmen vorzugaukeln, dass man mit ihren Verwaltungs- und Abrechnungssystemen auch die Belange der Produktion abdecken könnte. Man hat von dieser Seite vergeblich erwartet, dass etwas Vernünftiges angeboten würde. Durch die Forderungen eines immer schneller, immer besser, immer kostengünstiger und immer umweltgerechter werden die Firmen nun endlich gezwungen, MES als integrierte Echtzeit-Ereignis- und Aktionsysteme unter strategischen Gesichtspunkten einzuführen. Ich empfehle in diesem Zusammenhang, statt dem Begriff "MES" den Begriff "integriertes Produktionsmanagement (IPM)" zu verwenden, weil er deutsch ist und auch von der Entscheidungsebene verstanden wird. In diesem Zusammenhang wurde von mir das Buch "MES Grundlage der Produktion von morgen" entscheidend mitgestaltet und in einem neuen Buch "Kunden orientiertes Produktionsmanagement" möchte ich die Inhalte eines IPM und seiner fast überall zwingenden Notwendigkeit noch vertiefen. Ein großes Problem ist, dass heute bald schon jeder seine Produkte zu MES-Produkten umbenennt, obwohl sie wenig oder gar nichts damit zu tun haben. Man muss natürlich auch sagen, dass es bislang auf dem Weltmarkt praktisch kein IPM gibt, sondern alle Produkte Patchwork-Systeme sind, die aus unterschiedlichen fremdbestimmten Modulen meist über einen Service orientierten Ansatz zusammengefügt werden – mit allen auch damit verbundenen Nachteilen für den Anwender, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen will. K.Thiel Produktionsmanagement Berater Landshut info@mes-consult.de www.mes-consult.de

Kommentar 2:

IQPC GmbH schrieb am 24.06.2011 10:30:14:

Steigende Komplexität von Produktionsprozessen, schwankende Auftragslage und „Faster Time to Market“ stellen gerade Unternehmen der Prozessindustrie vor immer größere Herausforderungen, hier kommt ein integriertes MES System für die Prozessindustrie ins Spiel... Lesen Sie mehr zu diesem spannenden Thema: http://goo.gl/zAybO


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