16. Juli 2008
ZVEI: Investitionen verlagern sich weiter nach Osten
Die deutschen Elektroindustrie-Unternehmen bauen ihre Position als einer der wichtigsten ausländischen Arbeitgeber in den mittel- und osteuropäischen Ländern weiter aus. Das hat der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ermittelt. Die vor etwa drei Jahren bereits in Gang gekommene Verlagerung des Investitionsschwerpunkts auf entfernter gelegene Standorte im Osten und Südosten Europas schreite dabei mit erhöhter Geschwindigkeit voran. Im Detail vermeldet der ZVEI:
Mit jeweils über 100 % Anstieg ist die Entwicklung der Beschäftigtenzahl in der Ukraine, Russland und Rumänien in den Jahren 2002 bis 2006 (aktuellere konsolidierte Zahlen liegen noch nicht vor) besonders auffällig. Doch auch aus den Einzelmeldungen der Unternehmen lässt sich laut ZVEI schon jetzt ein weiterhin ungebrochener Aufwärtstrend ablesen: So wurde seit 2006 allein in der Siemens-Zentrale in Moskau das Personal von 720 auf aktuell knapp 1.800 Mitarbeiter aufgestockt.
Auch mittelständische Firmen kommen gut zum Zuge: So konnten die zur Kathrein-Gruppe gehörenden Firmen Kathrein-Romania und Romkatel (beide in Rumänien ansässig) seit dem Gründungsjahr 2003 bis 2006 den Personalbestand auf 365 Mitarbeiter hochschrauben. Bis Mai 2008 war bei ungebrochenem Wachstum schon eine Mitarbeiterzahl von 568 zu verzeichnen.
Insgesamt hat die deutsche Elektroindustrie bis 2006 in Rumänien knapp 100 Mio. Euro und in Russland knapp 250 Mio. Euro investiert, verglichen mit bereits bestehenden Investitionen in Tschechien von 1.180 Mio. Euro, Ungarn (660 Mio. Euro) und Polen (280 Mio. Euro). (Anmerkung: Investitionen werden erst ab einer Bilanzsumme der jeweiligen Zweigniederlassung von drei Millionen Euro statistisch erfasst.)
Für alle Branchen zusammen betrachtet gilt, dass die traditionell besonders wichtigen deutschen Unternehmensstandorte in Tschechien, Polen und Ungarn ebenfalls weiter ausgebaut werden. Mit jeweils weit über 200.000 Mitarbeitern bei den deutschen Unternehmen insgesamt können sich Tschechien und Polen auch im internationalen Vergleich mit anderen wichtigen Standorten der deutschen Wirtschaft messen lassen. So übersteigt die Beschäftigtenzahl deutscher Firmen in Europa nur noch an den Standorten Großbritannien (345.000 Mitarbeiter), Frankreich (303.000 Mitarbeiter) und Österreich (252.000 Mitarbeiter) diejenige der „besten“ Osteuropäer.
Weitere Informationen unter www.zvei.org.

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