16. Juli 2012
VDMA: IBV wächst 2011 um 20 %
„Die Bildverarbeitungsindustrie befindet sich in einer ausgezeichneten Verfassung. Unsere Prognose von 20 % Umsatzplus für 2011 ist exakt eingetreten. Damit erreichten die deutschen Bildverarbeiter einen Allzeit-Rekordwert für den Branchenumsatz von 1,5 Mrd. Euro“, sagte Dr. Olaf Munkelt, Vorsitzender von VDMA Industrielle Bildverarbeitung, anlässlich der Vision-Fachpressekonferenz in Stuttgart. Schon 2010 hatten die deutschen Bildverarbeiter mit einem Plus von 32 % den bisher höchsten Zuwachs erreicht. „Die fulminanten Wachstumsraten in beiden Jahren führten zu Kapazitätsengpässen. In der Folge stellten viele Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter ein. Im Schnitt weitete unsere Branche 2011 ihre Beschäftigtenzahl um 12 % aus. Ein erfreuliches Signal für die Zukunft unserer Branche“, ergänzte Dr. O. Munkelt. Falls makroökonomische Schocks ausbleiben, prognostiziert VDMA Industrielle Bildverarbeitung 2012 ein weiteres Umsatzplus von 5 % auf dann 1,6 Mrd. Euro.

Nach einem starken ersten Quartal 2012 stabilisiert sich die weitere konjunkturelle Entwicklung der deutschen Bildverarbeitung auf hohem Niveau. Erste Anzeichen für einen erhöhten Auftragseingang von zyklischen Anwenderbranchen insbesondere bei den Komponentenherstellern lassen für das zweite Halbjahr ein weiteres moderates Wachstum erwarten.
Die Regionen im Überblick
Kamen in den Vorjahren Wachstumsimpulse verstärkt aus dem Ausland, so konnte der Inlandsmarkt 2011 Schritt halten und wuchs mit 21 % geringfügig stärker als die Exporte (+19 %). Durch die starke Exportorientierung der deutschen Industrie dürften im Inlandsgeschäft größere Anteile indirekter Exporte enthalten sein, zum Beispiel durch in Deutschland hergestellte und für den Export bestimmte Maschinen und Anlagen mit integrierter Bildverarbeitung. Schwächen hingegen zeigte die Nachfrage aus Europa. Die Lieferungen in die europäischen Märkte (ohne Deutschland) stiegen mit knapp 9 % deutlich unterproportional. Als Folge sank der Umsatzanteil der europäischen Exportmärkte von fast 25 % auf gut 22 %. Der Abstand zur zweitgrößten Exportregion Asien (mit einem Anteil von nun 17 %) verringert sich damit weiter. Sollte diese Entwicklung anhalten, so wird Asien die Europäischen Absatzmärkte in naher Zukunft übertreffen. Die drittgrößte Exportregion – Nord- und Südamerika – wuchs 2011 am stärksten und erreicht nun wieder einen Anteil von gut 13 %. Die Exportquote insgesamt bleibt recht stabil bei etwa 53 %; hat allerdings im Vergleich zum deutschen Maschinen- und Anlagenbau insgesamt, der etwa drei Viertel seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet, noch Luft nach oben.

Komplexe Systeme wachsen überdurchschnittlich
Hoch integrierte Kompaktsysteme, wie intelligente Kameras und Vision Sensoren, konnten in den vergangenen Jahren weit überdurchschnittliche Zuwächse verbuchen und vereinzelt hatten Voraussagen Konjunktur, die bereits die Ablösung der komplexen Systeme, zum Beispiel applikationsspezifische, durch Kompaktsysteme sahen. Diese Voraussagen sind nicht eingetreten: 2011 wuchsen die komplexen Systeme mit einem Plus von 30 % wieder deutlich schneller als die Kompaktsysteme (+ 17 %). Mit einem Anteil am Branchenumsatz von 38 %liegen die komplexen Systeme vor den Kompaktsystemen, die 2011 einen Anteil von 8 %erreichten. Dies liegt zum einen an den niedrigeren Preisen der intelligenten Kameras und Vision Sensoren, zum anderen aber auch an weiterhin steigenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit, die in vielen Fällen nur von komplexen Systemen erfüllt werden können. Dennoch erschließen sich die preiswerteren Kompaktsysteme – ebenfalls mit steigender Leistungsfähigkeit – zunehmend neue Anwendungsfelder und Märkte. Fazit: Die Koexistenz beider Lösungsansätze wird fortbestehen.
Kameras weiter hoch im Kurs
Kameras bildeten 2011 die Produktkategorie mit dem zweithöchsten Umsatzvolumen: Ihr Anteil am Gesamtumsatz der deutschen Bildverarbeitungsbranche betrug 31 %. Verstärkt kommen CMOS-Sensoren auch mit höherer Auflösung zum Einsatz, deren Leistungsfähigkeit stark zugenommen hat. Standardisierte Schnittstellen erleichtern die Integration der Kameras. Insbesondere Farbkameras und Kameras, die im nicht sichtbaren Lichtspektrum arbeiten, finden häufiger Anwendung. Insgesamt konnten die Kamerahersteller in Deutschland ihren Umsatz um weitere 17 % erhöhen.

Bildverarbeitung als Schlüssel zur Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist bei der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft von essentieller Bedeutung. Die Bildverarbeitungstechnologie zeigt auch hier, was in ihr steckt: Sie ermöglicht Innovationen, die ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Ziele erreichbar machen. Sie erhöht die Energieeffizienz in der industriellen Produktion und im Alltagsleben und leistet ihren Beitrag in der Erschließung erneuerbarer Energiequellen. Sie bietet Lösungen für die die Serienproduktion von Batterien und Leichtbauteilen aus faserverstärkten Kunststoffen – wichtige Voraussetzungen für die Elektromobilität. Bildverarbeitungssysteme machen auch den Straßenverkehr sicherer und finden zunehmend in der Landwirtschaft Anwendung, wo sie die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln verringern. Im Recycling leistet das „maschinelle Auge“ beachtenswerte Dienste. Schon immer erlaubte die Bildverarbeitung in der industriellen Produktion Optimierungen und damit oft beträchtliche Einsparungen beim Materialeinsatz. Diese und andere Leistungen zeigt die VDMA-Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence anhand konkreter Fallbeispiele. VDMA Industrielle Bildverarbeitung und eine Reihe von Mitgliedsfirmen haben sich der Initiative Blue Competence angeschlossen und stellen diese auf der Vision 2012 vor.
Weitere Informationen unter
www.vdma.org/vision
www.bluecompetence.net
www.vision-messe.de
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