26. März 2012

Profinet dringt ins Highspeed-Segment vor

Beitrag aus openautomation 1-2/2012


Die PI (Profibus & Profinet International) hat mehrfach Grund zur Freude: die Knotenzahlen sind erneut gestiegen, Korea erhebt Profibus und Profinet zum nationalen Standard und es werden neue Trainingsmodelle angeboten. Darüber hinaus ebnen die Profinet-Spezifikation V2.3 und ein neuer Asic den Weg ins Highspeed-Segment.


„Trotzdem Profibus mittlerweile seit 25 Jahren am Markt existiert, erfreut er sich auch heute noch hoher Wachstumszahlen: 2011 waren es 43 % im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzender der Profibus Nutzerorganisation e. V. (PNO) und PI-Chairman. Damit stiegt die Zahl der Profibus-Geräte 2011 auf mehr als 40,1 Millionen. Hiervon sind nach PI-Angaben mehr als 6,8 Millionen in Anlagen der Prozessautomatisierung installiert. Aber auch Profinet und Profisafe erfreuen sich weiteren gesunden Wachstums. So hat Profinet 2011 mit 1,3 Millionen neu in den Markt gebrachten Geräten die installierte Basis auf 4,3 Millionen ausgebaut. Und mit 400000 in 2011 installierten Profisafe-Knoten wächst die Gesamtzahl der Profisafe-Knoten auf mehr als 1,55 Millionen.


Erfolg in Korea

Entscheidend für diesen Erfolg ist laut PI aber nicht nur die Technologie selbst, sondern es sind auch die Anwender und „Profinetworker“, die diese vorantrieben. Auch die internationale Standardisierung spielt eine wichtige Rolle. Aktuell vermeldet PI einen Durchbruch in Korea: Sowohl Profinet als auch Profibus wurden am 30. Dezember 2011 auf nationaler Ebene durch die Korean Agency for Technology and Standards (KATS) als Norm verabschiedet. „Wir freuen uns, dass die in Korea bereits erfolgreich eingeführten Kommunikationstechnologien Profibus und Profinet zum nationalen Standard erhoben wurden“, so Young-Sik Cha, Chairman der Korea Profibus Association (KPA). Mit der erfolgreichen Standardisierung sowie dem Ausbau der regionalen Support Center wird ein weiteres starkes Wachstum für die Kommunikationstechnologien in Korea erwartet.


Webbased Training für Profinet
Um wichtige Profinet-Kenntnisse für jedermann auf schnellem und innovativem Weg begreifbar zu machen, wird ab sofort ein webbasiertes Training angeboten. Es basiert auf der Profinet-Planungsrichtlinie, die bereits heute die professionelle Konzeption einer Anlage unterstützt und dabei als roter Faden für eine sukzessive Vorgehensweise dient. Das webbasierte Training soll eine neue Chance bieten, Informationen besonders anschaulich zu vermitteln. So werden unter anderem Beispielanlagen angeführt, um den Nutzer schrittweise durch den Planungsprozess zu führen. Wesentliche Inhalte betreffen unter anderem die Themen Topologie, Performance, Netzlast, Zykluszeiten, Festlegen von Geräteparametern sowie Namens- und Adressvergabe. „Das webbasierte Training soll aber nicht die zertifizierten Schulungen ersetzen, sondern das Know-how und Interesse an den Profinet-Technologien stärken“, verdeutlicht J. Freitag.


Zykluszeiten von 31,25 μs

Zur Hannover Messe wird der Ertec 200P präsentiert. Er besetzt das Highspeed-Segment im bisherigen Asic-Portfolio

Auf der Hannover Messe wird PI einen weiteren Meilenstein rund um Profinet setzen. Im Rahmen eines Technologiemodells wird hier die Umsetzung des Performance Upgrades mit Zykluszeiten von 31,25 µs vorgestellt. Diese Performance wird durch die Implementierung der aktuellen Profinet-Spezifikation V2.3 möglich.„In der Profinet-Spezifikation V2.3 wurden Mechanismen definiert, die die Kommunikation mit Profinet noch schneller machen“, informiert J. Freitag. Diese benennt er mit: Fast Forwarding, Dynamic Frame Packing und Fragmentation. „Mit diesen Mechanismen und den damit möglichen kurzen Zykluszeiten von bis zu 31,25 µs baut Profinet seine Position als führender Industrial Ethernet-Standard weiter aus“, ist der PI Chairman überzeugt. Anwendungen für die neue Technologie sieht er unter anderem im Bereich schneller Regelungen, wie Motion Control, aber auch im Bereich Messtechnik.

Kern des in Hannover präsentierten Technologiemodells bildet der neue Asic Ertec 200P. „Der Ertec 200P ist der erste Asic von Siemens, der durch die Umsetzung des Performance Upgrades der Profinet-Spezifikation V2.3 Zykluszeiten für die IO-Übertragung von bis zu
31,25 µs unterstützt“, sagt Henning Sandfort, Leiter Product and System Management Simatic bei der Siemens AG. In Anlehnung an die bisherige Ertec-Vermarktungsstrategie wird auch dieser jedem interessierten Gerätehersteller zur Realisierung schneller Profinet-Geräte zur Verfügung gestellt. „Wie für den Ertec 200 wird es auch für den Ertec 200P ein Development Kit geben, das eine schnelle und einfache Geräteentwicklung unterstützt. Gerätehersteller werden dies in Kürze auf den bekannten Distributionswegen beziehen können“, sagt H. Sandfort weiter und stellt heraus: „Der Ertec 200 wird uneingeschränkt verfügbar bleiben.“ Der neue Asic eignet sich für einen breiten Einsatz, beispielsweise für Messtechnikgeräte, Umrichteransteuerungen, Hydraulikregelungen, präzise Peripheriegeräte, Motion-Control-Antriebe und schnelle Geber.

„Durch den neuen Asic wird das gesamte Technologieangebot zur Integration von Profinet in Geräte erweitert. Profinet verfügt damit über das umfangreichste Technologieportfolio und bietet Geräteherstellern für jede Anwendung die passende Lösung“, ist J. Freitag überzeugt.
Bei der Technologiedemo in Hannover können sich Interessenten in Halle 9, Stand D05 neben der Zykluszeit von 31,25 µs auch über die rückwirkungsfreie parallele Übertragung von TCP/IP-Daten auf der Profinet-Strecke vor Ort informieren. Eine Messtechnik­anwendung unterstreicht die Einsatzmöglichkeiten von Profinet für alle Anwendungsfälle der Automatisierungstechnik.

Inge Hübner

Weitere Informationen unter www.profibus.com.

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