26. März 2012
Überwachungsgerät verhindert Kabelklau
Beitrag aus openautomation 1-2/2012
Der Diebstahl von Kabeln führt bundesweit zu Schäden in Millionenhöhe. Um dem entgegen zu wirken, hat die Klotter Elektrotechnik GmbH ein sensorgesteuertes Kabelüberwachungs-Alarmgerät entwickelt. Die dort enthaltenen Komponenten von Phoenix Contact tragen dazu bei, das Entwenden der Leitungen zu erschweren.
Das 1997 von Werner Klotter in Rheinau-Freistett gegründete Unternehmen beschäftigt sich unter anderem mit dem Bau von Trafostationen, Verteiler- und Schaltanlagen, dem Energiemanagement sowie Arbeiten unter Spannung. Außerdem ist der elektrotechnische Betrieb Experte im Bereich Automatisierung sowie bei Visualisierungs- und Prozessleitsystemen. Ein Serviceteam und ein 24-h-Bereitschaftsdienst runden das Portfolio ab. Innerhalb von 15 Jahren hat sich so ein mittelständisches Unternehmen mit zwei Standorten und einem über Deutschland verteilten Kundenkreis entwickelt. Ein Spezialgebiet von Klotter besteht in der Ausstattung von Kieswerken mit elektrotechnischen Komponenten.
Diebstahl verursacht teuren Produktionsausfall
Das Entwenden von Kupferleitungen ist für die bestohlenen Unternehmen ärgerlich und teuer. Materialschäden sind nicht das einzige Problem, nehmen sie doch einen vergleichsweise geringen Stellenwert ein, wenn die Folgekosten in Betracht gezogen werden. Denn steht die Produktion still, kostet dies ein Vielfaches des geklauten Kabels.
Das Gelände der meisten Kiesgruben ist groß und unübersichtlich, sodass es nur bedingt beaufsichtigt werden kann. Mit intelligenter Technik lässt sich der Kupferdiebstahl jedoch auf einfache Weise unterbinden. Die Installation eines Alarmsystems, das die Kabel und damit die gesamte Anlage überwacht, ist gemessen an den Kosten, die ein Produktionsausfall verursacht, weitaus kostengünstiger.
SMS alarmiert den Wach- und Bereitschaftsdienst
Das SMS-Relais und die unterbrechungsfreie Stromversorgung mit Netzteil bilden das Herzstück des Kabelüberwachungs-Alarmgeräts
Aufgrund der fehlenden Kommunikationsinfrastruktur erfolgt die Alarmierung per SMS. Über den Kurznachrichtendienst können Texte von bis zu 160 Zeichen kostengünstig an jedes Mobiltelefon übertragen werden. Darüber hinaus lassen sich die SMS zur schnellen Benachrichtigung in verschiedene Leitsysteme einbinden. Im Kieswerk vor Ort wird folglich weder eine Telefonleitung noch eine Internetverbindung benötigt. Auf diese Weise ist das Kabelüberwachungs-Alarmgerät praktisch weltweit einsetzbar.
Schutzmechanismen schließen unbefugten Zugriff aus
Das Herzstück des Kabelüberwachungs-Geräts bilden das SMS-Relais mit zusätzlichen Sensoren sowie die unterbrechungsfreie Stromversorgung Mini-DC UPS mit integriertem Netzteil von Phoenix Contact. Das SMS-Relais ist ein kompaktes Fernwirk- und Meldesystem. Sechs als analog oder digital konfigurierbare Eingänge und vier Relais-Ausgänge mit Wechslerkontakten werden mittels SMS-Nachrichten über ein beliebiges GSM-Mobilfunknetz gesteuert und überwacht. Im eingebauten Telefonbuch lassen sich bis zu 50 Rufnummern der Personen speichern, die die Kurzmeldungen erhalten sollen. Jede Statusänderung am Eingang setzt eine frei definierbare SMS-Mitteilung an die ausgewählten Empfänger ab. Mittels einer voreingestellten Nachricht können die Ausgänge per SMS ein- und ausgeschaltet werden.
Damit er eine Übersicht über den Zustand der Anlage erlangt, kann der Bereitschaftsdienst den Zustand der Ein- und Ausgänge abfragen. Außerdem lassen sich die Relais-Ausgänge optional für eine festgelegte Zeit schalten und kehren danach in den Ausgangszustand zurück. Ein in das SMS-Relais integrierter Passwortschutz schließt in Kombination mit der Rufnummern-Identifikation einen unbefugten Zugriff auf das Gerät aus. Die Ausgänge können also nur von berechtigten Personen geschaltet werden. Das Einrichten und die Konfiguration des SMS-Relais geschieht über die mitgelieferte Konfigurationssoftware.
USV sorgt für hohe Verfügbarkeit
Das Kabelüberwachungs-Gerät von Klotter hilft den Diebstahl teurer Kupferkabel zu unterbinden
Das Netzteil Mini-DC UPS/24DC/2 und die unterbrechungsfreie Stromversorgung sorgen sowohl bei einem einwandfrei funktionierenden Versorgungsnetz als auch bei Netzstörungen für den kontinuierlichen Betrieb des SMS-Relais sowie aller angekoppelten 24-V-Verbraucher in elektrischen Anlagen. Die kombinierte Lösung ermöglicht dabei eine schmale Bauform, was Platz im Schaltkasten spart. Der Weitbereichseingang erlaubt Eingangsspannungen von AC 85 V bis AC 264 V, während am Ausgang 2 A mit einer geregelten und einstellbaren Ausgangsspannung von DC 22,5 V bis DC 29,5 V bereitstehen. Das optimale Batteriemanagement verlängert die Lebensdauer des Akku-Moduls, indem der Akku beispielsweise durch ein temperaturkompensiertes Laden bei hohen Umgebungstemperaturen geschont wird.
Die Wahl der Komponenten
Bei der Auswahl der Hardware haben sich die Verantwortlichen bei Klotter für Komponenten von Phoenix Contact entschieden. Ausschlaggebende Gründe für diese Wahl waren zum einen deren Qualität und Zuverlässigkeit sowie das breite Produktspektrum. Ein anderer Grund liegt im störungsfreien Betrieb der Geräte auch unter extremen Umgebungsbedingungen in einem weiten Einsatztemperaturbereich.
Neben den SMS-Relais stellt das Unternehmen eine umfangreiche Produktfamilie für die industrielle Telekommunikation zur Verfügung. Dazu gehört beispielsweise der PSI-Modem-3G/Router. Mit diesem Mobilfunk-Router für industrielle Ethernet-Netzwerke lassen sich sensible Daten sicher über das 3G-Mobilfunknetz übertragen. Darüber hinaus sind Komponenten für das analoge Festnetz erhältlich, mit denen der Anwender direkt auf unterschiedliche Steuerungen zugreifen oder sich in entfernte Ethernet-Netzwerke einwählen kann.
Fazit
Das Alarmieren, Fernwirken und Fernwarten rückt immer stärker in den Fokus vieler Anlagenbauer, Techniker und Ingenieure. Denn so werden Störungen rechtzeitig erkannt und damit Ausfälle sowie die aus ihnen resultierenden Kosten vermieden. Aus der Kombination der langjährigen Erfahrung von Klotter sowie der zuverlässigen Technik von Phoenix Contact ist mit dem Kabelüberwachungs-Alarmgerät eine innovative Lösung entstanden, die den Diebstahl teurer Kupferkabel zu unterbinden hilft.
Andreas Schmid
Andreas Schmidt ist im Bereich Produktmarketing/Communication Interfaces bei der Phoenix Contact Electronics GmbH in Bad Pyrmont tätig.
Weitere Informationen unter
www.phoenixcontact.de sowie
www.klotter.de.
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