03. Januar 2012
VDMA: Konjunkturausblick 2012
“Im Oktober 2011 haben wir im Maschinenbau einen Auftragseingang von plus 1 % beobachtet.
Ich bin ganz offen: Wir hätten uns über einen leicht negativen Auftragseingang nicht gewundert. Dies hat allein schon statistische Gründe”, sagte Dr. Thomas Lindner, Präsident des VDMA, anlässlich eines VDMA-Pressegesprächs am 19. Dezember 2011 in Frankfurt/M. Die Auftragseingänge von Oktober bis Dezember 2010 seien sehr hoch gewesen. “Und es ist eben angesichts des erreichten Niveaus eine große Herausforderung, da noch was draufzulegen. Mit anderen Worten: Negative Auftragseingänge in den nächsten Monaten wären keine Überraschung und schon gar kein Krisenzeichen. Es ist mir ein Anliegen, dies hier
deutlich zu machen”, sagte er weiter.
Dr. Thomas Lindner, Präsident des VDMA
Weiteres zentrales Thema: Energie
Das Thema Energie wird neben der Euro Krise aus Sicht des VDMA ein entscheidendes Thema in 2012 werden. “Deshalb fand ich es auch mehr als befremdlich, dass letzte Woche Wirtschaftsminister und Umweltminister ohne jegliche Koordination zu Gesprächen einluden”, sagte er auf der Dezember-PK. Ministerthema waren die offensichtlichen Probleme energieintensiver Unternehmen. “Festzustellen ist, dass die energie- und klimapolitischen Ziele gesetzt sind. Damit geht es jetzt primär um die wirtschaftliche Umsetzung. Jedes Unternehmen würde hier ein professionelles Projektmanagement einsetzen und eine Koordinierungsstelle schaffen, die mit starken Rechten ausgestattet ist. Ich glaube, dies ist auch hier mehr als nötig”, fügte er an. Dabei könne es jedoch keine Trennung zwischen energieintensiven und nicht intensiven Industrien geben. Er meint: “Wir haben die Probleme gemeinsam zu lösen und wir sind aufeinander angewiesen. Die energieintensiven Industrien mit Aluminium, Stahl,
Kunststoffen, bis hin zu Kohlenstoff-Fasern, sind als entscheidende Know-how-Träger für die
Maschinenbauindustrie in der technologischen Wertschöpfungskette unverzichtbar. Sie sind
unverzichtbar in Deutschland und Europa, jedenfalls wenn die Maschinenbauindustrie eine
Vorzeigeindustrie bleiben soll.”
Für die Maschinenbauindustrie sieht er die Bereiche Umwelt und Energie eindeutig als ein Investitionsprogramm – “wir können das alles herstellen und liefern. Um die energiepolitischen Ziele zu erreichen, werden wir zweifelsfrei mit einer sehr viel stärkeren Rolle des Staates konfrontiert. Dieser Staatseinfluss darf nicht selbstverständlich werden. Jede Maßnahme muss auf den Prüfstand, damit nicht massive ökonomische Fehlentwicklungen unter dem Deckmantel der Ökologie geschehen. Die Innovationsträgheit der durch die staatlich verordneten Panel-Subventionen verwöhnten Solarindustrie sollte uns eine deutliche Warnung sein. Hier sieht man, wie durch politische Eingriffe vielversprechende Technologien vor die Wand gefahren werden. Wir wollen als Maschinenbau-Industrie in Deutschland und Europa führend bleiben. Es darf nicht passieren, dass wir bei den Zukunftsthemen Umwelt und Energie durch politische Eingriffe in eine ähnliche Richtung gedrängt werden”, lautete sein abschließendes Statement.
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