03. November 2011

2. Zeitalter der Elektrizität

Editorial aus openautomation 5/2011


In einer Feuerwache in Livermore/Kalifornien hängt die älteste brennende Glühbirne, die seit 1901 mit 4 W leuchtet. Inzwischen verfügt sie über eine eigene Internet- und eine Facebook-Seite. „Damit leuchtet sie also annähernd seit dem Beginn des 1. Zeitalters der Elektrizität“, stellt Volker Bibelhausen, Divi­sionsleiter bei Phoenix Contact, auf dem 16. Industrial Communication Congress in Bad Pyrmont heraus. Dieser stand ganz im Zeichen der Energiewende.

V. Bibelhausen sieht das 2. Zeitalter der Elektrizität eingeläutet: „Regenerative Energien und Effizienztechnologie sowie der Bedarf an Energy T&D und Speicherung werden zu Treibern für Innovation.“ Allerdings ist seiner Meinung nach ein komplettes Umdenken erforderlich: „Über 100 Jahre eingeprägte Struk­turen und Verhaltensmuster müssen geändert werden.“ Das 2. Zeitalter der Elektrizität wird seiner Ansicht nach in erster Linie nicht mehr auf Kupfer, sondern auf Daten basieren, die zukünftig bestimmend für den Energiebereich sein werden. Dementsprechend gewinnt auch die Automatisierungstechnik an Bedeutung.

Daten müssen zu Informationen verdichtet werden, aus denen durch Kooperation und Zusammenarbeit Wissen entsteht. „Wissen ist die Veredelung von Information durch Praxis“, so V. Bibelhausen, der allerdings davor warnt, die Energiewende nur technisch lösen zu wollen. Benötigt werden vielmehr Erfahrungswerte. Nur mit Kognition und Zusammenhangswissen entstehen neue Muster. So wird Wissen zur Wertschöpfung.

Ein Beispiel hat der Phoenix-Contact-Manager auch parat: Wenn neben der CO2-neutralen Energiegewinnung andere Faktoren wie der Wasserverbrauch berücksichtigt werden, sind derzeit nur Windenergie- und Photovoltaikanlagen geeignet, das Energieproblem nachhaltig zu lösen. Energieeffizienz spielt dabei die wichtige Rolle des Enablers.

Übrigens: Wenn Sie das vorliegende Fachmedium gründlich lesen, ist der Carbon-Footprint günstiger als beim Internet-Surfen auf einem Desktop-Rechner.

Ronald Heinze


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