28. Oktober 2011
ERP-Systeme der nächsten Generation
Beitrag aus openautomation 5/2011
Wer in der Fertigungsindustrie heute wettbewerbsfähig bleiben will, muss Informationen über globale Grenzen und über eine Vielzahl an Systemen hinweg verarbeiten können. Um die Entscheidungsfindung zu verbessern und jeden Abschnitt der Lieferkette kontrollieren zu können, sind daher dynamische ERP-Systeme mit leistungsstarken Integrationsfunktionen notwendig. Microsoft Dynamics AX ist ein Beispiel.
Philipp Rüdiger ist Senior Product Manager bei Microsoft
Diese Anforderungen können für kleine als auch große Fertigungsbetriebe komplexe Prozesse bedeuten. „Ein Lebensmittel verarbeitender Betrieb, der Sandwiches herstellt und an mehrere Einzelhandelsgeschäfte ausliefert, muss bei der Produktion und Auslieferung eine Vielzahl an Parametern berücksichtigen“, nennt P. Rüdiger ein Beispiel. Als relevante Parameter zählt er auf: Größe, Verpackung, Belag und Brotsorte der Sandwiches. Hier gäbe es viele unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten. „Und womöglich ordern die Läden jeden Tag einen anderen Produktmix“, gibt er weiter zu bedenken. Hinzu kommen die technischen Komplexitäten im Zusammenhang mit Auftragserfassung, Qualitätskontrolle, Kommissionierung und Verpackung, Versand und Transport.
ERP im Wandel
Fertigungsbetriebe, die sich in einem immer härteren Wettbewerbsumfeld ihre Marktanteile sichern wollen, müssen deshalb hohen Einsatz erbringen: Bestellungen müssen schneller verarbeitet werden, was wiederum bedeutet, dass mehr Aufträge ausgeführt und ausgeliefert werden. „Der Kunde soll sich besser über den Bestellstatus informieren können, und nebenbei sind rechtliche und behördliche Auflagen zu erfüllen“, fasst P. Rüdiger zusammen und zeigt als Lösungsweg auf: „All das können nur agile Firmen mit einer dynamischen Betriebsumgebung, in der Echtzeitinformationen innerhalb der Lieferkette problemlos von Kontaktpunkt zu Kontaktpunktfließen – das heißt von Supply-Chain-Partner zu Supply-Chain-Partner –, schaffen.“
Prozess- und Datenfluss erweisen sich als besonders knifflig, wenn ein Fertigungsbetrieb die einzelnen Kontaktpunkte des Lieferkettenmanagements verbinden möchte. „Das gilt vor allem dann, wenn es darum geht, das Wirrwarr an Systemen, mit dem Kunden, Zulieferer und die Produktion verwaltet werden, unter einen Hut zu bringen“, so der Microsoft-Experte.

Maschinenbediener profitieren von neuen touchbasierten Möglichkeiten
Vor diesem Hintergrund gewinnt aus Sicht von Fertigungsunternehmen das Enterprise Resource Planning (ERP) eine ganz neue Bedeutung. P. Rüdiger: „Die entsprechende Software soll ein aussagekräftiges, allgemeingültiges Gesamtbild vermitteln und gleichzeitig – als ebenso wichtiges Element – eine direkte Verbindung zu Kunden und Zulieferern schaffen.“
In der Vergangenheit wurde ERP auch kritisch betrachtet. Die ersten kommerziellen ERP-Softwarepakete, die in den 1990ern auf den Markt kamen, versprachen die Bündelung aller Daten und zugehöriger Unternehmensprozesse in einem einheitlichen, zentralen Informationssystem. „In diesen Jahren erwarb sich ERP-Software einen Ruf als statisches Ungetüm, das sich nicht für Supply Chain Management eignet. Die Merkmale: unflexibel, hohe Implementierungskosten und nicht gerade benutzerfreundlich“, kritisiert P. Rüdiger frühere Systeme. Seitdem habe sich das ERP wesentlich verändert. „Bei der neuen Generation sofort einsatzbereiter ERP-Lösungen für das Supply Chain Management handelt es sich um skalierbare End-to-End-Plattformen, die Lieferketten-Geschäftsprozesse effektiv rationalisieren und automatisieren“, informiert er weiter und nennt als Beispiel Microsoft Dynamics AX.
ERP-Systeme der neuen Generation
Aus seiner Erfahrung heraus erzählt P. Rüdiger, dass Anbieter von Unternehmenssoftware immer wieder versucht hätten, spezielle ERP-Lösungen für die Bedürfnisse vertikaler Branchen, wie die Halbleiter-, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie die chemische Industrie, zu entwickeln. Oftmals sei die Software aber an der Unterstützung branchentypischer Terminologien und der Adressierung spezifischer Komplexitäten von Fertigungsbetrieben gescheitert. „Bei neuen ERP-Lösungen ist das anders. Sie haben einen Kern aus spezifischen Funktionen für verschiedene vertikale Fertigungsbranchen“, verdeutlicht er. „Darauf setzen die feiner granulierten Zusatzpakete auf, die die zahlreichen unabhängigen Softwareanbieter (ISV) aus dem Partnernetzwerk von Microsoft speziell für vertikale Fertigungsbetriebe anbieten.“
Moderne ERP-Lösungen integrieren Bereiche, wie Produktion, Einkauf, Verkauf und Lagerverwaltung. Darüber hinaus binden sie anpassbare Webservices ein, die es ermöglichen, sich schnell mit Zulieferern, Logistikanbietern und Kunden kurzzuschließen, um Echtzeitdaten nahtlos auszutauschen und Prozesse gemeinsam zu nutzen. Zudem sind ERP-Lösungen der nächsten Generation einfach zu implementieren und zeichnen sich durch benutzerfreundliche, intuitiv bedienbare Tools aus, auf die Beteiligte aus der Produktion genauso zugreifen können wie das Management. „Somit lässt sich auch in der Fertigungsindustrie ein integriertes und schlankes Lieferkettenmanagement verwirklichen“, resümiert P. Rüdiger.
„Bei der Optimierung der Lieferkette unterstützen leistungsstarke Tools für die Lagerverwaltung die Planung, sodass immer so viel Ware geliefert und bereitgehalten wird, wie es für den Kunden erforderlich ist“, sagt der Spezialist. Dabei würden es die Echtzeitdaten dem Anwender ermöglichen, schneller wichtige Aufgaben und Business-Intelligence-Informationen, zum Beispiel Key Performance Indicators, abzurufen, die zur Optimierung der Lieferkette erforderlich sind. „Und schließlich ist es dank ERP einfach, auf der Basis von Risikoszenarien maßgeschneiderte Geschäftsregeln und Workflows zu definieren, mit denen die Einhaltung behördlicher und unternehmensinterner Auflagen einfacher wird, um Compliance-Anforderungen gerecht zu werden“, verdeutlicht P. Rüdiger.
Die Microsoft-ERP-Lösung
Ein Beispiel für eine solch moderne ERP-Lösung ist Microsoft Dynamics AX 2012. Es wurde mit speziellen Funktionen für unterschiedliche Branchen entwickelt: Neben der Fertigung adressiert die Lösung insbesondere die Anforderungen in den Bereichen Vertrieb, Handel und Professional Services. „Die neue Version der ERP-Lösung gibt Unternehmen mehr Flexibilität, indem sie ihnen Einblick in Betriebsabläufe und Geschäftsveränderungen verschafft. So können Geschäftsmodelle und Prozesse in kurzer Zeit angepasst werden, um so die Aufbau- wie Ablauforganisation flexibel auf sich ändernde Geschäftsanforderungen anzupassen“, berichtet der Microsoft-Spezialist.

Neue Kanban-Darstellung für Lean Manufacturing in Microsoft Dynamics AX 2012: Ein typischer bislang manuell ausgeführter Prozess wird hier automatisiert und damit Zeit eingespart
Zu den Features, die die Flexibilität verbessern, gehören eine modellbasierte Schichtenarchitektur, flexible Organisationsmodelle, ein grafischer Workflow-Editor sowie erweiterte Möglichkeiten, Finanzdimensionen abzubilden. Die einfache Nutzung wird durch eine Touchscreen-Nutzeroberfläche, Visualisierungen und dynamische Enterprise Search ermöglicht, über die Anwender schnell Zugang zu den für sie wichtigen Daten bekommen. „Dies vereinfacht wiederum die Zusammenarbeit im Unternehmen und über die komplette Lieferkette hinweg“, kommentiert P. Rüdiger. Mit neuen Optionen, wie dem cloudbasierten, sogenannten Site Service, werden durchgängige Ad-hoc-Geschäftsprozesse mit Partnern, zum Beispiel Ausschreibungen und Anfragen, unterstützt. „Insgesamt haben mehr Anwender Zugang zu wichtigen Daten, um informierte Entscheidungen treffen zu können“ nennt P. Rüdiger als wesentlichen Nutzen.
Microsoft Dynamics AX wurde explizit für die frühzeitige Anpassung an Veränderungen konzipiert, die Unternehmen jeder Größe in ihrem Wachstum unterstützt. Die Lösung ist heute in mehr als 38 Landesversionen verfügbar.
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Fazit
„Moderne ERP-Lösungen sind die Grundlage für das effektive, kosteneffiziente und dynamische Zusammenwirken der verschiedenen Glieder innerhalb der Lieferkette. Unternehmen jeglicher Größe und Branche können mit einer entsprechenden Lösung ihre Produktion auf die Nachfrage abstimmen, schneller auf Veränderungen reagieren, ganz einfach neue Kunden und Zulieferer einbinden und ihre Betriebsabläufe ohne Verzögerung an neue Geschäftsanforderungen anpassen. Somit sind sie für jede Veränderung gewappnet“, fasst P. Rüdiger abschließend zusammen.
Anja Klauck
Anja Klauck ist Branchenexpertin und Fachjournalistin in München.
Weitere Informationen unter www.microsoft.de/ax.
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