09. September 2011
Einfache Sicherheitstechnik für jedermann
Beitrag aus openautomation 4/2011
Für Automatisierungsanwendungen stehen oft unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das Mannheimer Unternehmen Bihl+Wiedemann bietet für jede Anlagenkonfiguration mit sicherheitsgerichteten Anforderungen Lösungen mit minimaler Verdrahtung und Konfiguration. Geschäftsführer Jochen Bihl erläutert die dahinter stehende Technologie.
Jochen Bihl ist Geschäftsführer der Bihl+Wiedemann GmbH in Mannheim
Als erste Sicherheitslösung hatte das Mannheimer Unternehmen 2007 den Sicherheitsmonitor für mittlere Anlagen vorgestellt, mit dem auch relativ komplexe Anlagen mit zehn bis 15 AS-i-Kreisen bedient werden können. Das Modul basiert auf einer eigenen Entwicklung und vereint einen AS-i-Monitor und einen AS-i-Master in einem Gerät. „Eine ideale Lösung für Anlagen mit höherem Sicherheitsbedarf, bei denen Anwender Wert auf einfache Verdrahtung und Konfiguration legen“, schließt der Geschäftsführer an. Schnell hat die Lösung erste Anwender überzeugt, da der Vorteil klar auf der Hand liegt: zweiadrige und ungeschirmte Leitungen sowie eine einfache Installation. Die Lösung mit dem Sicherheitsmonitor bzw. dem Gateway mit integriertem Sicherheitsmonitor für Anlagen mittlerer Größe kann zehn bis 150 sichere E/A beinhalten. Mit einem Gerät lassen sich bis 62 sichere Signale einsammeln und auswerten.
„Wenn eine Kopplung mit Profisafe besteht, zum Beispiel um sichere Antriebe anzubinden, dann ist das Profisafe-Gateway, das seit 2009 angeboten wird, die optimale Lösung. Das Gateway eignet sich für weitverzweigte Anlagen mit bis zu 1 000 sicheren E/A, gekoppelt über Profinet mit Profisafe. In einer weiteren Variante steht es für Profibus mit Profisafe zur Verfügung. Diese zweite Lösung – für größere Anlagen – sammelt‘ sichere Signale einfach und kostengünstig ein. Ein Kostenvergleich hat ergeben, dass AS-i Safety at Work sowohl für größere als auch für kleinere Maschinen Kostenvorteile mitbringt, die zwischen 32 % und 8 % betragen können.
Einstiegshürde für intelligente Sicherheitstechnik senken
Profisafe-Gateway für den Anschluss an Profibus; auch als Variante für Profinet verfügbar
Mit dem gleichen Programmier-Tool Asimon kann der Anwender von der kleinsten bis zur größten Anlage alle Lösungen bedienen. Die Diagnosedaten werden automatisch generiert und stehen zur Verfügung. Der AS-i Master liefert die Safety-Diagnosedaten direkt zur Steuerung – ohne Programmieraufwand. „Installation und Fehlersuche lassen sich bis zum Sensor vereinfachen“, setzt der Geschäftsführer fort. „Die Vorteile hören nicht am Schaltkasten auf. Somit lässt sich Installations-, Verdrahtungs- und Diagnoseaufwand sparen.“
Vorteile von AS-i-Lösungen
Wenn momentan noch konventionell verdrahtete Sicherheitstechnik eingesetzt wird und gelegentlich Funktionen benötigt werden, die ein Sicherheitsrelais nicht erfüllen kann, dann bietet sich der Safety Basis Monitor an
Um ähnliche Ergebnisse mit anderen Systemen zu erreichen, müssten IP67-IO-Module im Feld eingesetzt werden, die dann aber nach Aussage des Bihl+Wiedemann-Geschäftsführers „auch wieder in einer anderen Preisklasse liegen.“
„Profisafe bietet nur zum Teil Möglichkeiten, die sichere Sensorik direkt an der Quelle einzusammeln“, so J. Bihl. „Außerdem befinden wir uns hier in preislicher Sicht in einer anderen Gewichtsklasse.“ Profisafe führt Anwender bei dezentralen sicheren Signalen zu einer anderen Kostensituation. Hier werden laut dem Automatisierungsspezialisten geschirmte Leitungen und verhältnismäßig teure Steckverbinder genutzt: „Bei AS-i kostet ein Modul mit zwei sicheren Ein- und Ausgängen in etwa dasselbe wie ein Standardmodul mit vier E/A.“ Er schlussfolgert: „Bei einer größeren Anzahl an Ein- und Ausgängen rechnet sich AS-i auf jeden Fall.“
Für Anwender, die erste Erfahrungen mit dem Safety Basis Monitor sammeln wollen, bietet das Unternehmen ein Einsteiger-Set an. J. Bihl: „Unser Startset beinhaltet neben dem Safety Basis Monitor und umfangreichem Zubehör auch die dazugehörige lizensierte Software und bietet damit einen idealen Einstieg in die Thematik.“ Möglich ist, dazu auch noch eine Schulung des Unternehmens wahrzunehmen. „Dabei können die Anwender genau die Vorteile abschätzen und die Machbarkeit ihrer eigenen Anwendungen überprüfen. Der Kunde sieht dann direkt, wie einfach unsere Technologie wirklich ist“, schließt J. Bihl ab.
Ronald Heinze
Weitere Informationen unter www.bihl-wiedemann.de.
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