09. September 2011

AS-i und seine Produkte auf Wachstumskurs

Beitrag aus openautomation 4/2011


Dass auch langjährig etablierte Standards Wachstumspotenziale aufweisen, beweist unter anderem AS-Interface. Der Sensor-Aktor-Bus hat im letzten Jahr einen Wachstumssprung auf 18 Mio. installierte Knoten (Vorjahr: 16 Mio.) gemacht. Dieser Entwicklung begegnen auch Unternehmen mit entsprechenden Produkten, beispielsweise Euchner.


AS-Interface: Umsatzentwicklung in der Vergangenheit und bis ins Jahr 2020 prognostiziert

Insgesamt erwirtschafteten die knapp 350 Mitgliedsunternehmen der AS-International mit ihren mehr als 1 500 zertifizierten Produkten 2010 rund 350 Mio. € Umsatz. Ca. 65 % der Umsätze werden in Europa, 20 % in Asien und 15 % in Nordamerika generiert. Dabei sind die Anwenderbranchen je nach Region unterschiedlich: In Europa ist der größere Teil (ca. 75 %) in der Fabrikautomation und 25 % in der Prozessautomation beheimatet; in Nordamerika ist das Verhältnis genau umgekehrt. Für das laufende Jahr wird mit weiterem Wachstum für den Busstandard gerechnet. Ziel ist es, die 20-Mio.-Marke bei den installierten Knoten zu knacken. Auch das Sicherheitskonzept von AS-Interface erfreut sich wachsender Beliebtheit. So wird für AS-i Safety at Work erwartet, dass es im Hinblick auf die Anzahl der installierten Sicherheitsschaltgeräte in diesem Jahr die Millionengrenze überschreitet.

Klar ist: ohne Nachfrage kein Wachstum. Und dies ist nach Ansicht von Rolf Becker, Geschäftsführer der AS-Interna­tional Association, noch umfangreich vorhanden. So geht er beispielsweise davon aus, dass momentan im globalen Durchschnitt noch mindestens zwei von drei Anlagen parallel verdrahtet werden. „Hier schlummert also ein gigantisches Potenzial für das einfachste Bussystem der Welt, das enorme Einsparungen ermöglicht“, lautet seine Einschätzung. Außerdem sind seiner Meinung nach die jährlichen Steigerungsraten in Höhe von rund 50 %, die dem Industrial Ethernet in der Leitebene vorhergesagt werden, Wachstumsmotoren für AS-Interface. „Um die Signale von Binärsensoren auf wirtschaftliche und effiziente Art einzusammeln, brauchen Ethernet-Lösungen in jedem Fall einen starken Partner auf der primären Automationsebene“, lautet die Begründung von R. Becker. Wie rasant der Geschäftsführer das Wachstum von AS-Interface bis 2020 einschätzt, verdeutlicht seine Umsatzprognose: „2020 werden rund 1,8 Mrd. € Umsatz weltweit mit AS-i-fähigen Produkten generiert werden.“


Innovatives aus der Praxis

Der Sicherheitsschalter SGP

Auch aus Euchner-Sicht schlummert noch viel Potenzial in der AS-i-Anbindung der eigenen Produktpalette. So hat eine Vielzahl an Innovationen in 2011 AS-i-Bezug. „Damit kommen wir der steigenden Nachfrage nach busfähigen Sicherheitssystemen nach und bieten unseren Kunden ein noch breiteres Spek­trum an Produkten, die direkt an AS-i Safety at Work eingesetzt werden können“, sagt Frank Kretzschmar vom Marketing bei der Euchner GmbH & Co. KG.
Beispiele aus der Kategorie Sicherheitsschalter sind unter anderem der SGP und der STP. So gibt es nun den ­Sicherheitsschalter SGP der Bauart 2 mit Kunststoffgehäuse ohne Zuhaltung als AS-i-Version. Ein Highlight stellen die ­beiden auf der Frontseite integrierten LED dar, die es dem Anwender ermög­lichen, sofort den Zustand des Sicherheitsschalters abzulesen. „Sollte ein Fehler während des Betriebs auftreten, kann dieser unmittelbar behoben und die Stillstandszeit der Anlage auf ein Minimum reduziert werden“, informiert F. Kretzschmar.

Die Besonderheit des neuen Sicherheitsschalters „STP AS-I only yellow“ mit Kunststoffgehäuse, Zuhaltung und Türmeldekontakt liegt in der Verkabelung. Im Vergleich zum STP AS-I kommt er statt mit zwei Anschlussleitungen (Datenübertragung und Stromversorgung) mit der gelben AS-i-Leitung aus. Über diese erfolgt sowohl die Datenübertragung als auch die Stromversorgung des Sicherheitsschalters. Konzipiert wurde der Schalter vor allem für kleinere Anlagen mit wenigen Teilnehmern. „Der Anwender profitiert hier vor allem von der Reduk­tion der Verkabelung“, so F. Kretzschmar.


AS-i für berührungslose Sicherheitsschalter mit Zuhaltung
Auch der berührungslose Sicherheitsschalter „CET3…AS“ ist nun als AS-Interface-Version erhältlich. Er verfügt über die bekannten Funktionen, wie sichere Überwachung der Stellung der Zuhaltung sowie der Türstellung. „Der Sicherheitsschalter kann direkt am AS-i-Bus betrieben werden und stellt der Steuerung ­sowohl die Türstellung als auch die Information über die Zuhaltestellung zur Verfügung. Auch die Information über eine eventuelle Fehlfunktion im Schalter kann direkt in der Steuerung diagnostiziert werden“, so F. Kretzschmar. Der Betrieb an den bekannten AS-i-Sicherheitsmonitoren ist gegeben. „Ein Umstieg von einem elektromechanischen Sicherheitsschalter auf den CET in PL e ist ohne Änderung der Software auf dem Monitor möglich“, informiert er weiter. Darüber hinaus zeichnet sich der „CET3…AS“ durch seine Manipulationssicherheit sowie durch die Schutzart IP67 aus. Sein Metallgehäuse ermöglicht Zuhaltekräfte bis 6 500 N. LED bieten die Möglichkeit einer detaillierten Diagnosefunktion sowie die Möglichkeit einer individuellen Nutzung durch den Anwender.


und magnet-codierte Sicherheitsschalter
Die berührungslos arbeitenden ma­gnet-codierten Sicherheitsschalter CMS finden vor allem dann ihren Einsatz, wenn keine genaue Türführung möglich ist oder aus anderen Gründen ein berührungsloses System besser geeignet ist als ein konventioneller Sicherheitsschalter. Ab sofort sind sie auch direkt am AS-i-Bus anschließbar. „Dabei werden die „CMS…AS1“ als Slave am Sicherheitsbus AS-i Safety at Work betrieben und arbeiten als sicherheitstechnische Einrichtungen zur Überwachung von trennenden beweglichen Schutzeinrichtungen“, so F. Kretzschmar.

Die „CMS…AS1“ bestehen aus zwei Komponenten: dem codierten Betätiger und dem zugehörigen Lesekopf. Der ­Lesekopf beinhaltet Reed-Kontakte, die über den codierten magnetischen Betätiger aktiviert werden. Er ist mit einem Steckverbinder versehen und wird direkt an den Sicherheitsbus AS-i Safety at Work angeschlossen. „Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Durch den direkten Anschluss an die gelbe AS-Interface-Leitung erhält der Anwender eine kostengünstige Buslösung, die durch einen geringen Verdrahtungsaufwand überzeugt“, sagt er weiter. Gleichzeitig ­blieben aber die Funktionen und Ein­satzmöglichkeiten des CMS auch mit Busanbindung uneingeschränkt erhalten. Dazu zählen die lange Lebensdauer dank Reed-Kontakten, die Anbringung der Leseköpfe und Betätiger hinter Niro sowie die einwandfreie Funktion unter ex­tremen Umwelteinflüssen, wie Schmutz und Feuchtigkeit.


sowie für den Sicher­heits­monitor

Der SOM bereichert Sicher­heitsmonitore um einen weiteren siche­ren Ausgang

Daneben bereichert der SOM als neues Mitglied die AS-i-Familie. Er dient als Ergänzung zu einem Sicherheitsmonitor, zum Beispiel „SMOx“ oder „GMOx“, und erweitert diesen zusätzlich um einen sicheren Ausgang. Der SOM kann an den AS-i-Bus integriert und direkt an der Gefahrenstelle eingebaut werden. Neben einem sicheren Ausgang verfügt er über vier Stan­dard­eingänge, die frei konfigurierbar sind und bietet dem Anwender so viele Möglichkeiten bei der Belegung. „Der SOM stellt eine kostengünstige ­Alternative dar, wenn die vorhandenen sicheren Ausgänge des Monitors bereits belegt sind und nur ein weiter sicherer Ausgang benötigt wird“, informiert F. Kretzschmar.


Ausblick
Euchner beurteilt die Entwicklung des AS-i-Markts weiterhin sehr positiv. Entsprechend ist geplant, die Produktpalette mit AS-i-Schnittstellen weiter auszu­bauen.

Inge Hübner

Weitere Informationen unter
www.as-interface.net und
www.euchner.de.

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