15. Juni 2011

Vision-Sensoren: Leistungsmerkmale gesteigert

Im Bereich der industriellen Bildverarbeitung haben sich Vision-Sensoren ihre Position erarbeitet. Hier sind sie, unter anderem aufgrund ihrer geringen Leistungsfähigkeit und Applikationsbindung, unterhalb von Smartcameras und PC-basierten BV-Systemen angesiedelt. Sensopart hat nun eine neue Generation Vision-Sensoren auf den Markt gebracht, die hinsichtlich Kameraauflösung, Prozessorleistung und Erkennungsalgorithmen verbessert wurde. Geschäftsführer Dr. Theodor Wanner erläutert Details im Interview.


Welche Bedeutung kommt Vision­-Sensoren heute innerhalb des IBV-Markts zu?

Dr. Thoedor Wanner ist Geschäfts­führer der Sensopart Industriesensorik GmbH

Dr. T. Wanner: Die Leistungs­fähigkeit von Vision-Sensoren kommt immer näher an die von PC-basierten Bildverarbeitungssystemen oder Smartcameras heran. Ein immer größerer Aufgabenbereich kann von diesen Sensoren abgedeckt werden und dabei sind sie voll industrietauglich und bieten meistens Komplettlösungen aus einem Paket. Auch für industrielle Anwendungen können so Standardkomponenten eingesetzt werden, ohne dass der Kunde aufwendig die Einzelkomponenten eines Systems zusammenstellen muss. Entscheidende Punkte sind sicher auch die einfache Inbetriebnahme und Handhabung. Intuitiv zu bedienende Benutzeroberflächen, überschaubarer Schulungsaufwand und Kostenvorteile sind weitere Gründe, warum die Vi­sion-Sensoren ein so stark wachsendes Segment innerhalb des Markts für industrielle Bildverarbeitung sind.


Zur Hannover Messe haben Sie mit dem Visor V 10 das erste Mitglied einer „neuen Generation von Vision-Sensoren“ vorgestellt. Ende 2009 hatten Sie den FA 46 mit dem gleichen Slogan in den Markt eingeführt. Inwieweit und in welche Richtung haben sich die Kundenanforderungen seit dem geändert?

Dr. T. Wanner: Zugegeben, der Werbespruch ist nicht sehr spezifisch und doch haben wir uns entschlossen, von einer neuen Generation zu sprechen. Bei Einführung des FA 46 lag die Innovation im Software-Bereich, nun führen wir mit dem V 10 eine wesentlich leistungsfähigere Hardware ein. Neben der um Faktoren schnelleren Auswertung wurde auch die Beleuchtung optimiert. Wichtig ist die stufenweise technische Weiterentwicklung, damit wir unseren Kunden stets ein leistungsfähiges Produkt anbieten können. Genauso wichtig ist es, dass die mechanischen, elektrischen und softwareseitigen Schnittstellen eine größtmögliche Kontinuität aufweisen. Das ist beim Übergang von FA 46 zum V 10 sehr gut gelungen.


Ist der 1,5-Jahres-Zyklus für einen Generationswechsel bei Vision-Sensoren die Regel oder wie begründet sich diese Umstellung?

Der Visor V 10 wurde im Vergleich zu früheren Vision-Systemen unter anderem hinsichtlich seiner Leistungs­fähigkeit aufgewertet

Dr. T. Wanner: Die Entwicklung unserer Vision-Sensoren erfolgte in verschiedenen Stufen. Nachdem wir mit dem FA 45 unseren ersten kompakten und industrietauglichen Vi­sion-Sensor auf den Markt gebracht hatten, war der nächste Schritt hin zum FA 46 die grundlegende Neugestaltung der grafischen Bedienoberfläche mit intuitiver Benutzerführung. Gleichzeitig haben wir leistungsstarke Bildverarbeitungsverfahren, wie Konturvergleich und Lagenachführung, gebracht. Das war ein echter Schritt vorwärts. Beim Visor V 10 haben wir das Gehäuse und die Software-Schnittstellen beibehalten, aber dem Gerät eine neue, leistungsstärkere Elektronik spendiert und dabei größten Wert auf Kontinuität und Kompatibilität gelegt: wir haben einen leistungsstärkeren Prozessor, einen CMOS-Bildsensor, ein neues Betriebssystem, leistungsstärkere LED, deutlich mehr digitale Ein- und Ausgänge und einen Encoder-Eingang – und das ist wieder eine deutliche Stufe weiter. Diese Entwicklung wird weiter gehen: wir werden jedes Jahr mehrere Weiterentwicklungen und neue Varianten präsentieren. Senso­part hat hochqualifizierte Ingenieure, welche diese kurzen Innova­tionszyklen ermöglichen.


Wie grenzt sich der Visor V 10 von Ihrem bisherigen Angebot an Vision-Sensoren ab und inwieweit werden durch ihn bestehende Produkte abgelöst?

Dr. T. Wanner: Der Visor übertrifft die Vorgänger in allen Leistungsmerkmalen. Man kann also von einer neuen Leistungsklasse sprechen, die wir bedienen. Darunter werden die bisherigen Geräte weiterhin in ihrer Leistungsklasse im Angebot bleiben.


Bitte nennen Sie kurz die wesentlichen Highlights des Visor V 10.

Highlights des Objekterkennungssensors: doppelte Reichweite im Vergleich zur Vision-Plattform FA 45/46, WVGA-Auflösung Mustervergleich in typ. 20 ms, leistungsfähige Teilefindung und Nachführung sowie hochpräzise Lagebestimmung: x/y-Position und Drehlage

*Dr. T. Wanner:* Er ist bei gleichem Gehäuse und gleichen Abmessungen sowohl hardware- als auch softwareseitig deutlich schneller geworden. Wir haben einen schnelleren Bildeinzug und die Detektoren beschleunigt. Der Konturdetektor ist mindestens Faktor vier schneller geworden.
Wir haben zwölf digitale Ein- und Ausgänge und einen Encoder-Eingang. Damit können wir zum Beispiel Auswerfer direkt ansteuern und der Kunde kann sich unter Umständen die SPS sparen.
Der V 10 bietet die Möglichkeit, die einzulernenden Muster für Kontur und Mustervergleich mit einem Freiform Werkzeug zu bearbeiten. So können die nicht relevanten Bereiche
ausgeblendet werden und der Mustervergleich wird proportional zur ausgeblendeten Fläche beschleunigt.


Für welche Einsatzgebiete ist er prädestiniert?

Dr. T. Wanner: Ein so vielseitiges Werkzeug ist für sehr viele Branchen geeignet. Typische Anwendungen sind Pick-and-place-Aufgaben, Anwesenheits- und Vollständigkeitskontrollen und Sortieraufgaben.


Wann werden welche weiteren Visor-Mitglieder vorgestellt?

Dr. T. Wanner: Aktuell bieten wir den Objektsenor an, der Codereader wird noch in diesem Jahr folgen und wir arbeiten an einer leistungsfähigen Version zur Farberkennung.

Weitere Informationen unter www.sensopart.de.


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