29. April 2011
Mit MES zu mehr Wettbewerbsfähigkeit
Fertigungsunternehmen müssen heute schnell auf aktuelle Marktanforderungen reagieren und ihre Produktionsprozesse entsprechend flexibel ausrichten. Manufacturing Execution Systems (MES) bieten die ideale Grundlage, um diese Ziele zu unterstützen und voranzutreiben. Innerhalb des neu gegründeten MES D.A.CH Verband verbreiten Anwender und Anbieter nun die MES-Idee weiter.
Prof. Dr. Jürgen Kletti (rechts) ist 1. Vorstand und Angelo Bindi 2. Vorstand des neuen MES D.A.CH Verband e.V.
Welches der vielen MES-Lösungen eignet sich für eine bestimmte Produktion? Wie lässt sich trotz der gewachsenen Anforderungen die Qualität im Produktionsprozess sicherstellen? Wie kann bei einer zunehmenden Anzahl von Produktvarianten den einzelnen Produkten noch die richtigen Daten zugeordnet werden? Inwieweit hilft Tracking & Tracing, auf eventuelle Reklamationen schnell zu reagieren? Wie können MES-Lösungen für einen nahtlosen Informationszugriff an die Automatisierungstechnik angebunden werden? Welche Möglichkeiten bestehen, damit MES und ERP-Systeme sinnvoll Informationen miteinander austauschen? Dies alles sind Fragen, auf die der neue Verband die passenden Antworten liefern wird. Bei der Betrachtung des Spektrums MES geht es laut Angelo Bindi, Senior Manager Central Control and Information Systems Industrial Engineering und 2. Vorstand MES D.A.CH Verband e.V. darum, „den gesamten Wertschöpfungsprozess einzubeziehen inklusive aller technischen und organisatorischen Ebenen. Hierzu zählen die Geräteebene (SPS), Datensammler (Logger), Fertigungsleitrechner (MES), ERP-Systeme (zum Beispiel SAP), etc.“ Weiterhin soll seiner Ansicht nach aufgezeigt werden, „wo genau der größte Bedarf oder die Hindernisse waren, die dazu führen, dass MES einen noch nicht so signifikanten Verbreitungsgrad erreicht haben.“ A. Bindi ist überzeugt, dass auch kleine Unternehmen, die bis heute nicht an den Einsatz von MES gedacht haben, sehr erstaunt wären, dass MES einen entscheidenden Beitrag für mehr Effizienz leisten können. Die Informationen des neuen Verbands sollen Anwender in der produzierenden Industrie in die Lage versetzen, Systeme zu bewerten und die richtigen Entscheidungen zu treffen. „Die technisch mögliche Umsetzung ist hier maßgebend“, so A. Bindi. Diese Ziele sollen mit Maßnahmen erreicht werden, wie:
- Förderung des Informationsaustausches mit allen Interessierten zur weiteren Ausgestaltung von technischen Spezifikationen; das Ziel dabei: ‚Kochbücher‘ für Ihr persönliches Rezept,
- Förderung der nationalen und internationalen Normungsbestrebungen von MES-Funktionen und bidirektionalen Schnittstellen für solche Systeme,
- Information über den technischen Stand, die Anwendung und die Weiterentwicklung von MES, insbesondere durch Teilnahme an Messen, Vorträgen, Konferenzen und Gemeinschaftsaktionen in der Öffentlichkeitsarbeit und Tagungen,
- Förderung und Unterstützung des Engagements der Mitglieder bei FuE-Kooperationen und für die Teilnahme an innovativen Netzwerken. Hierzu gehören u.a. Management und Organisationsdienstleistungen, Erarbeitung von Netzwerkkonzeptionen. Zusätzlich will der neue Verband laut A. Bindi die Erkenntnisse durch beratende Unterstützung von Anbietern von Hardware, Software und Systemen, Planern und Systemhäusern, Anwendern und Betreibern, Forschungsinstituten und Verbänden, MES-D.A.CH-Nutzergruppen sowie MES-D.A.CH-Projekteuren zu den Themen Feinplanung und Feinsteuerung, Betriebsmittelmanagement, Materialmanagement, Personalmanagement, Datenerfassung, Leistungsanalyse, Qualitätsmanagement, Informationsmanagement, Schnittstellen für alle Ebenen sowie branchenspezifische ‚Kochbücher‘ an alle Mitglieder weitergeben. Die intensive Betreuung und die Bildung entsprechender fachgerichteter Netzwerke soll dabei eine zentrale Rolle einnehmen. „Gemeinsam können wir in der Fertigung zu einem Paradigmenwechsel bei dem Betreiben von Fertigungsanlagen beitragen, der sich nicht nur an eine isoliert technische, organisatorische sowie firmenspezifische Größe richtet, sondern das Spektrum von MES in ihrer Gesamtheit berücksichtigt“, schließt der 2. Vorsitzende ab. Dafür ist es auch erst mal erforderlich, möglichst viele neue Mitglieder für die Arbeit und die Anliegen des Verbands zu gewinnen.
Ronald Heinze
Weitere Informationen unter www.mes-dach.de.
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