29. April 2011
Objektbezogenes DMS für Simatic PCS7 und Win CC
Beitrag aus openautomation 3/2011
Prozessoptimierung ist ein Schlüsselelement für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Sie setzt an ganz unterschiedlichen Prozessbereichen an, unter anderem auch bei der Dokumentenverwaltung. Ein Dokumenten-Management-System (DMS), wie Greylogix es anbietet, hat diverse Vorteile gegenüber der klassischen Papierablage.
Suchen oder handeln? Diese Frage stellt sich mancher Spezialist, der auf einer Anlage beispielsweise für die Beseitigung oder Vermeidung von Störfällen zuständig ist. Um die Störung zu beseitigen, muss er nach dem Fehler suchen. Um den Fehler zu finden, sucht er nach Informationen zu den infrage kommenden Aggregaten. Um die Informationen wiederum zu finden, sucht er nach Dokumenten und Aufzeichnungen. Erst, wenn er diese in ausreichender Qualität gefunden hat, kann er handeln. Diese Suche nach Informationen, um Fehler zu beseitigen und zu vermeiden, kostet Nerven, Zeit und Geld. Alles drei ungewünschte Faktoren.
Die lange Suche nach der passenden Dokumentation
Gründe für eine langwierige Suche nach Dokumenten finden sich im Ablageort der Informationen und in der Konsistenz der Dokumentation. Dazu ein Beispiel:
Eine Störung läuft in der Leitwarte auf. Um sie jedoch deuten zu können, wird beispielsweise ein Schaltplan benötigt. Doch von wo ist dieser zu beschaffen? In den Ordnern, die sich in der Leitwarte befinden, ist er nicht abgelegt. Also wird die Suche auf weitere Räume oder gar Gebäude ausgedehnt, bis der Ablageort des Ordners gefunden ist, der den Schaltplan vielleicht enthalten könnte. Die Suche fokussiert sich nun auf die vorhandenen Ordner. Nach Sichtung des kompletten Regals und Probeblättern in zwei fälschlicherweise gewählten Ordnern ist der richtige gefunden. Auch der richtige Reiter und die richtige Seite im Ordner lassen sich schnell finden. Einzig der Schaltplan fehlt oder liegt nicht in der richtigen Version vor.

Das OTS-Dokumenten-Management-System leitet den Benutzer via Klick vom Objekt direkt zum Dokument
Eine Störung läuft in der Leitwarte auf. Um sie jedoch deuten zu können, wird beispielsweise ein Schaltplan benötigt. Doch von wo ist dieser zu beschaffen? In den Ordnern, die sich in der Leitwarte befinden, ist er nicht abgelegt. Also wird die Suche auf weitere Räume oder gar Gebäude ausgedehnt, bis der Ablageort des Ordners gefunden ist, der den Schaltplan vielleicht enthalten könnte. Die Suche fokussiert sich nun auf die vorhandenen Ordner. Nach Sichtung des kompletten Regals und Probeblättern in zwei fälschlicherweise gewählten Ordnern ist der richtige gefunden. Auch der richtige Reiter und die richtige Seite im Ordner lassen sich schnell finden. Einzig der Schaltplan fehlt oder liegt nicht in der richtigen Version vor.
Dieses Beispiel bestätigt die Annahme, dass mit dem Aktualisierungsgrad der Dokumentation die Effektivität des Anlagenpersonals exponentiell abnimmt. Bei einer Konsistenz der Anlagendokumentation von immerhin noch 90 % kann die Effektivität bereits auf 50 % absinken. Diese Erkenntnis steht im krassen Gegensatz zu der Tatsache, dass zukünftig immer weniger Bedienpersonal mehr Aufgaben übernehmen soll.
Objektbezogenes DMS bietet Abhilfe
Wie kann dieser Widerspruch gelöst werden? In einem ersten Schritt sollte dafür gesorgt werden, dass dem Anlagenpersonal alle notwendigen Informationen dort zur Verfügung stehen, wo es sie benötigt. Und, um das genannte Beispiel wieder aufzugreifen, sollte ein Bezug auf das Objekt der Anlage hergestellt sein, welches die Störung meldet.
Ist es notwendig, dass die Informationen in Papierform vorliegen? In den meisten Fällen nicht – und wenn doch, ist es üblicherweise immer noch schneller und kosteneffizienter, die benötigten Passagen in Einzelfällen auszudrucken. Die Dokumente können also elektronisch vorliegen und der Bediener benötigt die in ihnen enthaltenen Informationen direkt an dem Objekt, das die Störung meldet. Dieses Objekt wird im Leitsystem der Anlage dargestellt. Intuitiv wäre es, wenn der Bediener genau dort die Informationen aufrufen könnte, denn auch die Störung läuft dort auf.

Das Hauptfenster des OTS-DMS ist wie der Windows Explorer aufgebaut
Genau hier setzt das objektbezogene OTS-Dokumenten-Management-System (OTS-DMS) für Simatic PCS7 und Win CC an. Wie alle anderen Produkte aus der Anwendungsentwicklung von Greylogix ist es aus der Praxis für die Praxis entstanden, das heißt in enger Abstimmung mit Betreibern verfahrenstechnischer Anlagen.
Vom Objekt direkt zum Dokument
Per Klick auf ein Objekt im Prozessbild einer Anlage öffnet sich eine Liste der Dokumente, die mit diesem Objekt verknüpft sind. Aus dieser Liste wiederum kann das gewünschte Dokument ausgewählt und per Doppelklick geöffnet werden. Dabei ist es irrelevant, in welchem Format es vorliegt, solange das entsprechende Programm zum Anzeigen auch auf diesem Bedienrechner installiert ist, zum Beispiel Viewer für Excel-, Word- oder Eplan-Dateien.
Die Verknüpfung von Dokumenten mit Objekten im Prozessbild kann per Hand erfolgen. Dies ist bei vielen Dokumenten und Objekten aber unter Umständen eine langwierige Arbeit. Deshalb gibt es Automatismen, die eine automatische Verknüpfung ermöglichen.
Hauptfenster im Explorer-look-and-feel
Die Oberfläche des DMS ist wie im Windows Explorer aufgebaut: Links befinden sich die Verzeichnisse, in der Mitte die jeweils darin enthaltenen Dokumente und rechts ergänzende Informationen zu dem Dokument, beispielsweise auch über die Verknüpfungen zu Objekten. Ein Berechtigungssystem erlaubt es Benutzern, mit den entsprechenden Rechten unter anderem Dokumente hinzuzufügen, zu bearbeiten und neue Revisionen zu erzeugen. Dies ist ideal, um auch Dokumentationen einfach zu integrieren, die im Sinn des QM-Systems erfasst werden müssen. Ihre Pflege kann ebenfalls innerhalb des DMS stattfinden. Ein Unternehmen aus der Nahrungs- und Genussmittelbranche pflegt beispielsweise all seine Dokumente, die während der Produktion von den Anlagenfahrern auszufüllen sind, im OTS-DMS. Die Formblätter liegen dann als Vorlage vor. Die Bediener rufen diese auf und machen ihre Eintragungen direkt in elektronischer Form. Sobald sie fertig sind, werden die Änderungen gespeichert. Dies kann auf Wunsch auch so geschehen, dass frühere Einträge beim erneuten Öffnen nicht mehr geändert werden können. Das integrierte Revisionsmanagement sorgt für Nachvollziehbarkeit und ermöglicht das Wiederherstellen älterer Versionsstände. Die verschiedenen Back-up-Mechanismen runden die Funktionalitäten ab.
Das OTS-DMS erlaubt den Client-Server-Betrieb. An jedem PCS7/Win CC-Client (Bedienstation) stehen die gleichen Dokumente und Funktionen zur Verfügung. Dabei können die Dokumente vom DMS auf unterschiedliche Weise zentral verwaltet werden: redundant auf den Prozessservern, redundant auf eigenen Dokumentenservern oder einfach auf einer Netzwerkfreigabe, die von den Bedienstationen erreichbar ist. Die Verwaltungsinformationen werden in einer SQL-Datenbank, die üblicherweise auf den Prozessservern bereits vorhanden ist, gespeichert.
Das OTS-DMS ist Teil der Produktfamilie „Operator’s ToolSet“ (OTS). Diese wird kontinuierlich weiterentwickelt und enthält neben dem DMS unter anderem ein Schichtbuch, Werkzeuge zur effizienten Handhabung von Messwertdarstellungen und Exportprogramme für Messwerte und Meldungen.
Frédéric Brodersen
Frédéric Brodersen ist als Produktmanager bei der Greylogix GmbH in Flensburg tätig.
E-Mail: f.brodersen@greylogix.de
Weitere Informationen unter www.greylogix.de oder www.operators-toolset.de.
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