08. Oktober 2010

MES: mehr Transparenz

Editorial aus der openautomation 5/2010

Iglo-Spinat wird vermarktet als der „mit dem Blubb“. „Auf jeder Packung ist ein Internet-Code angegeben, mit dem der Verbraucher genau nachvollziehen kann, welcher Vertragslandwirt im Münsterland den Spinat wann und wo geerntet hat“, stellt Karl Schneebauer heraus, Vicechair MESA EMEA und MPDV Partner Manager. Das ist schon bemerkenswert angesichts von jährlich mehr als 40 Mio. verkauften Packungen Iglo-Spinat. Er nennt dies als Beispiel für die exponentielle Zunahme produktionstechnischer Daten. Zunehmende Produktvarianten und abnehmende Losgrößen erhöhen die Datenvielfalt gravierend.

Es wächst daher das Interesse der fertigenden Industrie an Lösungen, die die Produktionsdaten zu Informationen verdichten und daraus Wissen schöpfen können. Zu solchen Lösungen gehören Manufacturing Execution Systems. Mit der MESA (Manufacturing Enterprise Solutions Association) aus den USA steht eine Community zur Verfügung, die den Einsatz von MES-Lösungen in produzierenden Unternehmen weltweit fördern will. MES EMEA ist ein europäischer Ableger davon, der aus den Niederlanden heraus agiert, es bisher aber kaum geschafft hat, hierzulande besonders viele Anwender von der MES-Idee mitzureißen.

Dabei sind noch viele Ungewissheiten hinsichtlich MES im Markt vorhanden, wie auch der neue, gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA herausgegebene Trovarit-Marktspiegel 2010 feststellt: In welchem Umfang werden die Funktionsblöcke entsprechend der VDI-Richtlinie 5600 durch heutige MES-Lösungen unterstützt – wo liegen ihre Stärken und Schwächen? Hilft die Einführung eines MES bei der Behebung der heutigen Informations- oder Planungsdefizite wirklich weiter? Eine neue Chance zur Klärung dieser und weiterer Fragen besteht auf der diesjährigen MESA-EMEA-Konferenz, die zum ersten Mal in Deutschland vom 8. bis 11. November 2010 in Düsseldorf stattfindet.

„Unser Ziel ist es, dem Thema MES in den deutschsprachigen Ländern eine größere Bedeutung zukommen zu lassen“, stellt K. Schneebauer heraus. Er könnte sich dabei gut vorstellen, dass dies eine eigene deutschsprachige MESA-Organisation in die Hand nehmen muss.

Ronald Heinze


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