08. November 2010
Planung der verfahrenstechnischen Ausrüstung
Seit zwei Jahrzehnten kommt das CAE-System Planeds für effiziente Planung von prozessleit- und elektrotechnischen Anlagen in der Verfahrenstechnik zum Einsatz. Aktuell ist die neue Version 4.0 erschienen, deren wichtigste Neuerung das R&I-Fließbildmodul Anlagenwelt ist. Mit ihm kann nun auch die Verfahrenstechnik in der Software abgebildet werden.
Mit der Anlagenwelt in der Planeds-Version 4.0 steht jetzt ein Modul zur Planung der verfahrenstechnischen Ausrüstung zur Verfügung. Apparate und Rohrleitungen können damit spezifiziert und in R&I-Fließbildern grafisch erfasst werden. Dank vollständiger Integration in das Datenmodell werden Brüche im Informationsfluss vermieden und Planungsprozesse verbessert. Der Zugriff über Objektmanager und die gewohnte Bearbeitung in der interaktiven Grafik werden auch in der Anlagenwelt von Kontextmenüs unterstützt.
Durchgängige Datenhaltung in Projekten
Betriebs-, Umgebungs-, Stoff- und Einbauortdaten werden unmittelbar an den zugehörigen Apparaten und Rohrleitungen des R&I-Fließbilds erfasst und verwaltet. Durch Zuordnungen zwischen den Einbauorten in der Anlagenwelt und den Anschlusspunkten der auf den Stromlauf- oder Messstellenplänen verschalteten Instrumentierung stehen die erfassten Daten für weitere Anwendungen, wie das Messstellenblatt oder die Gerätespezifikation, zur Verfügung. Diese Verknüpfung ermöglicht außerdem ein zügiges Navigieren, das unter anderem durch Hervorhebungen in Fließbild und Messstellenplan unterstützt wird.

Bild 1: Objektmanager mit Fließbildausschnitt
Wichtige Attribute von Messstellen können im Objektmanager sowie durch Ausgabe des jeweiligen Symbols im Fließbild und Messstellenplan dargestellt werden. Bild 1 verdeutlicht dies. Hier wird auf die sicherheitsgerichtete Funktion der Messstelle Y0010 sowohl in der letzten Zeile des Objektmanagers als auch im Zeichnungsausschnitt mit dem „Achtung“-Symbol hingewiesen. Um die Übersicht zu erhöhen, kann die Ausgabe auf die Objekte eingeschränkt werden, die auch der Kennzeichnungspflicht unterliegen. Mittels Filteroption könnten zum Beispiel die Reduzierungen (in Bild 1 durch ein Symbol dargestellt) abgeblendet werden.
Die Verbindung von Objektmanager und Zeichnung wird ebenfalls in Bild 1 deutlich. Unterhalb der Absorptionskolonne KF001 folgen Zeilen mit Einbauorten. Dem im Objektmanager markierten Einbauort entspricht in der Zeichnung die hervorgehobene Wirklinie, die von der Standmessung L0027 zum Behälterstutzen führt.
Das in Bild 2 gezeigte Kontextmenü bietet mit der „Gehe zu“-Funktionalität die Möglichkeit, vom markierten Einbauort direkt in den zugehörigen Stellenplan zu springen. Der dargestellte Verweis zeigt dementsprechend vom Einbauort zu dem Element in der Funktionswelt, dessen Funktion die Standmessung realisiert. Bei Ausführung des Befehls öffnet Planeds den Wirkschaltplan, in dem dieses Element platziert ist. Möglich ist auch der Sprung in umgekehrter Richtung, vom Stellenelement in der Funktionswelt zum Einbauort in der Anlagenwelt.

Bild 2: Kontextmenü mit „Gehe von … zu …“ in der Funktionswelt
Anlagenkomponenten flexibel und umfassend spezifizieren
Durch die Mitarbeit in Prolist können für die Erfassung und Verwaltung der Betriebs-, Umgebungs-, Stoff- und Einbauortdaten NE100-konforme Spezifikationsmuster zur Verfügung gestellt werden. Die Methode der anwenderdefinierten Erweiterungen ermöglicht andererseits die Gestaltung von Spezifikationen entsprechend der Anforderungen des Anlagenbetreibers. Bild 1 zeigt der Kolonne zugeordnete Apparate- und Beschaffungsdaten. Weitere Spezifikationen könnten hinzugefügt werden, die zusammengenommen eine vollständige Beschreibung des technischen Platzes ergeben.
Da Spezifikationsdaten uneingeschränkt auf Zeichnungen ausgegeben werden können, ist die Verwendung von freien Texten überflüssig. Sämtliche Angaben entstammen somit Datenfeldern und werden bei Änderungen automatisch aktualisiert.
Effizienzsteigerung im Engineering Workflow
Für die bedarfsgerechte Zusammenstellung von Objektmengen bietet Planeds in allen Engineering-Modulen das Mittel der Sammelmappe an. Bild 3 zeigt die aus den vorherigen Abschnitten bekannten, in der Sammelmappe „Änderung Messstelle L0027“ zusammengeführten Objekte. Hier stehen sie dem Anwender zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung. Eine Sammelmappe kann beispielsweise durch Einzelselektion oder durch Recherchen zusammengestellt werden, wie auch einzelne Objekte wieder entfernt werden können.

Bild 3: Sammelmappe
Universelle Import- und Exportmöglichkeiten erlauben den Datenaustausch zu anderen Engineering-Werkzeugen oder zu Systemen zur Verwaltung von Unternehmens- und Betriebsdaten. Eine leistungsstarke Schnittstelle steht für das Siemens-Prozessleitsystem PCS7 zur Verfügung.
Alle Objekte, die durch das Kennzeichnungssystem definiert sind oder als Symbole in den Zeichnungen dargestellt werden sowie deren Verknüpfungen, können durch die in Planeds integrierte Report-Funktionalität systematisch dokumentiert werden. So stehen Apparate-, Bestückungs- und Rohrleitungslisten ebenso zur Verfügung wie Kabel-, Verschaltungs- und Belegungslisten.
Mit seiner allgemeinen Dokumentenverwaltung wird die CAE-Software schließlich zum universellen Anlageninformationssystem, in dem Fremddokumente, wie Fotos, Kataloginformationen und Fertigungszeichnungen, objektbezogen abgelegt und auch dem Versionsmanagement unterworfen werden können.
Mit dem Planeds-Explorer existiert ein internetfähiges Viewing-Werkzeug, das dem Nutzer den Zugriff auf alle Planungsmodule, wie Funktionswelt, Anlagenwelt und Ortswelt, bietet und mit dem lesend auf alle relevanten Daten zugegriffen werden kann.
CAE für Planung und Betrieb
Anwender, die sich für den Einsatz der Software Planeds entscheiden, erhalten praxisgerechte Funktionalität mit durchgängiger CAE-Unterstützung für R&I-Fließbild und EMSR-Technik. Die Bedienoberfläche im Microsoft-Windows-Look-and-feel und kontextsensitive Menüs bieten dem Anwender eine vertraute Umgebung und führen ihn sicher zum Ziel. Das Kennzeichnungssystem kann vom Anwender eingestellt werden und bietet für Anlagen-, Funktions- und Ortswelt je zehn Ebenen à 32 Zeichen. Die Software verfügt zudem über eine umfangreiche, aus vielen Projekten zusammengeführte Geräte- und Symbolbibliothek nach DIN EN 60617, die in Verbindung mit einer im Lieferumfang enthaltenen Reportbibliothek für einen geringen Customizing-Aufwand sorgt.
Zur Erleichterung des Einstiegs werden Schulungen und Einführungsunterstützungen individuell auf den Anwender abgestimmt und von Spezialisten durchgeführt. Die anlagenspezifischen Objektmanager stellen eine gute Übersichtlichkeit bereit, dank derer sich auch der Anwender zurechtfindet, der weniger intensiv mit dem System arbeitet.
Helmut Rauschendorf
Helmut Rauschendorf ist Geschäftsführer der Planets Software GmbH in Dortmund.
Weitere Informationen unter www.planets-software.de.
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