05. November 2010
Open Source Software und MSR-Hardware steigern Produktivität
Wenn man von Open Source Software spricht, wird in erster Linie nur die reine Software-Lösung gesehen. Doch Software wird in Kombination mit Hardware benutzt, zum Beispiel für die Erfassung, Bearbeitung und zur Bereitstellung der Messdaten in Datenbanken. Intelligente, dezentrale Hardware-Komponenten, die dank eigenem Betriebssystem Rechner überflüssig machen, bilden zusammen mit Open Source Software eine perfekte Kombi.
René Ohlmann ist Geschäftsführer der Addi-Data GmbH in Rheinmünster
Der Anwender kann die dezentralen MSR-Systeme von Addi-Data an seine Bedürfnisse anpassen. Mit den kostenlosen Entwicklungstools der Live-DVD verfügt er über leistungsfähige Werkzeuge
Intelligenz für dezentrale Lösungen
Durch die Verwendung von Standardtechnologien können die MSX-E-Systeme einfach mit SPS kommunizieren und übernehmen schnelle Messaufgaben, die SPS nicht meistern können
Für die Entwicklung steht eine Live-DVD mit verschiedenen Entwicklungs-Tools zur Verfügung. Wie bei der MSX-Box basiert sie auf der Eclipse-Entwicklungsumgebung und der Kubuntu-Distribution. Durch die Offenheit der Systeme ist der Anwender also nicht herstellerabhängig, um Anpassungen durchzuführen und kann dadurch auch auf externe Dienstleister zurückgreifen. Zum Schutz des eigenen Know-hows sind die selbstentwickelten Applikationen über Passwort gesichert. Für eine einfache Integration dezentraler Systeme ist es sinnvoll, Standardprotokolle für die Datenübertragung zu verwenden. Dies ermöglicht zugleich eine einfache Anbindung zu bestehender Hardware. Deshalb ist die Wahl des Feldbusses bei den Systemen MSX-E auf Standard-Ethernet gefallen. Sie lassen sich somit problemlos in das Firmennetzwerk integrieren. Durch die Verwendung von Standardtechnologien, wie SOAP oder Modbus, können die MSX-E einfach mit SPS kommunizieren und übernehmen schnelle Messaufgaben, die SPS nicht meistern können.
Um die Produktivität zu steigern, spielt der Faktor Effizienz eine entscheidende Rolle. Deshalb ist es sinnvoll, Hard- oder Software-Plattfomen anpassen zu können. Doch sollte dies nicht auf Kosten der Flexibilität erfolgen. R. Ohlmann: „Mit der Verwendung von Open Source und anerkannten Standards lassen sich individuelle Lösungen realisieren, ohne auf proprietäre Systeme zugreifen zu müssen.“ Ein weiterer Bestandteil der Produktivitätssteigerung sind die Kosten. Mit Open-Source-Lösungen entfallen die Lizenzkosten, die auch für Mess- und Steuerungssoftware erforderlich sind. Hinzu kommt, dass der Anwender nicht dem Update-Zwang lizenzbasierter Software unterliegt. „Im Fall unserer PAC-Systeme MSX-Box und den Ethernet-Systemen MSX-E hat die Verwendung von Open Source Software einen eindeutigen Vorteil: die Tools, die wir zur Entwicklung anbieten, werden dank der aktiven Community kontinuierlich ergänzt und verbessert“, freut sich der Geschäftsführer. „Das wiederum sichert die Investitionen des Anwenders unter der Voraussetzung, dass der Hardware-Hersteller eine Langzeitlieferbarkeit seiner Produkte gewährleistet.“
Die Produktivität einer Anlage lässt sich erhöhen, wenn die Hardwarekomponenten mit leistungsfähiger Software ergänzt werden. Diese dient dazu, erfasste Daten schnell zu visualisieren und automatisch in Datenbanken oder in übergeordnete Ebenen, wie MES oder ERP, zur Auswertung zu übertragen. Dazu dient das Database Connect, eine Software, die primär für den Einsatz mit den Ethernet-Systemen MSX-E entwickelt wurde. Doch kann Database Connect auch in Verbindung mit anderer Hardware benutzt werden. „Wer Database Connect nutzen möchte, wird Zugriff zum Quellcode erhalten, um Anpassungen durchführen zu können“, erklärt R. Ohlmann weiter.
Fazit
In der Mess- und Automatisierungstechnik ist der Open-Source-Ansatz softwareseitig ein entscheidender Vorteil für die Hardware-Plattform im Hinblick auf Flexibilität und Investitionssicherheit. „Die konsequente Nutzung von industriellen Standards, die Offenheit und die Transparenz unterstützen die Philosophie der Langzeitverfügbarkeit unserer Produkte, die wir seit 1984 pflegen“, schließt R. Ohlmann ab.
Weitere Informationen unter www.addi-data.de.
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