21. September 2010

Festo und Fraunhofer IPA für Deutschen Zukunftspreis 2010 nominiert

Der bionische Handling-Assistent

Industrie und Wissenschaft kooperieren mit Erfolg: Die Nominierung des Bionischen Handling-Assistenten für den Deutschen Zukunftspreis 2010 steht beispielhaft für eine gelungene Zusammenarbeit von Industrieunternehmen, die Innovationen entwickeln und der Wissenschaft die neuesten Technologien beisteuern. Staatssekretär Dr. Lothar Hagebölling stellte am 21. September 2010 Dr. Peter Post, Markus Fischer und Andrzej Grzesiak mit diesem Projekt als eines der drei nominierten Teams der Endrunde zum Deutschen Zukunftspreis der Öffentlichkeit vor. Mit diesem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation werden seit 1997 jährlich Forscher und Entwickler ausgezeichnet, deren Erfindungen für einen Fortschritt stehen, der den Menschen dient, das Leben verbessert und Arbeitsplätze schafft.

Dr. Peter Post, Leiter der Forschung bei Festo und Projektsprecher des Entwicklungsteams, beschreibt den Bionischen Handling-Assistenten als „ein gegenüber marktgängigen Robotern völlig neues Assistenzsystem, das es Mensch und Maschine erstmals ermöglicht, gefahrlos und effizient in einem Team zusammenzuarbeiten. So kommt hierbei im Fall einer Kollision die natürliche Nachgiebigkeit zum Tragen.” Der Spezialist erklärt das damit, dass zum einen der Assistent aus leichtgewichtigem Kunststoff und nicht aus schwerem Stahl oder Aluminium besteht. Zum anderen, weil er über Druckluft betrieben und von einer intelligenten Steuerung geregelt wird. Die Innovation liegt in der Mensch-Maschine-Kooperation und der Nachgiebigkeit des Systems. Damit kann der Assistent in sehr vielen Bereichen eingesetzt werden und so Menschen in Situationen zur Hand gehen, in der Unterstützung notwendig ist. Denkbar sind daher Anwendungsgebiete im Bereich der Industrie, in der Landwirtschaft, im häuslichen Umfeld oder gar in der Pflege.

„Bei diesem Projekt war der Elefantenrüssel das Vorbild. Dieser hat über 40.000 einzelne Muskelfasern und kann sich in jede Richtung frei bewegen. Das hat uns fasziniert und zu einem Handhabungssystem inspiriert, das viel weiter geht als das, was bisher in der Industrieautomatisierung vorhanden war, “ erklärt Markus Fischer, Leiter Corporate Design bei Festo. Er etablierte 2006 das Bionic Learning Network, in dem Unternehmen und Hochschulen gemeinsam technische Konzepte nach dem Vorbild der Natur realisieren.

Als Projekttreiber des Assistenten holte sich Festo Rat beim Fraunhofer-Institut für Automatisierung und Produktionstechnik IPA in Stuttgart. Andrzej Grzesiak vom Fraunhofer-Instituts brachte zum Assistenten zwei Lösungen ein: „Die Forschung und Entwicklung, einen Faltenbalg als Antrieb zu nutzen und die Technologie der Generativen Fertigung ist der Anteil des Fraunhofer IPA.“ Das Produkt-Design seitens Festo sowie das Design for Additive Manufacturing des IPA wurden dabei gemeinsam in den Bionischen Handling-Assistenten überführt.
Durch die Nutzung bionischer Strukturen sowie des Einsatzes der Mechatronik und Generativen Fertigungstechnologie hat Festo zusammen mit dem Fraunhofer IPA eine Basisinnovation geschaffen, bei der die Partner davon ausgehen, dass sie die Automatisierungswelt nachhaltig beeinflussen wird.

Weitere Informationen unter
www.festo.com sowie
www.ipa.fraunhofer.de.


Automation in Bild und Ton
Schauen Sie sich auch den Film zum Bionischen Handling Assistenten an:
www.youtube.com/watch?v=Bw_EpAwZ1Zk&feature=related.


>>> Kommentar schreiben
>>> zur Comment Area