17. September 2010

EPSG: Mit "openSafety" Sicherheitsvorsprung bei Querverkehr

Das busunabhängige Sicherheitsprotokoll “openSafety” erreicht nach Angaben der EPSG bei der Verwendung von querverkehrsfähigen Transportprotokollen höhere Reaktionsgeschwindigkeiten als Sicherheitsprotokolle, bei denen die Datenkommunikation zentral über einen Master läuft.

Weil “openSafety” ein reines Anwendungsprotokoll ist, hängt die Leistungsfähigkeit des Sicherheits-Netzwerks vom unterlagerten, frei wählbaren Transportprotokoll ab. Zum Beispiel bestimmt das Transportprotokoll die verfügbare Bandbreite und die Zykluszeiten, aber auch funktionale Eigenschaften, wie Hotplug-Fähigkeit oder die Datenkommunikation per Querverkehr. Querverkehr bedeutet, dass die Knoten in einem Netzwerk ohne Umweg über einen Master miteinander kommunizieren können, was für die Performance des sicherheitsgerichteten Systems eine entscheidende Rolle spielt: Da die Safety-Knoten ihre Signale direkt aneinander weitergeben können, ermöglicht Querverkehr in Gefahrensituationen eine optimale Reaktionsgeschwindigkeit. “In einem Netzwerk ohne Querverkehr muss ein Safety-Knoten, der seine Daten an einen zweiten Safety-Knoten senden soll, die Daten zunächst an den Master schicken, der sie an den Safety-Master weiterleitet, von dort zurückerhält und sie nun erst an den zweiten Safety-Knoten sendet”, heißt es von der EPSG. “Im Vergleich zum direkten Kommunikation mit Querverkehr vervierfacht sich so die Signallaufzeit. Da der Nothalteweg einer Achse in quadratischer Funktion von der Fehlerreaktionszeit und der negativen Beschleunigung abhängt, verlängert sich demnach der Nothalteweg bei einer vervierfachten Signallaufzeit um das 16-fache.”

Kürzere Signallaufzeiten durch Querverkehr: Während bei “openSafety” die Safety-Knoten direkt miteinander kommunizieren (links), vervierfachen sich die Signalwege bei einem System ohne Querverkehr (rechts)



Weitere Informationen unter www.ethernet-powerlink.org.


Kommentar 1:

adrianus schrieb am 20.09.2010 13:48:45:

Diese Betrachtung berücksichtigt nicht alles: So beträgt die minimale Container-Länge für 1 Bit Sicherheitsdaten bei Powerlink Safety 31 Byte und bei Safety over Ethercat nur 6 Byte (laut ETG-Angaben). Noch gravierender dürfte der Konfigurationsaufwand ins Gewicht fallen. Zehn Safety-Geräte querkommunzieren zu lassen, bedeutet 100x Aufwand. Bei einer Master-Kommunikation ist das viel weniger. Auch das Monitoring dürfte bei Querkommunikation viel Traffic verursachen.


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