31. August 2010

Die Zeit im Blick

Editorial aus der etz 9/2010
Die stark positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland erhöht nicht nur die Auslastung der Produktionsbereiche, auch die Entwickler und Konstrukteure haben nicht selten bis über die Anschlagsgrenze hinaus zu tun. Für den österreichischen Autor Ernst Ferstl ist das Zeitgeist: „Alle haben Uhren, aber niemand hat Zeit.“

Auch die Anbieter von Mess- und Automatisierungstechnik haben das Thema Zeit längst entdeckt. Vor allem das Zusammenwachsen von IT und Automatisierung hat bewirkt, dass trotz zunehmender Komplexität der Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau noch Potenziale zum Zeitsparen freigelegt werden konnten. Dazu gehören Datenkonsistenz und -durchgängigkeit in den unterschiedlichen Engineering-Paketen. Basierend auf der Automation-Framework-Technologie von KW-Software stellt zum Beispiel der Roboterhersteller Kuka sein Engineering Tool Work Visual vor. „Von der Konfiguration, über die Programmierung und Optimierung werden mit Work Visual alle Aufgaben der Automation mit einem einheitlichen Look-and-Feel über alle Tools hinweg vereinfacht“, heißt es aus dem Haus Kuka.

Neben einer effizienten Engineering-Umgebung hat sich unter anderem Beckhoff Automation die Verkürzung der Produktionszeit durch schnellere und leistungsfähigere Automatisierungstechnik auf die Fahnen geschrieben. „Mit unserer Extreme Fast Control Technology leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Effizienzsteigerung von Maschinen und die Ressourcenschonung“, stellt Hans Beckhoff, Geschäftsführer von Beckhoff Automation, heraus.

„Zeit spielt in allen Ingenieursdisziplinen eine tragende Rolle: Entwicklungs-, Verarbeitungs-, Zyklus- und Produktionszeit“, hieß es zum Beispiel auf dem Anwenderkongress „NIWeek“ von National Instruments (NI) Anfang August in Austin/Texas. Das Unternehmen NI hat es sich daher zum Ziel gesetzt, Zeit in allen Ingenieursdisziplinen für den Anwender zu sparen. So sorgt bei der neuen Labview-Version 2010 eine Palette von Optionen dafür, dass Anwender ihre Aufgaben intuitiver und ohne Mehraufwand umsetzen können. Neue Compiler-Technologien dieser Entwicklungsumgebung haben zum Ziel, dass Anwendungen um durchschnittlich 20 % schneller ausgeführt werden.

„Die modernste Form menschlicher Armut ist das Keine-Zeit-haben“, um noch mal Ernst Ferstl zu zitieren. Vielleicht schaffen die modernen Technologien es, dass Ingenieure ihrer Zeit mehr Leben geben können.

Ronald Heinze


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