07. Juli 2010
Kübler feiert 50-Jähriges mit mehr als 600 Gästen
„Wer in die Zukunft blicken will, muss auch zurückschauen“, sind die beiden Brüder und geschäftsführenden Gesellschafter der Kübler-Gruppe, Lothar und Gebhard Kübler, überzeugt. Für Beides gab es genügend Anlass auf der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Unternehmens am 2. Juli in Villingen-Schwenningen, zu dem 600 Teilnehmer aus 32 Nationen geladen waren.
Vor 50 Jahren gründete der junge Ingenieur Fritz Kübler die „Fritz Kübler Feingerätebau“. Heute umfasst die Produktpalette des Familienunternehmens Weg- und Winkelsensorik, Zähl- und Prozesstechnik sowie Übertragungstechnik. In seinem Elternhaus in Villingen-Schwenningen schlug F. Kübler, unterstützt von Ehefrau und Seniorchefin Erika Kübler, das erste Kapitel der Unternehmensgeschichte auf.
Der Startschuss der Firmengeschichte fiel mit einem Produkt, das Maßstäbe setzte: Der weltweit erste Kurzzeitmesser mit permanenter Zeitanzeige. Das patentierte Gerät stellte sicher, dass der analoge Zeiger nicht – wie beim Wettbewerb – abfiel, sondern stehen blieb. Dies ermöglichte exakte Messungen im ms-Bereich und wurde vor allem in Laboren, etwa für die Erfassung von Relaisschaltzeiten, eingesetzt. Kurz darauf startete Fritz Kübler mit seinen ersten elektromechanischen Zählern. Diesen folgten in den 70er-Jahren elektronische Zähler. Seit 1989 sind Drehgeber ein fester Bestandteil des Produktportfolios. In dem etablierten Markt setzte Kübler von Anfang an auf höherer Robustheit, weniger Bauteile und beeinflusste die Entwicklung am Markt mit Hohlwellengebern. Inzwischen zählen auch lineare Messsysteme und Inklinometer zu dem Geschäftsbereich Weg- und Winkelsensorik.
Kübler heute: Daten und Fakten
Heute gliedert sich das Geschäft der Kübler-Gruppe in drei Bereiche: Die Weg- und Winkelsensorik mit ca. 60 % Umsatzanteil, die Zähl- und Prozesstechnik mit ca. 34% Umsatzanteil und das noch junge neue Standbein Übertragungstechnik mit 6 % Umsatzanteil. Den konsolidierten Umsatz der Gruppe erwartet Kübler für 2010 bei 31,5 Mio €. Damit geht die Unternehmensgruppe gestärkt aus der Krise heraus und macht den Rückgang in 2009 um 17% mehr als wett. 35 % seines Umsatzes erwirtschaftet die Gruppe in Deutschland und 33 % im Rest von Europa. In Asien und Australien werden 18´% und in Amerika 13 % des Umsatzes erzielt. Aktuell beschäftigt die Firmengruppe 290 Mitarbeiter, gut 200 davon am Stammsitz in Villingen-Schwenningen, die Weiteren in inzwischen sechs Töchterunternehmen weltweit.
Erfolgreiche Strategie
Fritz Küblers Söhne, Gebhard und Lothar, leiten das Unternehmen seit 1997 in der zweiten Generation. Der Unternehmensgründer begleitete das Unternehmen als Vorsitzender des Beirats bis zu seinem Tod im Jahr 2003. Viele Wegbegleiter des Unternehmens stellen heute fest, dass sich das Unternehmen über die Jahrzehnte mehrfach neu erfunden hat. Dennoch, die wichtigsten Grundwerte seien die alten geblieben.
Der Gründer selbst hat seinen Söhnen und späteren Nachfolgern zeitlebens nahe gelegt, dass es für ein gesundes und erfolgreiches Familienunternehmen wichtig ist, unabhängig zu bleiben (das Eigenkapital beträgt über 70 %), verantwortungsvoll zu handeln und den Mitarbeitenden stets Respekt entgegenzubringen. Denn zu den Kernwerten bei Kübler gehört die Erkenntnis, dass das Kapital des innovativen Unternehmens in der Fähigkeit der Mitarbeiter liegt. Dazu kommen stetige Veränderungen, Verbesserungen und eine schnelle Reaktion auf Marktveränderungen. „Dadurch bleiben wir innovativ und die Ergebnisse – wie guter Umsatz und Ertrag – folgen“, sind G. und L. Kübler überzeugt. Mit innovativen Produkten brachte F. Kübler seinen Lebenstraum kontinuierlich ein Stück weiter. „Diese Strategie haben wir uns bis heute auf die Fahnen geschrieben“, betonen die beiden Geschäftsführer.
Service macht den Unterschied
Der Begriff Service wir im Unternehmen neu gedacht und streng an die Bedürfnisse der Zielgruppen angepasst. Das Motto Zig Ziglars „Stop selling – start helping“ ist den Geschäftsführern wichtig. Zudem fordern sie eine „Hands-on“-Mentalität: „Ein Kübler-Mitarbeiter fragt nicht andere, was zu tun ist, sondern sich selbst – und dann tut er es, “ beschreibt G. Kübler den Unterschied, der sich bereits im Ansatz zeigt. Daraus entstehen Erfolgsfaktoren, wie Kundennähe, Wirtschaftlichkeit, Liefertermintreue, Systemintegration und Lieferflexibilität, die Kübler-Kunden am Markt überzeugen.
Der Generationenvertrag
Vor zwei Jahren richtete man dazu ein Verbesserungs-Office mit einem Verbesserungs-Manager ein. Kübler nennt seinen Weg die Kübler – Kaizen – Kultur. Schritt für Schritt lernen die Mitarbeiter, ihr Bewusstsein, ihr Denken und ihre Handlungsweisen auf stetige Verbesserung zu fokussieren. Diese Kultur ist das Mittel, um das Unternehmen auch für die kommenden Generationen gesund zu halten. Dabei ist dies kein Projekt, sondern eine Daueraufgabe: Die Mitarbeiter arbeiten kontinuierlich selbst daran, Verschwendung zu erkennen und abzuschaffen und die Qualität täglich zu steigern. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Standorts Deutschland.
Strategie und Visionen
Für die Zukunft hat Kübler sich hohe Ziele gesetzt. So erklärte G. Kübler bei der Jubiläumsveranstaltung, dass bis 2014 durchschnittlich ein jährliches Wachstum von 12 % in der Gruppe erzielt werden und somit 2014 46 Mio. € umgesetzt werden sollen. Zudem will man den besten Service am Markt anbieten und alle Qualitätsgrößen jährlich um 25 % verbessern. Auf Innovationen legt das Unternehmen viel Wert und darum sollen mehr als 50 % des Umsatzes mit neuen, bis zu fünf Jahren alten Produkten erzielt werden. In den kommenden zehn Jahren plant Kübler international weitere Kompetenzzentren auf- und auszubauen, um die regionalen Märkte verschiedener Länder optimal zu betreuen. Bis 2020 hoffen die Unternehmer, dass sich der weltweite Umsatz in Richtung 90 Mio € bis 100 Mio €, bei einer Verdopplung der Mitarbeiterzahl, verdreifacht.
Weitere Informationen unter www.kuebler.com.
>>> Kommentar schreiben
>>> zur Comment Area














