08. April 2010

Schnelligkeit entscheidet

Editorial aus der openautomation 1-2/2010
So viel wie möglich in so wenig Zeit wie nötig … entwickeln, testen, produzieren, verkaufen. Die Liste mit Verben, um die dieser Satz ergänzt werden könnte, ist endlos. So ist unser gesamtes Handeln da­rauf ausgerichtet, die Schnelligkeit zu erhöhen.

Und wir werden dabei nicht müde, immer neue Themen zu finden, die dieses Handeln rechtfertigen. Stichworte sind hier: Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, Peak Oil, Klimawandel …

Und während wir munter ein Trendthema nach dem anderen entdecken und priorisieren, schleicht sich hintenrum die Krise ein. Sie lähmt eine komplette Welt in ihrem Handeln. Plötzlich werden hochpriore Themen zweitrangig. Und es dauert mehr als ein Jahr, bis wir langsam wieder zu unserer alten Form zurückfinden. Marktforscher, wie Frost & Sullivan, erinnern uns an Zukunftsthemen, wie Energie- und Wasserknappheit. Die Analysten prophezeien, dass 2030 rund
3,2 Mrd. Menschen in wasserarmen Regionen leben werden. Außerdem soll bis dahin der weltweite Energieverbrauch im Vergleich zu 2006 um 44 % gesteigert worden sein. Und nebenbei: rund 28 % des Gesamtenergieverbrauchs weltweit sollen dann auf China und Indien entfallen.

Stellt sich für den Bewohner einer gut situierten Industrienation die Frage, ob die Emerging Markets in zwanzig Jahren eine solche Geschwindigkeit aufgenommen haben werden, dass wir dann nicht mehr mithalten können. Bislang galt unsere Innovationskraft als Erfolgsgarant. Vor besagtem Hintergrund müssen wir aber ziemlich schnell, sehr innovativ sein, um auf der Erfolgsspur zu bleiben. Anton S. Huber, CEO der Siemens-Division Industry Automation, bleibt auch aktuell dabei: „Innovationen bestimmen den Erfolg in der Industrieautomation. Wer erfolgreich sein will, muss innovativ sein.“

Schnelllebigkeit verlangt aber zu allererst nach Flexibilität: Produkte, Systeme, Services, Zielgruppen geänderten Anforderungen anpassen oder neu definieren. Das ist und bleibt das tägliche Business einer Industrie­nation. Und all denjenigen, die unsere Innovationskraft durch die Vielzahl beispielsweise chinesischer naturwissenschaftlicher Hochschulabsolventen gefährdet sehen, sagt A. S. Huber: „Man ist nicht erfolgreicher, wenn man 1.000 Ingenieure an ein Projekt setzt.“ Es ist der sinnvolle Einsatz geistigen Inge­nieurpotenzials, der den Projekterfolg ausmacht.

Unser Vorteil ist, dass wir in der Lage sind, Veränderungsprozesse zu erkennen, Potenziale daraus für uns zu analysieren und mit Produkten und Strategien darauf zu reagieren – sehr, sehr schnell. Das ist so und das wird sicherlich auch so bleiben. Belege dafür finden sich vielfach auf den nachfolgenden Seiten und sicherlich noch weitere auf der kommenden Hannover Messe. Viel Spaß auf einer spannenden Entdeckungsreise.

Inge Hübner


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