26. April 2010

Sercos International kommentiert openSafety

Während der Hannover Messe hat die EPSG “openSafety” als das das erste feldbusübergreifende Sicherheitskonzept präsentiert, das sich für Modbus TCP, Sercos III, Ethernet/IP und Powerlink eigne. “Mit ,openSafety’ steht der Automatisierungsbranche jetzt erstmalig ein einheitlicher, busunabhängiger Safety-Standard für sicherheitsgerichtete Netzwerke zur Verfügung, der sich mit allen Industrial-Ethernet-Systemen und Feldbussen verwirklichen lässt“, verkündete Stefan Schönegger, verantwortlich für die Business-Unit Open Automation Technologies bei B&R, in Hannover.

Überrascht von dieser Ankündigung zeigte sich Sercos-International-Geschäftsführer Peter Lutz: “Zunächst freuen wir uns natürlich, dass im Zusammenhang mit der Ankündigung von ,openSafety’ mit B&R ein weiterer namhafter Automatisierungshersteller ein klares und offenes Bekenntnis zu Sercos III abgegeben hat und erste Produkte mit Sercos-III-Schnittstelle vorgestellt hat. Dies bestätigt erneut die sehr gute Position von Sercos III im Markt.”

Konkret meinte er weiter: “Überrascht und verwundert waren wir über die mit uns nicht abgestimmte Verwendung des geschützten Warenzeichens Sercos in Publikationen und in Darstellungen auf dem Messestand der Ethernet Powerlink Standardization Group (EPSG). Denn damit wird der Anschein erweckt, dass das Konzept bzw. die Kombination von ,openSafety’ (PowerlinkSafety) und Sercos III von uns (Sercos International) mit getragen und aktiv unterstützt wird. Wir möchten hier klar festhalten, dass es zu diesem Thema noch keinerlei Gespräche gegeben hat und auch keine Kooperation zwischen Sercos International (SI) und der EPSG bzw. zwischen SI und B&R besteht.”

Er stellte heraus, dass es für die Anwender von großem Vorteil sei, einen einheitlichen Safety-Standard auch für unterschiedliche Bussysteme nutzen zu können. “Genau aus diesem Grund haben wir uns entschieden, CIP Safety als Safety-Protokoll für Sercos III zu verwenden. Damit haben wir uns ganz bewusst für einen etablierten Safety-Standard entschieden, um nicht ein weiteres, zu bestehenden Safety-Protokollen inkompatibles Protokoll im Markt einzuführen.” Produkte und ein definierter, mit dem TÜV und den involvierten Organisationen (ODVA und SI) abgestimmter Zertifizierungsprozess soll in naher Zukunft verfügbar sind. “All dies basiert auf einer soliden Kooperation zwischen den Organisationen ODVA und SI, über die neben patentrechtlichen und markenrechtlichen Aspekten auch die gemeinsame Fortentwicklung der Technologie definiert vereinbart sind”, so P. Lutz.

Zum aktuellen Zeitpunkt bezeichnet es der SI-Geschäftsführer als sehr schwierig, eine technische Bewertung der „openSafety“-Aktivität von EPSG und B&R abzugeben, da die erforderlichen Informationen aktuell nicht offengelegt seien. “Selbstverständlich ist die Tunnelung eines beliebigen überlagerten Protokolls (hier: ,openSafety’) über Sercos III als ,Black Channel’ möglich. Aber hier gilt es, deutlich zwischen einer Nutzung für proprietäre Implementierungen und der Nutzung für einheitliche Safety-Protokolle zu unterscheiden. Aus unserer Sicht ist die Einführung eines weiteren Safety-Protokolls nicht zielführend. Dies wird die Komplexität für Hersteller und Anwender deutlich erhöhen und in gleichem Maße die Akzeptanz verringern”, erklärt P. Lutz.

Weitere Informationen unter www.sercos.de.


>>> Kommentar schreiben
>>> zur Comment Area