19. April 2010
Weidmüller blickt positiv in die Zukunft
Die Weidmüller-Gruppe konnte in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein zweistelliges Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Vor diesem Hintergrund wurde die Umsatzprognose vom Dezember 2009, die eine Steigerung um plus 5 % für 2010 vorsah, nun als Minimalziel bezeichnet. „Vor dem Hintergrund der Erfolge unseres internen Effizienz- und Stabilitätspakets 2009, der moderaten Wiederbelebung wichtiger Industriesegmente und des stabilen Wachstums in Asien sind mehr als 5 % Wachstum erreichbar,“ sagte der Weidmüller-Vorstandssprecher Dr. Joachim Belz während der Jahrespressekonferenz in Hannover.
Dr. Joachim Belz ist Vorstandssprecher der Weidmüller-Gruppe
Von den weltweit 3.400 Mitarbeitern waren Ende 2009 ca. 1.860 in Deutschland beschäftigt. Reduzierung von Leiharbeitern, Einführung der Kurzarbeit sowie eines Solidarbeitrags und Beendigung befristeter Verträge waren Maßnahmen, um dem Rückgang des Umsatzes und der Explosion der Kosten entgegenzuwirken. „In dieser schwierigen Phase haben unsere Mitarbeiter zum Unternehmen gestanden und mitgetragen, was getragen werden musste“, erklärt Dr. J. Belz und verbindet den Dank der Unternehmensleitung an die Mitarbeiter mit einem optimistischen Blick in die Zukunft: „Die Talsohle ist durchschritten, wir sehen wieder Wachstum. Der Umsatz im ersten Quartal ist gut zweistellig und der Auftragseingang in einigen Produktbereichen auf dem Niveau von 2008.“ Dennoch sei Vorsicht geboten, da es keine belastbaren Aussagen zur Dauer und vor allem der Stabilität des augenblicklichen Wachstums gäbe.
Das Wachstum in diesem Jahr wird aus Sicht von Dr. J. Belz wesentlich von der Entwicklung im Ausland geprägt sein. So erwartet er eine signifikante Belebung der Konjunktur in Deutschland und Südeuropa nicht vor Ende des Jahres. Des Weiteren belebe die derzeitige Wechselkursentwicklung des Euros die deutschen Exporte. Aufgrund der globalen Verschiebung der Absatzmärkte und deren Bedeutung würden die Vertriebsaktivitäten in den BRIC-Staaten daher parallel ausgebaut.
Das im Mai 2009 etablierte Effizienz- und Stabilitätspaket wird in diesem Jahr fortgeführt. Es beinhaltet anhaltende Aufwendungen für den Bereich neuer Produkte und Verfahren von 27 Mio. Euro sowie die Expansion in neue Märkte und zukunftsorientierte Industriesegmente. Regional gesehen kommt dem chinesischen Markt eine stetig wachsende Bedeutung zu. Aus diesem Grund wird das regionale Entwicklungszentrum in China weiter ausgebaut. Neben der Weiterentwicklung der Produkte im Geschäftsfeld Elektrische Verbindungstechnik wird Weidmüller zur Sicherung von Wachstumschancen in den Ausbau des Geschäftsfelds Elektronik investieren und die Weiterentwicklung des Geschäftsfelds applikationsspezifische Lösungen forcieren.
„Damit richten wir das Unternehmen langfristig auf die führende Rolle in der Verbindungstechnik im und am Schaltschrank aus. Dieses Kerngeschäft wird durch Elektronikprodukte verstärkt ergänzt, die die verbundenen Geräte mit Spannung versorgen, vor Überspannung schützen, die Wandlung von analogen und digitalen Signalen erlauben und die Kommunikation der Geräte untereinander über unsere Verbindungstechnik ermöglichen“, fasst Dr. J. Belz zusammen.

Die Position Weidmüllers in der Automatisierung
Auf der Hannover Messe (19. bis 23. April 2010) zeigt Weidmüller hierzu die jüngsten Entwicklungsergebnisse und erneut ein Spektrum neuer Produkte. Im Fokus stehen dabei Produkte, die sich optimal in die umfangreiche Bandbreite an Komponenten für das Verbinden, Übertragen und Konditionieren von Energie, Signalen und Daten einfügen. Damit greift Weidmüller die Ergebnisse einer Studie des Heinz Nixdorf Institutes auf, in der Schaltschrankbauer nach Trends und Weiterentwicklungen befragt wurden. Den größten Fortschritt sähen die Schaltschrankproduzenten in einer hochautomatisierten Fertigung entlang des gesamten Herstellungsprozesses.
Ein Schritt in diese Richtung ist ein Weidmüller-Konzept, das auf Basis einer ganzheitlichen Betrachtung der Prozesse im Schaltschrankbau zu Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung führt. Dazu betrachtet das Konzept sieben Arbeitsprozesse von der Planung über die Bestellung, Lagerung, Montage, Markierung und Verdrahtung bis hin zur Prüfung des Schaltschranks. In diesem Konzept werden nicht nur die einzelnen Schritte, sondern auch deren Verkettung durch Weidmüller-Produkte, -Lösungen und -Services optimiert.

Weidmüller präsentiert erste Prototypen einer neuen Signalkonverter-Generation, die mit einem Ethernet-Interface ausgestattet ist
Eine positive Auswirkung auf die Automatisierung wird laut der Nixdorf-Studie der zunehmende Einsatz von intelligenten Systemen haben. Unter dem Begriff intelligente Systeme können alle aktiven Funktionselemente eines Automatisierungssystems verstanden werden. Die als Endgeräte konzipierten Komponenten sind dabei in zunehmendem Maße als intelligente mikroprozessorbasierte Einheit zu sehen und können im lokalen Umfeld eigenständig Automatisierungsprozesse ausführen. Mit einem Prototyp einer neuen Signalkonverter-Generation zeigt Weidmüller in der Future Zone eine effektive Kommunikation zwischen unterschiedlichen Netzwerkteilnehmern und die Datendurchgängigkeit von der Feldebene bis zur Unternehmensleitebene mit nur einer Netzwerktechnologie. „Das Besondere ist, dass die ethernetfähigen Signalkonverter auch umfangreiche Diagnosefunktionen für mehr Prozesstransparenz zur Verfügung stellen“, so Dr. Joachim Belz.
Weitere Informationen unter www.weidmueller.de.
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