12. März 2010
Wago: Neue Produkte für die Automation
Auch der Mindener Verbindungstechnikhersteller Wago wurde in 2009 von der Krise getroffen: „Der Umsatz sank im Vergleich zu 2008 um 16,1 % auf 380 Mio. €“, erklärt Sven Hohorst, geschäftsführender Gesellschafter der Wago Kontakttechnik Gmbh & Co. KG. Ziel war es aber, mit einem Maximum der Belegschaft durch die Krise zu kommen. So blieb die Mitarbeiterzahl auch konstant bei 4900 (+0,7 %). Für 2010 gestalten sich laut dem Geschäftsführer Voraussagen schwierig. Er erwartet einen Umsatz höher als in 2007, aber noch unter dem des Jahres 2008. Der Anteil der Automatisierung am Gesamtumsatz liegt bei etwa 20 %.
S. Hohorst führt in diesem Zusammenhang aus, dass der Innovationsspielraum anhand des weltweit wachsenden Wettbewerbsdrucks geringer wird: „Man muss mehr Geld in die Hand nehmen, um Innovationen herauszubringen.“ Dass dies trotzdem möglich ist, will das Unternehmen wieder auf der Hannover Messe zeigen. Insgesamt wurden laut S. Hohorst 20 Mio. € in die neuen Produkte investiert. Neben wichtigen Innovationen für die Verbindungstechnik (neue Dosenklemme, kompakter Leiterplattensteckverbinder, Linect-Anschlusssystem) zeigt auch der Bereich Automation neue Produkte.
Sehr früh hat das Unternehmen laut Dr. Thomas Albers, technischer Leiter Automation, auf Ethernet gesetzt. Ziel ist es hier, die Produktpalette und die Einsatzbreite zu vergrößern. Vorgestellt wird nun der 750-352 Ethernet ECO Feldbus Koppler für den Low-Cost-Bereich. „Unüblich in dieser Preisklasse ist der integrierte 2-Port-Switch“, erläutert Dr. T. Albers. Mit Kosten in der Größenordnung von 150 € handelt es sich laut dem technische Leiter um „ein sehr wettbewerbsfähiges Produkt“, welches ab Sommer verfügbar ist.
„Automatisierung und IT <>Welt wachsen zusammen“, setzt Dr. T. Albers fort. „Heutige Automatisierungsgeräte müssen daher IT-Standards unterstützen.“ Der Ethernet Controller 2.0 mit einer verbesserten internen Verarbeitungsstruktur ermöglicht eine doppelt so schnelle Taktfrequenz als bisheriges Gerät, wobei der Preis bei knapp 300 € geblieben ist. Der Controller für nichtechtzeitfähige Ethernet-Protokolle wie Modbus TCP und Ethernet/IP bietet kurze Antwortzeiten von 2 ms bis 3 ms. Üblich sind heute durchaus noch 10 ms. Anwendungen finden sich laut Dr. T. Albers in den Bereichen Diagnose, Visualisierung, Prozess> und Gebäudeautomation. Der Controller mit Codesys-Laufzeitumgebung und integriertem Webserver bietet auch mehr Speicher, die das Applikationsfeld verbreitern. „Es lassen sich zum Beispiel mehr Webseiten und mehr Rezepturen abspeichern“, so Dr. T. Albers. Eine Besonderheit ist die hohe Robustheit: Als Bestandteil des etablierten Systems Wago-I/O-Systems 750 erfüllt der Controller hohe EMV-Anforderungen. Der robuste industrieerprobte TCP/IP-Stack ist für Security-Testroutinen von Daimler und Cern getestet. Das Modul, laut Dr. t. Albers „ein würdiger Nachfolger für das 841er Gerät“, ist ebenfalls im Sommer verfügbar.
Erst vor zwei Jahren startete Wago mit der Messumformer-Serie Jumpflex. Heute bietet das Unternehmen ein komplettes Angebot. Neu vorgestellt wird eine Produktfamilie mit acht direkt steckbaren Cage-Clamp-S-Klemmen, die die Messlatte für die 6-mm-Klasse der Messumformer höher legen soll. Vorteile dieser Familie: durchgängig sichere Trennung mit 2,5 kV Prüfspannung, Brückungsmöglichkeit an jeder Klemmstelle, echte 6,0 mm Baubreite sowie eine hoheSignalvielfalt. 456 Signalkombinationen sind werksseitig kalibriert. Darüber hinaus werden neue Module der Serie 750, zwei neue Speedway DIO-Module sowie neue Fernwirkcontroller vorgestellt.
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