08. Januar 2010

Kübler: Erfolgsweg geebnet

In diesem Jahr feiert die Fritz Kübler GmbH ihr 50-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten dazu finden im April bzw. Mitte des Jahres statt.

Gebhard und Lothar Kübler (v. l.) sind Geschäfts­führer der Fritz Kübler GmbH in Villingen-Schwen­ningen

Das 1960 von Fritz Kübler gegründete Familienunternehmen wird seit 1997 von den beiden Söhnen Gebhard und Lothar Kübler geleitet. In dieser Zeit haben sie den Umsatz, der 1996 bei rund 7 Mio. € lag, kontinuierlich gesteigert auf 28 Mio. € in der Firmengruppe im letzten Jahr. „Unser ursprüngliches Umsatzziel für das Jubiläumsjahr müssen wir aufgrund der Auswirkungen der Wirtschaftskrise zurückschrauben – wir hatten einen Umsatzrückgang von 20 % zu verkraften. Dies ist im Automatisierungsumfeld ein noch moderater Rückgang“, informiert G. Kübler. „Wir rechnen für 2010 mit einem Umsatz zwischen 28 Mio. € und 30 Mio. € in unserer Gruppe.“

Das deutliche Wachstum der letzten Jahre basiert unter anderem auf der breiten Aufstellung mit vier Geschäftsbereichen, der weiteren Internationalisierung sowie der Positionierung innerhalb von Branchen. „Wir gliedern unser Produkt­sortiment heute in die Bereiche Weg- und Winkelsensorik – hier vor allem Drehgeber –, Zähl- und Anzeigetechnik, Prozesstechnik und Übertragungstechnik – hier vor allem Schleifringe – sowie OEM-Produkte/-Systeme“, so L. Kübler. Weiter erklärt er: „Wir haben für die Branchen Aufzugstechnik, Verpackungsmaschinen, Antriebstechnik, mobile Automation, Windenergieanlagen und die Stahlindustrie besonders zugeschnittene Produktlösungen aus Applikationen heraus entwickelt.“ Dabei rechnen die Brüder für die nächsten Jahre in diesen Bereichen mit besonderem Wachstumspotenzial.

Kunden bedient Kübler mittlerweile in über 50 Ländern. Um diesen einen optimalen Service und Support bieten zu können, ist die Firmengruppe weltweit mit Partnern oder Tochterunternehmen vertreten. Zu den jüngsten Gründungen zählen die Kuebler Automation India Pvt Ltd. sowie die Kuebler China Automation Trading Co. Ltd.; in Korea wurde 2009 ein Joint Venture mit der ehemaligen Vertretung gegründet. Deutschland hat dabei einen Umsatzanteil von knapp 40 %.

Das Familienunternehmen Kübler sieht sich als „Global Player“ mit starken Wurzeln in Deutschland, zu denen man sich in der Geschäftsleitung ausdrücklich bekennt. 2008 wurde dies mit einer Werks­erweiterung in Villingen-Schwenningen belegt. Es wurden 2500 qm Fläche für Fertigung und Entwicklung geschaffen. So ist G. Kübler überzeugt, langfristige Arbeitsplätze in Deutschland sichern zu können. Als Garant dafür sieht er den Aufbau des Kübler Produktionssystems an, das stark auf dem Kaizen-Gedanken fußt. „Dies ist kein Projekt, sondern eine Daueraufgabe“, stellt G. Kübler dazu fest. „Wir haben in diesem Zusammenhang beispielsweise ein Kaizen-Office eingerichtet, das zum Ziel hat, langfristig alle Abläufe und Prozesse so verschwendungsarm wie möglich zu gestalten. Wir reduzieren somit die Kosten und erhöhen gleichzeitig die Qualität“, erläutert G. Kübler weiter. Zu diesem besonderen Engagement ist das Unternehmen nach inzwischen mehr als fünf Jahren stetiger Verbesserung gelangt.

Innovationen

Zur SPS/IPC/Drives neu vorgestellt: Die Absolut- und Inkremental-Drehgeber Sendix mit SIL3/PLe-Zerti­fizierung

Das Jahr 2009 war geprägt von einer Reihe wichtiger Innovationen, wie neue Drehgeber mit SIL3-Zulassung, die jüngst auf der Nürnberger Messe SPS/IPC/Drives vorgestellt wurden. Es handelt sich um Absolut- und Inkremental-Drehgeber der Sendix-Baureihe mit SIL3- und PLe-Zertifzierung.

Die Neuprodukte sind vor allem in der Antriebstechnik und hier im Zusammenhang mit der funktionalen Sicherheit von großer Bedeutung. So wird Sicherheit durch das intelligente Zusammenspiel von Drehgeber, Steuerung und Aktuator erreicht. „Die sichere Information über die absolute Position erreichen unsere Absolut-Drehgeber Sendix SIL, indem die Steuerung die Inkrementalimpulse zählt und das Ergebnis mit der – ebenfalls vom Drehgeber bereitgestellten – Absolutposition vergleicht“, informiert L. Kübler. „Bei dem inkrementalen Sendix SIL hingegen überwacht die Steuerung die Gültigkeit der analogen, um 90° zueinander versetzten Sinus-Cosinus-Signale mithilfe der Funktion sin² + cos² = 1“, erklärt er weiter. Dabei erreichen die Sendix-Drehgeber Sicherheit nicht nur anhand sicherer Signale, sondern auch durch die sichere mechanische Verbindung. Diese wird bei den neuen SIL-Drehgebern durch eine Überdimensionierung der Anbauelemente realisiert, die einen Fehlerausschluss erreicht.

„Über die funktionale Sicherheit hinaus bieten unsere neuen Gebermodelle zusätzlichen Schutz aufgrund ihrer Robustheit“, so die Geschäftsführer. So würden sie sich durch ihre bewährte, robuste und zuverlässige Bauweise und eine besondere mechanische Belastbarkeit auszeichnen: „Mit extra stabilen Lagern im Safety-Lock-Design verzeihen sie auch eine grobe Behandlung bei der Installation“, so G. Kübler. Weitere Vorteile bringen die Ausführung in Schutzart IP67 und die hundertprozentige magnetische Unempfindlichkeit. Diese ist zum Beispiel bei absoluten Multiturns wichtig, die an Bremsen angebaut werden.

„Und auch für die wichtigsten Standard-Drehgeber stellen wir jetzt im Hinblick auf die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG MTTFd-Werte bereit. So können Anwender eigene Berechnungen nach DIN EN 61800-5-2 und DIN EN ISO 13849-1 durchführen“, ergänzt der Geschäftsführer.


Ausblick
Als weitere kurzfristige Ziele kündigen die Geschäftsführer weitere Entwicklungen in Richtung funktionaler Sicherheit und magnetischer Drehgebern an. Ebenso seien Innovationen im linearen Umfeld und bei Schleifringen zu erwarten. Prinzipiell sind über alle Bereiche Entwicklungen am Laufen, auf die die Geschäftsführer derzeit aber noch nicht im Detail eingehen wollen. Was das Umsatzwachstum anbelangt, rechnen sie 2010 für Deutschland mit moderaten 7 % bis 9 % und im Export mit einer leichten zweistelligen Steigerung. Dies rühre von neuen Projekten her, die derzeit schon sicher seien.

Weitere Informationen unter www.kuebler.com.


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