07. Dezember 2009
Belden: Positionierung der Marken Hirschmann und Lumberg Automation
2007 hat Belden die beiden Unternehmen Hirschmann Automation and Controls sowie die Lumberg Automation übernommen. Zur diesjährigen SPS/IPC/Drives blickt Dr. Hubert Ermer, Geschäftsführer der Belden Connector Division, mit Zuversicht in die Zukunft. Mit Sitz am deutschen Standort in Schalksmühle ist Dr. H. Ermer verantwortlich für das weltweite Geschäft des Unternehmens mit Lumberg-Automation- und Hirschmann-Steckverbindern und E/A-Verteilern. Nachstehend beschreibt er die neue Positionierung der beiden Marken und zeigt die Hauptvorteile für Kunden auf.
Dr. Hubert Ermer ist Geschäftsführer der Belden Connector Division, die das Geschäft mit Steckverbindern der Marken Lumberg Automation und Hirschmann umfasst. Vor seinem Wechsel zu Belden war er bei der Dr. Johannes Heidenhaim GmbH und der Krones AG tätig, zuletzt als Chief Operations Officer für die Krones Inc. in den USA
Nach wie vor in Europa zentralisiert sind die F&E-Einrichtungen. Für Steckverbinder und E/A-Verteiler sind dies die Zentren Schalksmühle und Neckartenzlingen. “Hinzu kommt unser F&E-Zentrum für Kabel in Venlo/Niederlande”, ergänzt Dr. H. Ermer. Somit habe man raschen Zugriff auf Fachwissen, was schnelle Reaktionen ermögliche.
Signifikante Veränderungen hingegen hat die Zusammenführung der Unternehmen unter anderem bezüglich der internationalen Aufstellung mit sich gebracht. „Wir sind nicht nur in der Lage, europaweit technische Unterstützung in mehreren Landessprachen zu leisten, sondern haben uns zu einem Hersteller mit breiter Basis entwickelt, der als einer von wenigen Anbietern weltweit ein komplettes Connectivity-Portfolio führt: Steckverbinder, verteilte Peripherie und Kabel – im Prinzip das gesamte Produktspektrum der Marken Hirschmann, Lumberg Automation und Belden, gestützt auf langjährige Erfahrung und ausgezeichnete Fertigungsqualität”, fasst es Dr. H. Ermer zusammen.
Schnellere Prototypenfertigung
Mit Blick auf den Kundennutzen sagt er: „Ein entscheidender Vorteil, den wir unseren Kunden heute bieten können, ist Schnelligkeit, um die Markteinführung von Produkten zu beschleunigen.” Am Beispiel eines Kabels, das am Markt noch nicht erhältlich sei sagt er: “Wir fertigen ein reales Muster auf einer normalen Fertigungsmaschine in wenigen Wochen, statt Monaten. Und liefern die gesamte Einheit, einschließlich modifiziertem Steckverbinder, in einem Drittel der sonst üblichen Zeit. Wir haben dafür einen speziellen Prozess entwickelt. Unser Customer Application Team wickelt sämtliche neuen Kundenanfragen ab und trägt aktiv dazu bei, die Anwendung marktreif zu entwickeln und das maßgeschneiderte Produkt in der kürzestmöglichen Zeit einzuführen.”
Als weiteren großen Vorteil nennt er, dass man jetzt auch Zugang auf neue Technologien habe. So sei Belden längst im Geschäft mit Ethernet-Switches und Wireles-Technologie aktiv. “Künftig werden wir in der Lage sein, diese Technologien frühzeitig in unsere kundenspezifischen Lösungen für die Anlagenautomatisierung einzubinden. Das bedeutet eine erhebliche Erweiterung der Funktionalität unserer Produktfamilie auf alle wichtigen Ethernet-Protokolle”, verdeutlicht er dazu.
Neue Märkte fokussieren
In Summe versteht Dr. H. Ermer Belden als einen Anbieter umfassender Connectivity-Lösungen. Dazu erklärt er: „Zusammengenommen ist unsere größte Stärke, dass wir jetzt in der Lage sind, komplette Connectivity-Lösungen aus einer Hand anzubieten. In der Tat können wir heute jeden Aktor oder Sensor an jedes Kabel anschließen. Unser Portfolio umfasst die gesamten Linien der Lumberg-Automation-Steckverbinder, <>Verteiler und -Feldbusmodule, der Hirschmann-Steckverbinder und -Switches sowie der Belden-Kabel, unterstützt von einem entschlossenen und erfahrenden Team qualifizierter Experten. Und um unser Engagement für die von uns betreuten Märkte zu unterstreichen, haben wir in unsere einzelnen Marken gezielt weiter investiert.” Als Anbieter von Connectivity-Lösungen sieht sich der Geschäftsführer in der Lage, geografisch zu expandieren und auch jenseits des Maschinenbaus, dem traditionellen Markt, aktiv zu werden. So ist er überzeugt: “Lumberg-Automation> und Hirschmann-Produkte passen perfekt in die klassischen Energiesegmente der Öl- und Gasindustrie ebenso wie in den Markt der erneuerbaren Energien, einschließlich Solar- und Windkraftanlagen.“
Reduzierung der TCO
Eine Kernüberlegung sind die Gesamtheit aller anfallender Kosten bzw. die Total Cost of Ownership (TCO). Dr. H. Ermer: „Trotz, oder vielleicht auch wegen unseres Vordringens in neue Branchen und Märkte können wir unseren bestehenden Kunden signifikante Vorteile bieten, indem wir gezielt dazu beitragen, ihre Total Cost of Ownership zu reduzieren. Während die Komplexität der Maschinen zunimmt, vorwiegend um Arbeitskosten zu reduzieren und den Arbeitsertrag zu steigern, helfen wir unseren Kunden, ihre Verdrahtungskosten durch den Einsatz von Feldbustechnik und/oder anderen Standards zu senken. Da wir nicht auf ein bestimmtes, proprietäres Protokoll festgelegt sind, können wir Lösungen rund um jedes Protokoll anbieten. Und wenn kein geeignetes Protokoll zur Verfügung steht, sind wir in der Lage, eine kundenspezifische Lösung zu entwickeln.”
Fazit
Zusammenfassend erklärt Dr. H. Ermer: “Unser Geschäft hat eine große Umstrukturierung hinter sich – nicht weil wir Angst gehabt hätten, aus dem Markt verdrängt zu werden.” Statt dessen sei der Umstrukturierungsprozess vom Wunsch vorangetrieben worden, den Veränderungen, denen vor allem die Kunden im Maschinenbau heute gegenüberstünden, einen Schritt voraus zu eilen. “Als wir erkannten, dass die Krise unweigerlich zu einer Abschwächung der Nachfrage führen würde, handelten wir sofort”, sagt er weiter und verdeutlicht: “Statt abzuwarten, was passieren würde, setzten wir als erste im Markt wirksame Sparmaßnahmen um und nahmen die nötigen Anpassungen vor. Eine Umstrukturierung wie die unsere ist ein schmerzhafter Prozess, und jede Übergangsphase hat ihren Preis. Wir nennen es ‚short-term pain for long-term gain‘. Ich bin sicher, dass wir heute ein stärkerer Partner, ein noch zuverlässigerer und finanziell gesicherter Anbieter sind, der sich voll auf die neuen Marktbedingungen eingestellt hat.“
Weitere Informationen unter www.belden-emea.com.
Lesen Sie dazu auch den ergänzenden Beitrag Belden: Positionierung der Marke Hirschmann.
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