03. Dezember 2009
DKE: Mehr als 150 Teilnehmer auf DKE-Tagung zur IEC 61508 (VDE 0803)
Von der breiten Öffentlichkeit mehr oder weniger unbemerkt, halten immer mehr Mikrorechner Einzug in unsere technische Umwelt und übernehmen dort Sicherheitsfunktionen. „Das Gebiet der funktionalen Sicherheit entwickelt sich immer weiter und erobert neue Lebensbereiche, da überall Mikrorechner zum Einsatz kommen“, betonte Johannes Stein, DKE-Fachreferent auf der Eröffnungsrede zur DKE-Tagung am 1. und 2. Dezember 2009 in Darmstadt, zu der mehr als 150 Teilnehmer kamen. Das Thema der funktionalen Sicherheit kam von der Nukleartechnik und Chemie, spielt heute eine wichtige Rolle in der Bahntechnik und dem Maschinen- und Anlagenbau und wird Gebiete wie Haushaltsgeräte und AAL erreichen. Die Menschen erwarten mit Recht, dass sie auf diese Helfer in ihrer Umgebung vertrauen können und dass diese ihre Sicherheitsfunktionen präzise erfüllen. Die Komitees der DKE erarbeiten in Zusammenarbeit mit der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) die Normen für den Einsatz solcher sicherheitsgerichteten Systeme. Die Grundsätze für die Auslegung sicherheitsgerichteter Steuerungen befinden sich in der IEC 61508 (VDE 0803) und werden von den jeweiligen Fachgebieten in ihre sektorspezifischen Normen übernommen. Einen Schwerpunkt der Tagung bildeten die Änderungen, die der Ersatz der ersten Ausgabe der IEC 61508 von 1998 durch die zweite Ausgabe mit sich bringt. „Die Basisnorm schafft neuen Technologien Raum“, betont Rainer Faller, DKE-Obmann und Mitbegründer des Beratungsunternehmens Exida.com GmbH. Die neue Ausgabe wird voraussichtlich Anfang 2010 als Entwurf erscheinen und insbesondere zum Thema der sicherheitsgerichteten, hochintegrierten Schaltkreise neue Vorschriften enthalten. Bereits jetzt lässt sich die IEC 61508 auf viele Bereiche anwenden. R. Faller: „Zukünftig werden es noch mehr.“ Denn die neue IEC 61508 lässt sich auf unterschiedliche Levels anwenden: vom IC über Produkte bis zu kompletten Systemen. Mit der Ausweitung auf integrierte Schaltkreise wird die neue Norm auch für den Fahrzeugbereich interessant: „Die funktionale Sicherheit wird ein Schlüsselmerkmal der nächsten Generation von elektronischen Autosystemen“, betont Christopher Temple von der Freescale Halbleiter Deutschland GmbH in München. In der Prozesstechnik haben laut R. Faller die Hersteller Nachteile, die keine Safety-Technologien im Angebot haben, da nicht alles geliefert werden kann. Dies gilt, obwohl die Umsätze der Safety-Systeme in der Prozesstechnik unter 10 % liegen. Teil 1 der IEC 61508 betrachtet das Gesamtsystem und damit auch mechanische Systeme. Kritisiert wurde von Thomas Börner vom BGIA die „augenscheinliche Überlappung des Regelungsanspruchs der IEC 62061 und der DIN EN ISO 13849“ für die Maschinensicherheit. Beide Normen sind unter der bisherigen Maschinenrichtlinie (98/37/EG) harmonisierte Normen. Nach Beschlüssen der IEC/TC44 in seiner Sitzung vom September 2009 sollen Empfehlungen für eine zukünftige Norm aus der Zusammenlegung von IEC 62061 und ISO 1849-1 unter einem IEC- und ISO-Doppellogo erarbeitet werden. T. Börner: „Die Empfehlungen sollen einer neuen Arbeitsgruppe (JWG) als Basis für eine Zusammenlegung von IEC 62061 und ISO 13849-1 dienen.“
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