10. November 2009
ZVEI: Automatisierungstechnik hilft maßgeblich, Energie einzusparen
„Intelligente Automatisierungstechnik entwickelt sich bei den Maßnahmen für Energieeffizienz und Klimaschutz in der Industrie immer mehr zum entscheidenden Baustein”, sagte Michael Ziesemer, ZVEI-Vizepräsident und Mitglied des Vorstands der Endress + Hauser Holding, im Rahmen des BDI-Workshops „Klimaschutz in der Wertschöpfungskette” am 9. November 2009 in Berlin. Damit spielte er auf Angaben des ZVEI an, nach denen durchschnittlich 20 % bis 25 % der eingesetzten Energie mithilfe von Automatisierungstechnik selbst in den modernen Produktionsanlagen in Deutschland eingespart werden könnten. In anderen Teilen der Welt wird dieses Potenzial “oftmals noch wesentlich größer” eingeschätzt.
Die Berechnungen des ZVEI ergeben, dass in den Produktionsanlagen der deutschen Industrie durch intelligente Automatisierungstechnik (Messtechnik, Prozessautomatisierung sowie elektrische Antriebstechnik) insgesamt Energieeinsparungen in Höhe von 88 Mrd. kWh Energie-Äquivalente erzielt werden können. Dies entspricht der Einsparung von CO2-Emissionen von 43 Mio. t jährlich. Somit könnten durch den konsequenten Einsatz von Automatisierungstechnik die CO2-Emissionen des industriellen Sektors in Deutschland um 11 % gesenkt werden.
„Beispiele energieintensiver Prozesse findet man unter anderem in der Chemie- und Stahlindustrie. Hier werden große Stoffmengen erhitzt oder abgekühlt, verdampft oder zerkleinert. Das Messen, Steuern und Regeln der Produktions- und Entsorgungsprozesse ist Voraussetzung für den intelligenten Umgang mit der Energie und damit für die Minderung von Treibhausgas-Emissionen, so zum Beispiel in einer Kläranlage. Aber auch der Einsatz moderner elektrischer Antriebstechnik – Energiesparmotoren mit elektronischer Drehzahlregelung – bietet für viele Industrieunternehmen großes Potenzial, die Energiekosten zu senken. In Einzelanwendungen sind hier Stromeinsparungen von 20% bis 70% möglich”, so M. Ziesemer.
Um das Einsparpotenzial an Treibhausgas-Emissionen im installierten Bestand im umweltpolitisch gewünschten Zeitraum zu heben, seien zusätzliche flankierende Maßnahmen der Politik notwendig, meint M. Ziesemer weiter. Besonders wichtig sei nach ZVEI-Auffassung unter anderem die Ermittlung der Energie-Lebenszykluskosten von neuen Produktions- und Entsorgungsanlagen im Voraus und deren verbindliche Berücksichtigung im öffentlichen Auftragswesen. Außerdem seien zeitlich begrenzte staatliche Anreize, zum Beispiel verbesserte Abschreibungsbedingungen für Investments in CO2-arme Produktionsanlagen mit moderner Antriebstechnik und intelligenter Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, sinnvoll.
Weitere Informationen unter www.zvei.org.
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