06. November 2009
ARC: Servoachssteuerung ein Spiegel der Krise
Die Weltwirtschaftskrise hat die Märkte für Automatisierungsprodukte fest im Griff. Ein Blick auf die veröffentlichten Quartalszahlen von drei Unternehmen verdeutlicht das: Im dritten Quartal 2009 schrumpfte der Umsatz des Siemens Industry Sektors um 13 % im Jahresvergleich. Im gleichen Zeitraum brachen die Umsätze von Rockwell Automation um 31,4 % und die von Schneider Electric um 29 % ein. Zwar decken alle drei Firmen einen Großteil der Automatisierungswelt ab, jedoch sind die Portfolios stark unterschiedlich gewichtet und bei Siemens ist der Energiesektor ausgeschlossen. Einer der Kernmärkte der Automatisierung ist der Markt für Servoachssteuerungen (GMC), der ebenfalls die globale wirtschaftliche Entwicklung widerspiegelt. “Die Krise traf den Markt für GMC weltweit hart. Dieser hängt stark von den Entwicklungen des Maschinenbaus und der Automobilindustrie ab, die sich nach wie vor im freien Fall befinden – auch wenn dieser Fall sich mittlerweile stabilisiert hat,“ so Florian Güldner, Analyst bei ARC Advisory Group (fgueldner@arcweb.com) über die Ergebnisse von ARCs Marktstudie “General Motion Control Worldwide Outlook” (www.arcweb.com/res/gmc).
Der Rückgang des Automobilabsatzes zeigt die Verzahnung der Industrien durch eine eindrucksvolle Kettenreaktion, die letztendlich den kompletten Einbruch der Maschinenbestellungen verschuldete. Der geringere Umsatz führte auch dazu, dass Hersteller Maschinen flexibler und mehrmals nutzen. In der Automobilindustrie werden sich aber auch neue Möglichkeiten auftun, da zunehmende Nachfrage nach Treibstoff sparenden Autos und Kleinwagen gerade in den USA neue Produktionslinien erfordert. Beim Erfolg von Elektroautos müssen Produktionslinien komplett umgerüstet werden.
Damit Unternehmen unter dem Damoklesschwert volatiler Energiepreise weiter effizient produzieren können, sind sie gezwungen den Energieverbrauch zu reduzieren. Nachhaltigkeitsinitiativen sollen dabei das Bewusstsein für stark schwankende Energie- und Materialpreise im kompletten Unternehmen schulen. Diese zielen darauf ab neue Wege in der Produktion zu gehen, insbesondere neueste Automatisierungstechnik wie GMC-Systeme. Ein Ergebnis der ARC Marktstudie war, dass sich mehr Anbieter auf neue Märkte konzentrieren, nachdem die klassischen GMC-Industrien, wie Automobilbau, Druck, Textilherstellung und allgemeine Produktionsmaschinen, einbrachen. Die wenigen übrig gebliebenen Märkte, wie die Märkte für Windturbinen oder Solarkollektoren, wurden schnell von vielen Anbietern umworben, so dass dort eine weitere Differenzierung nur noch durch das Lösungsgeschäft zu erreichen war. Da nun auch immer mehr Wettbewerb im Lösungsgeschäft herrscht, zeichnet sich auch hier ein Einbruch der Margen ab. Als Resultat versuchen sich GMC-Anbieter nun durch Dienstleistungen und eine tiefere Integration von Hardware, Software und Mechanik zu differenzieren. Alles in allem erwartet ARC, dass sich der Markt für GMC im Laufe des kommenden Jahres stabilisiert und ab Mitte 2010 auf die Wachstumsstraße zurückkehrt.
>>> Kommentar schreiben
>>> zur Comment Area














