09. Juli 2009

Vision 2009: Eigene Plattform für Systemintegratoren

Große Resonanz erfuhr schon im letzten Jahr der auf der Vision erstmals initiierte Application Park. In diesem Jahr wird die Messe für industrielle Bildverarbeitungs- und Identifikationstechnologien nun um eine “Integration Area” erweitert. Sie wird rund um den Application Park in Halle 4 platziert sein und Systemintegratoren sowie Lösungsanbietern einen klar abgegrenzten Ausstellungsraum bieten. „Wir wollen damit dem Thema Applikationen und Lösungen mehr Gewicht auf der Vision geben“, sagt Florian Niethammer, Projektleiter der Messe Stuttgart. „Lösungsanbieter begrüßen es“, so F. Niethammer weiter, „wenn die Weltleitmesse ein klar erkennbares Forum schafft und damit auch den Endanwender verstärkt anspricht.“

Systemintegration, wie hier von der Isra Vision AG durchgeführt, erfordert Lösungskompetenz und Applikationserfahrung. Geometry Gauging Sensoren (GGS) am Greifer eines Roboters übernehmen die Qualitätsprüfung der hochgenauen Best Fit Montage von Automobilglas

Applikationsspezifische Systeme bilden immer noch den umsatzstärksten Teil des Systemgeschäfts der deutschen Branche für industrielle Bildverarbeitung (IBV). Und auch zukünftig werden in vielen Bereichen komplexe und anspruchsvolle Aufgabenstellungen gelöst werden müssen. Das scheint gar nicht so einfach, denn „eine erfolgreiche Systemlösung besteht aus mehr als nur der Summe Ihrer Komponenten“, sagt Hans Jürgen Christ, Vorstand Vertrieb der Isra Vision AG. „Es gehören Lösungskompetenz und Applikationserfahrung ebenso dazu wie die Gewissheit, ein Projekt auch im Rahmen des Budgets erfolgreich lösen zu können“, fährt J. Christ fort. Wesentliche Bestandteile einer Systemlösung seien außerdem die richtige Auswahl der Komponenten sowie das Prozess-Know-how – etwa das Wissen um die Systemperipherie, Schnittstellen und Umgebungsbedingungen.

So erfordern zum Beispiel Robot-Vision-Applikationen, insbesondere, wenn die Kameras am Greifer des Roboters montiert sind, Wissen über die Eigenschaften des Roboters, wie etwa über Ungenauigkeit oder Temperaturdrift. Ferner sei J. Christ zufolge die geeignete Kommunikationsschnittstelle zu bestimmen und umzusetzen sowie eine Kalibriermethode zu eruieren, die zur Applikation passe. Darüber hinaus müsse insbesondere bei 3-D-Anwendungen die ideale Bildverarbeitungstechnologie ausgewählt werden, wie Photogrammetrie, Stereometrie oder Triangulation. „Als Systemanbieter beraten wir Kunden bereits in der Planungsphase, begleiten das Projekt von der Installation bis hin zur Abnahme und sorgen für Support und Service im Betrieb der Anlage“, meint J. Christ. Das Unternehmen entwickelt auch eigene Komponenten und Systeme und wird mit neuen Lösungen auf der Vision 2009 präsent sein.

Als Systemintegrator bietet die IIM AG problemorientierte Komplettlösungen aus einer Hand wie hier eine Anlage zur Montagekontrolle von Motorenteilen

Roy Dietsch, Bereichsleiter des Geschäftsbereichs Machine Vision der IIM AG, sieht die Aufgabe und den Vorteil eines Systemintegrators darin, „dem Endkunden im Bereich der industriellen Bildverarbeitung eine problemorientierte Komplettlösung aus einer Hand zu bieten.“ Das Lösungsspektrum der IIM AG reicht dabei von der Auswahl, dem Einbau und der Anbindung geeigneter Sensoren und Peripherie bis hin zum Bau komplexer Messautomaten und Sondermaschinen. Es umfasst aber auch die Entwicklung entsprechender Visualisierungs- und Statistik-Software. „Unsere Kunden“, berichtet R. Dietsch aus der Praxis, „senden uns nach telefonischer Klärung der Aufgabenstellung Musterteile sowie eine Aufgabenbeschreibung zu. Soll etwa ein Roboter unterschiedliche Bauteile von einem Band aufgreifen, benötigt er die genaue Position und den Typ des Bauteils. Wir stellen hier die optimale Systemkonfiguration zusammen, die aus Komponenten, wie Kamerasystem, Beleuchtung und Optik, besteht und integrieren das System in die Anlage. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme gehören zu unserem Service die Wartung der Systeme und auch die Schulung des Bedienpersonals.“

Auf der Vision 2009 wird die IIM AG eine besonders helle Beleuchtung auf Basis von LED (Light Emitting Diods) vorstellen, die laut R. Dietsch speziell für die Solarindustrie entwickelt worden sei und bezogen auf die Lichtstärke, dem Sonnenlicht gleiche. „Der Vorteil von LED-Beleuchtungsvarianten liegt in ihrer starken Lichtintensität und langen Lebensdauer – das sind Eigenschaften, die in der Industrie besonders wichtig sind“, betont R. Dietsch. Wie aus voran genannten Beispielen ersichtlich ist, entwickeln viele Unternehmen, die als Systemintegratoren in der industriellen Bildverarbeitungsbranche tätig sind, auch eigene innovative Komponenten.

Eine neue Generation kompakter 3-D-Kamerasysteme wird die Smart Ray GmbH auf der Vision 2009 vorstellen. Sie wertet die Bilder vor Ort sofort aus

Dazu gehört auch die Smart Ray GmbH, die „als Systemintegrator und kompetenter Partner in allen Bereichen der 3-D-Bildverarbeitung, den Bedürfnissen der Anwender entsprechend zugeschnittene Lösungen bietet“, so Geschäftsführer Mathias Reiter. Smart Ray wird auf der Vision 2009 mit einer neuen Generation von 3-D-Smart-Kameras präsent sein. Untergebracht in einem kompakten Gehäuse (110 mm x 80 mm x 60 mm), basiert das 3-D-System auf dem Intel-Atom-Prozessor und repräsentiert einen kompletten PC mit Windows-XP-Betriebssystem. „Mit diesem hochintegrierten System ist es möglich, die Bilder sofort in der Kamera auszuwerten“, sagt M. Reiter.

“Die Integration Area stellt neben dem Application Park einen weiteren Schritt dar, den Anteil der IBV-Applikationen und <>Lösungen auf der Weltleitmesse Vision für industrielle Bildverarbeitungs und Identifikationstechnologien zu stärken, was auch zukünftig fortgeführt werden soll”, heißt es von Veranstalterseite. Auch der Application Park wird in diesem Jahr mit zusätzlichen Highlights aufwarten, zum Beispiel mit einem VW-Passat, der mit Laser-und Bildverarbeitungstechnik ausgerüstet ist und demonstriert, wie autonomes Fahren funktioniert.

Weitere Informationen unter www.vision-messe.de.


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