02. Juni 2009
ODVA: Neue Spezifikationsversionen für CIP-Netzwerke
Die ODVA hat neue Spezifikationsversionen für CIP-Netzwerke herausgebracht. Diese bringen Verbesserungen für Ethernet/IP-, Devicenet-, Componet- und Controlnet- Technologien mit sich. So enthalten sie wichtige neue Erweiterungen für Anwender, die offene Netzwerke in der Fertigungsautomation für so viele Anwendungen wie möglich implementieren möchten.
Insgesamt beinhalten diese neuen Ausgaben 14 Spezifikationsverbesserungen. Folgende Verbesserungen sind besonders nennenswert:
- Da die Verteilung der Steuerspannung einen Anteil mit hohen Kosten und hohen Risiken bei Entwicklung und Aufbau von Maschinen darstellt, können durch den Einsatz von modularen Stromverteilungssystemen Einsparungen erzielt werden. Allerdings werden in der Fabrikautomation üblicherweise unterschiedliche Steuerspannungen verwendet. Deshalb haben die Endanwender gefordert, dass die Komponenten standardisiert werden einschließlich der zulässigen Störgrößen. Daher definiert die ODVA richtungsweisende Empfehlungen für Hilfsstromkreise, indem konsistente Regeln für Komponenten, Geräte und Verdrahtung aufgestellt werden, mit denen zunächst die Hilfsstromverdrahtung im Kleinspannungsbereich von 24 V abgedeckt wird. Da es bereits eine große Zahl von Produkten im Markt gibt, die mit einer Stromversorgung von 24 V arbeiten, wird dies eine informative Erweiterung zum Common Industrial Protocol (CIP) sein, einheitlich für alle CIP-Netzwerke.
Beispiele solcher Systeme sind Not-Halt-Einrichtungen, Hilfsstromversorgung für E/A-Geräte und PwE (Power with Ethernet – Stromversorgung mit überlagertem Ethernet). Durch die Festlegung von Verkabelungskomponenten und von Anforderungen an Netzteile kann ein vollständig standardisiertes System entworfen und aufgebaut werden und zwar aus Leitungen, Steckverbindern und Geräten, die sich direkt zusammensetzen lassen.
- Da LWL-Übertragung immer häufiger in Automatisierungssystemen eingesetzt wird, hat die ODVA die Option eines SC-RJ-Steckverbinders freigegeben sowie die Gehäusevariante 1, die für raue Industrieumgebung geeignet ist. Dieser Steckverbinder ist als Fortführung der letztjährigen Einführung der optischen Polymerfaser mit 1 mm Durchmesser als Option für die physikalische Schicht von Ethernet/IP zu sehen. Er bietet eine einfache Lösung für Installation und Anschluss im Feld ohne große Einarbeitung, da nur einfache Techniken für Vorbereitung und Befestigung der Faser zum Einsatz kommen. Ein Polieren der Faser kann entfallen; dadurch werden Installationszeit und -komplexität stark reduziert. Außer für die 1-mm-POF ist der SC-RJ-Steckverbinder auch für alle weiteren für Ethernet/IP definierten Fasertypen geeignet.
“Die korrekte Auswahl und richtige Bauart der Komponenten der physikalischen Schicht kann einen überproportional großen Einfluss auf die Kosten einer Maschine oder einer Produktionsanlage über den gesamten Lebenszyklus haben“ erläutert Katherine Voss, Geschäftsführerin der ODVA. „Die ODVA hat richtungsweisende Empfehlungen für Hilfsstromversorgungen und LWL-Installationen erstellt mit aufeinander abgestimmten Regeln für Komponenten, Geräte und Verdrahtungsanweisungen.““Der Bedarf nach einfach zu konfektionierenden Steckverbindern für Lichtwellenleiter ist geprägt durch den Automobilbau. Speziell im Bereich des Karosseriebaus gibt es schwierigste Umgebungsbedingungen für die sichere Datenübertragung von Ethernet/IP. Hohe elektromagnetische Einstrahlung durch Schweißzangen, Potentialströme zwischen Geräten und hohe Biege- und Torsionsbeanspruchung der Schlauchpakete an den Robotern lassen den Einsatz von kupferbasierten Übertragungsarten nicht immer zu. Der einfach zu konfektionierende SC-RJ für Polymeroptische Fasern in Verbindung mit dem robusten IP67-Schutzgehäuse der IEC 61076-3-106 Variante 1 die bestmöglichste Lösung für eine sichere und dauerhafte Datenübertragung in solchen Applikationen bietet“ erläutert Simon Seereiner, Portfoliomanager bei Weidmueller Interface.
Bernd Horrmeyer, Product Marketing Senior Engineer bei Phoenix Contact ergänzt, „Auch bei Installationen, die mehr als 100 m auseinander liegen, bietet der SC-RJ dank seiner Möglichkeit, auch Single- und Multimode-Glasfaserleitungen zu verarbeiten, beste Anschlussmöglichkeiten. Dank der kleinen Form ist der neue Ethernet/IP-Steckverbinder ebenfalls bestens für die Integration in Geräten geeignet. Verfügbar in IP20 sowie in IP67 in Metall- und Kunststoffausführungen bietet dieses neue Ethernet/IP-Interface eine extrem große Applikationsbreite. Dank der Standardisierung der Schnittstelle durch die ODVA wird sich die neue SC-RJ Schnittstelle sehr schnell bei Geräteherstellern und Endanwendern durchsetzten.”
Die Spezifikationen werden als Gruppe mit dem Titel The CIP Networks Library veröffentlicht. Jede Spezifikation besteht aus einem oder mehreren Bänden der „CIP Networks Library“. Die aktuellen Ausgaben der Spezifikationen lauten:
Die Ethernet/IP-Spezifikation
Besteht aus der „CIP Networks Library“:
Band Eins (Ausgabe 3.6), Zwei (Ausgabe 1.7) und Sieben (Ausgabe 1.3)Die Devicenet-Spezifikation
Besteht aus der „CIP Networks Library“:
Band Eins (Ausgabe 3.6), Drei (Ausgabe 1.7) und Sieben (Ausgabe 1.3)Die Controlnet-Spezifikation
Besteht aus der „CIP Networks Library“:
Band Eins (Ausgabe 3.6), Vier (Ausgabe 1.3) und Sieben (Ausgabe 1.3)Die Componet-Spezifikation
Besteht aus der „CIP Networks Library“:
Band Eins (Ausgabe 3.6), Sechs (Ausgabe 1.5) und Sieben (Ausgabe 1.3)Die CIP-Safety-Spezifikation
Besteht aus der „CIP Networks Library“:
Band Fünf (Ausgabe 2.2)Die ODVA rechnet damit, dass Geräte mit den neuesten Erweiterungen der Spezifikationen 2009 erhältlich sein werden. Spezifikationen können abonniert werden und unterliegen den Bedingungen einer Nutzungsvereinbarung.
Weitere Informationen unter www.odva.org.
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