13. Mai 2009
ZVEI: 4 Mrd. Euro Energiekosten sparen durch moderne Prozessautomation
Durch den Einsatz moderner Prozessautomatisierung können Prozessindustrien in Deutschland zusätzlich rund 4 Mrd. Euro jährlich an Energiekosten einsparen. So liegt beispielsweise in den Produktionsanlagen der Chemieindustrie ein durchschnittliches Energie-Einsparpotenzial von 10 % bis 15 %; bei einzelnen Anwendungen können es bis zu 70 % sein. Insgesamt ließen sich mit Prozessautomatisierungstechnik in Deutschland ca. 50 Mrd. kWh Strom und Primärenergie einsparen. Das entspricht mindestens 20 Mio. t CO2 im Jahr, was 11 % der CO2-Emissionen des industriellen Sektors gleichkommt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung, die auf der Achema 2009 vorgestellt wurde.
„Beispiele energieintensiver Prozesse findet man unter anderem in der Chemieindustrie. Hier werden große Stoffmengen erhitzt oder abgekühlt, verdampft oder zerkleinert. Der intelligente Umgang mit Energie wird dabei zu einem maßgeblichen Kriterium für den Unternehmenserfolg“, erklärt Michael Ziesemer, Member of the Executive Board Endress+Hauser AG und Vorsitzender des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung. Die Energiekosten machen oft ca. 20 % der Produktionskosten in komplexen Chemieanlagen aus.
Eine ZVEI-Arbeitsgruppe hat diverse Energieeffizienz-Anwendungsbeispielen aus Branchen, wie der Chemie- und Pharmaindustrie, Metallerzeugung und der Papier- und Zellstoffindustrie, untersucht. Dazu zählen die Zustandsüberwachung an Durchflussleitungen und die Produktionsoptimierung in Prozessreaktoren. Die Erkenntnisse werden in der aktuell erschienenen Broschüre „Mit Hightech für Umwelt- und Klimaschutz: Der vielfältige Beitrag der Prozessautomation zur Energieeffizienz“ vorgestellt.
Um das große Einsparpotenzial im installierten Bestand im umweltpolitisch gewünschten Zeitraum zu heben, seien flankierende Maßnahmen der Politik notwendig. Wichtig ist es nach ZVEI-Auffassung, dass bei politischen Programmen, mit denen beispielsweise Energieberatungen gefördert werden, auch die Hersteller intelligenter Automatisierungslösungen einbezogen werden. Lebenszykluskosten von Anlagen in Anfragen und Angeboten – insbesondere im öffentlichen Auftragswesen – müssten stärkere Berücksichtigung finden. Zudem sollten in größerem Maße Anreizprogramme für Energieeffizienzanalysen in Betrieben geschaffen werden, so der ZVEI.
Weitere Informationen unter www.zvei.org.
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