08. Mai 2009
Ernst-Blickle-Preis geht an Prof. Dr. Gerhard Hirzinger
Der mit 100.000 Euro dotierte Ernst-Blickle-Preis der SEW-Eurodrive-Stiftung wurde heute vom Vorsitzenden des Stiftungsvorstands, Rainer Blickle, in einer Festveranstaltung im Bruchsaler Schloss an Prof. Dr. Gerhard Hirzinger in Würdigung seiner herausragenden wissenschaftlichen und angewandten Arbeiten im Bereich der Robotik und Mechatronik verliehen.
Mechatronik ist die Integration von Mechanik, Elektronik und Informatik bis hin zu den „intelligenten Mechanismen“ und Robotern, die mit ihrer Umwelt interagieren. Die Antriebstechnik spielt dabei meistens eine zentrale Rolle. Entscheidend ist aber auch die „ganzheitliche“ Auslegungsoptimierung und 3D-Simulation solcher Systeme und Komponenten, bevor man sie hardwaremäßig aufbaut. Dementsprechend liegt die fachliche Basis des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik, das Prof. G. Hirzinger leitet, im interdisziplinären (virtuellen) Entwurf, der rechnergestützten Optimierung und Simulation, aber natürlich auch der Realisierung komplexer mechatronischer Systeme und Mensch-Maschine-Interfaces.
Vor allem in der Robotik gilt das Institut als eines der weltweit führenden. So ist Prof. G. Hirzinger heute einer der Robotiker mit den meisten internationalen Auszeichnungen. Sein Institut gilt aber auch als Technologieschmiede, das die Zusammenführung und Integration von mechanischen sowie elektronischen Komponenten und Informationssystemen auf breiter Front vorantreibt, insbesondere in den Bereichen Weltraumrobotik, Industrie- und Servicerobotik, Medizintechnik, Flugzeug- und Fahrzeugtechnik.
“Mit der Verleihung des Ernst-Blickle-Preises wird ein ausgewiesener Forscher in den Ingenieurwissenschaften geehrt, der nicht nur für Spitzenforschung im Bereich Sensorik, Mechatronik, Robotik und Antriebstechnik steht, sondern auch zahlreiche Hightech-Arbeitsplätze in der Industrie geschaffen hat. Prof. G. Hirzinger vereint in seiner Person in ausgezeichneter Weise Fähigkeiten des kreativen und konzeptionell denkenden Ingenieurs mit der Eigenschaft, brillante Ideen und Erfindungen in Produkte umzusetzen”, heißt es vonseiten der SEW-Eurodrive.
Die Arbeiten des Preisträgers und seiner Mitarbeiter zeichnen sich nach Angaben des Unternehmens aus durch:
- hohe mechatronische Funktionsintegration auf kleinem Raum,
- Entwicklung von Motoren und drehmomentgeregelten Antriebssystemen für Automatisierungsaufgaben, insbesondere im Bereich der Robotik (Leichtbau-Arme, Mehrfingerhände, etc.) bis hin zum künstlichen Herzen oder neuartigen elektromechatronischen Bremssystemen für Autos,
- Entwicklung und Realisierung von hierarchisch verschachtelten Regelungssystemen, die sehr schnell arbeiten. Hierzu gehört auch die Entwicklung der entsprechenden mathematischen Algorithmen, die den anthropomorphen Robotersystemen aus dem Institut des Preisträgers programmierbare Nachgiebigkeit verleihen (soft robotics). Sie ist für die direkte Interaktion mit dem Menschen unterlässlich und daher auch wesentliches Merkmal der neuartigen, minimal invasiven Chirurgierobotersysteme aus dem Institut,
- enge Kooperation mit der deutschen Roboterindustrie, zu deren Aufstieg an die Weltspitze auch die dynamischen Optimierungsalgorithmen aus dem Institut maßgeblich beigetragen haben,
- die weltweit längste Erfahrung mit der Fernsteuerung von Robotern im Erdorbit (einschließlich der „telepräsenten“ Kraftrückkopplung).
Der Vorstand der SEW-Eurodrive-Stiftung gratulierte Prof. G. Hirzinger zu der Auszeichnung und würdigte ihn als Vorbild und Ansporn für die nachwachsende Generation von Forschern und Ingenieuren, von denen 14 mit dem Diplomandenpreis in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurden.Weitere Informationen unter
www.sew-eurodrive-stiftung.de oder
www.robotic.dlr.de.
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