27. April 2009

Lenze und Vipa stellen neues dezentrales IO-Sytem vor

L-Force Controls IO-System 1000: IO-System in der Lenze-Version

Gemeinsam haben die Unternehmen Vipa und Lenze ein dezentrales IO-System entwickelt, welches Vipa unter dem Namen Slio und Lenze unter L-Force Controls IO-System 1000 vermarktet. Auf der diesjährigen Hannover Messe präsentierten beide Unternehmen das IO-System erstmals der Öffentlichkeit. Mit dem modularen und kompakten System können künftig Automatisierungslösungen einfacher und vor allem wirtschaftlicher umgesetzt werden. In der Entwicklung wurden Nachteile von auf dem Markt befindlichen IO-Systemen vermieden. Beide Unternehmen haben ihr Know-how in die Entwicklung eingebracht. Schon in der Vergangenheit hatten sie zusammengearbeitet, in dem Lenze das bisherige Vipa-System „brandlabelte“.

Konsequenterweise ist Slio mit jedem der etablierten Vipa-Systeme 100V, 200V, 300S und 500S kombinier- und einsetzbar. Somit steht dem Anwender die volle Systemvielfalt zur Optimierung seiner individuellen Applikationen zur Verfügung. Neben den gängigen Feldbusanschaltungen, wie CANopen, Profibus und Modbus, sollen künftig auch Anbindungsmöglichkeiten für Industrial-Ethernet-Bussysteme wie Ethercat und Profinet zur Verfügung stehen.

Slio: IO-System in der Vipa-Version

Kompromissloser Anwendernutzen bis ins Detail stand im Entwicklungsfokus für die Modularität und Handhabung des Systems. „Auf den ersten Blick fällt die konzeptionelle Trennung von Elektronik und Installationsebene auf“, so Wolfgang Seel, Geschäftsführer der Vipa GmbH. Der Basis-Klemmenblock mit Rückwandbusankopplung und die verpolungssicher ausgelegte Elektronik sind modular, mit Schiebe-Steckmechanismus, aufgebaut. Dadurch kann im Wartungsfall jedes Elektronikmodul einfach gewechselt werden, ohne die Verdrahtung zu lösen; Fehlverdrahtungen werden vermieden.

„Die Treppenform der Anschlussebene inklusive Zugfedertechnologie erleichtert mit der stehenden Verdrahtung den Anschluss der Module“ erklärt Thomas Maschler, Leiter Produktmanagement Controls bei der Lenze. Für die Verdrahtung selbst reicht ein einfacher Schraubendreher. „Neben der einfachen Montage ist auch der Wärmetransport berücksichtigt“, so W. Seel.

Eine der Herausforderungen während der Konzeption und Entwicklung war es, hohen Ansprüchen an die Ablesbarkeit und Diagnosefähigkeit sowie der Beschriftungsmöglichkeit gerecht zu werden und mit der kompakten Bauform zu vereinen. Die schmale Bauform der Standard-IO-Module beträgt 12,5 mm und bietet Platz für den Anschluss von zwei bis zu acht Sensoren und/oder Aktoren (2,5-qmm-Leitungen). Dabei ermöglicht das übersichtliche Beschriftungs- und Diagnosefeld eine eindeutige Zuordnung und Ablesbarkeit der Kanalzustände, auch unter schlechten Lichtverhältnissen.

Die einzelnen Systemmodule lassen sich über den integrierten Rückwandbus zu kompletten Stationen kombinieren. So können bis zu 64 Module, ohne Verdrahtungsaufwand, durch einfaches Stecken, zeitsparend zusammengestellt werden. W. Seel: „Auch das für Vipa wichtige Interrupt-Thema ist in die Entwicklung eingeflossen.“ Ausgerüstet wird das IO-System bei Beginn der Serienfertigung mit Asics des Vipa-Schwesterunternehmens Profichip.

Nach der Hannover Messe wollen die beiden Anbieter in enger Abstimmung schrittweise ihr Portfolio stetig um weitere IO-Module und Buskoppler ausbauen. Zur Zukunftssicherheit des Systems trägt bei, dass es bereits für die Integration von Sicherheitsfunktionen und zum Anschluss von intelligenten Kopfstationen konzipiert ist.



Vipa bezieht neues Gebäude

Das neue Vipa-Gebäude in Herzogenaurach

Außerdem hat Vipa gerade ihr neues Gebäude in Herzogenaurach bezogen, welches mit der bisherigen, auch erst wenige Jahre alten Firmenzentrale direkt verbunden ist.


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