23. April 2009
Sercos III: Masterbibliothek wird Open Source und Encoder-Profil in Arbeit
Während der Hannover Messe gab Sercos International (SI) bekannt, zum einen eine Treiber-Bibliothek für Sercos-III-Master-Implementierungen als Open Source Software zur Verfügung stellen zu wollen. Zum anderen soll ein Encoder-Profil für Sercos III entwickelt werden.
Im Zusammenhang mit der Offenlegung des Sercos-III-Mastertreibers kooperiert SI mit dem Open Source Automation Development Lab (OSADL). Letztgenannte eingetragene Genossenschaft fördert und koordiniert Open Source Software im Maschinenbau und in der Fabrikautomation. Hintergrund für diesen Schritt bei SI ist, dass die Interessengemeinschaft bei Maschinenbauern einen großen Bedarf an offenen Steuerungsplattformen sieht, die auf echtzeitfähigen Ethernet-Protokollen basieren. Als Standard setze sich dabei zunehmend als Open-Source-Betriebssystem Linux durch. Deshalb sieht es SI für Hersteller und Anwender als Vorteil an, wenn der Sercos-III-Mastertreiber Bestandteil des Mainline-Linux wird und unter einer Linux-kompatiblen Lizenz weitergegeben werden kann. “Mit der Offenlegung der Sercos-III-Masterbibliothek wird es für die Hersteller viel einfacher, einen Sercos-III-Master zu entwickeln und gleichzeitig an zukünftigen Verbesserungen und Erweiterungen der Software zu partizipieren”, so Peter Lutz, Geschäftsführer des Sercos International e.V. Damit sei Sercos III das bisher erste und einzige High-Performance Echtzeit-Ethernet-Protokoll, das Treibersoftware als Quellcode ohne Lizenzgebühren und ohne Nutzungsbeschränkungen offenlege.
Encoder-Profil für Sercos III
Eine weitere Ankündigung von SI auf der Hannover Messe betraf die Entwicklung eines Encoder-Profils für Sercos III. Hintergrund dafür ist, dass bei Maschinen, in denen Sercos als Antriebsbus zum Einsatz kommt, traditionell die Encoder entweder an die Servoantriebe oder über einen separaten Feldbus an die Steuerung, nicht aber direkt an den Sercos-Echtzeitbus angeschlossen wurden. “Durch die universelle Nutzung von Sercos III ergibt sich nun auch die Anforderung, Messsysteme direkt in das Echtzeit-Ethernet-Netzwerk zu integrieren”, sagt P. Lutz. Das Encoder-Profil soll dabei sicherstellen, dass die Funktion eines Gebers über klar definierte Schnittstellen einheitlich, herstellerunabhängig und netzwerkweit zur Verfügung steht. So werden im Profil definiert, welche Sercos-III-Funktionen unterstützt werden und wie diese von anderen Geräten, wie Steuerungen oder Servoantrieben, zu verwenden sind.
“Bei der Profilfestlegung berücksichtigen wir einerseits bereits spezifizierte Parameter für Antriebsgeber, die schon heute Bestandteil des Sercos-Antriebsprofils sind. Auf der anderen Seite beziehen wir die Anforderungen der Geberhersteller mit ein, insbesondere im Hinblick auf deren Erfahrungen mit bestehenden, vergleichbaren Geräteprofilen anderer Bussysteme”, so P. Lutz weiter.
Die Spezifikation des Encoder-Profils soll bis November 2009 erstellt sein. Parallel dazu werden Konformitätstests entwickelt, um die Interoperabilität verschiedener Geräte sicherzustellen.
Weitere Informationen unter www.sercos.de.
>>> Kommentar schreiben
>>> zur Comment Area














