22. April 2009

Siemens und Beckhoff kündigen Safety-Lösungen auf PC-Basis an

Die Siemens-Division Industry Automation hat mit “Simatic WinAC RTX F” einen fehlersicheren Software-Controller für die PC-basierte Automatisierung entwickelt. Damit sollen sich erstmals mit Siemens-Technik sicherheitsgerichtete Aufgaben per PC lösen lassen. Sicherheits-Experten haben oft angezweifelt, dass sich PC-Prozessoren für Aufgaben der funktionalen Sicherheit eignen. Simatic WinAC RTX F erfüllt laut Siemens die Anforderungen entsprechendend der Normen EN 954-1 bis Kat. 4, IEC 62061 bis SIL 3 und EN ISO 13849-1 bis PL e. Damit werden alle relevanten Normen abgedeckt. Der Anwender nutzt Step 7 als Engineering-Software die um das Optionspaket Distributed Safety ergänzt wird. Der auf Windows XP oder eXP basierende Controller verfügt über ein optimiertes Laufzeitsystem, um umfangreiche PC-Anwendungen simultan zur Steuerungsaufgabe bearbeiten zu können. Zur Optimierung der Auslasung werden Technologien wie Dual-Core genutzt, zum Beispiel ein Core für Windows-Applikationen und einer für Simatic WinAC RTX F. Der fehlersichere Software-Controller lässt sich auf allen aktuellen x86-PC-Hardware-Plattformen installieren. Es gibt bereits vorinstallierte Versionen, zum Beispiel den fehlersicheren modularen Embedded-Controller S7-mEC-RTX F in S7-300-Aufbauform und den fehlersicheren Embedded-Hutschienen-PC Simatic IPC427C-RTX F. Die Lösung lässt sich zudem mit der dezentralen sicherheitsgerichteten Peripherie ET 200S, ET 200M und ET 200pro in IP67 oder mit der sicherheitsgerichteten Blockperipherie ET 200eco in IP67 erweitern. Vorausaussetzung dafür ist, dass die eingesetzte Hardware die entsprechenden Schnittstellen bietet. Dies ist zum Beispiel bei den Simatic Embedded Automation-Produkten der Fall.
Auch das Unternehmen Beckhoff Automation kündigt eine PC-Lösung für sicherheitsgerichtete Anwendungen auf PC-Basis an, an der die Verler bereits seit einiger Zeit entwickeln. Bereits seit 2003 ermöglicht die in das Busklemmensystem integrierte Sicherheitslösung Twinsafe die Einbindung von sicherheitsrelevanten Funktionen in das Automatisierungssystem. Die Ausführung der Twinsafe-Module im kompakten Gehäuse einer 12 mm breiten elektronischen Reihenklemme erlaubt das flexible Nachrüsten der Sicherheitstechnik und unterscheidet sich damit von anderen marktgängigen Sicherheitssteuerungen. Beckhoff geht nun noch einen Schritt und integriert die sichere SPS-Funktion in die PC-Steuerung. Die voraussichtliche Markteinführung ist Ende 2009 geplant. Als Steuerungsplattform setzt Beckhoff bereits seit den 1980er Jahren, und damit als einer der ersten Anbieter, auf PC-basierte Steuerungstechnik. Die rasante Weiterentwicklung und der enorme Leistungsgewinn, der sich seitdem in der PC-Technologie ergeben hat, konnten direkt in die Performance der Maschinensteuerung übernommen und dort zur Steigerung der Effektivität genutzt werden. Mit einer auf dem Industrie-PC laufenden Sicherheits-SPS kann Beckhoff nun die gleiche Performance, wie sie für die Standardsteuerung zur Verfügung steht, auch für die Sicherheitstechnik nutzbar machen. Die Lösung besteht aus einer in das Twincat-System integrierten Software, die eine sichere Verarbeitung von Sicherheitsbausteinen gewährleistet. Eine externe Hardware-Erweiterung für den PC ist hierfür nicht notwendig. Somit kann nun jeder PC zu einer Sicherheitssteuerung werden.
Für die sichere Datenübertragung zwischen dem PC mit der Sicherheits-SPS und den dezentralen Twinsafe-Komponenten (sichere Ein- und Ausgänge, sichere Antriebe, sichere Sensoren) wird das innerhalb der Ethercat Technology Group (ETG) offen gelegte Protokoll Safety-over-Ethercat verwendet. Da dieses Protokoll bereits in den bisherigen TwinSAFE-Geräten Anwendung findet, können diese auch weiterhin kompatibel im System verwendet werden.


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