17. April 2009
VDMA erwartet von Hannover-Leitmesse MDA Impulse
Die Antriebstechnik und Fluidtechnik steigerten ihr gemeinsames Umsatzvolumen nach VDMA-Angaben im letzten Jahr noch einmal um etwa 10 % auf rund 26 Mrd. Euro. Aufgesplittet bedeutet das für die Antriebstechnik geschätzte 19 Mrd. Euro und damit ein Plus von ca. 11 % im Vergleich zum Vorjahr und für die Fluidtechnik ein Zuwachs um 7,5 % auf 6,8 Mrd. Euro.
Mit mehr als 122.500 Beschäftigten (Antriebstechnik: 89.200 Mitarbeiter, Fluidtechnik: 33.300 Mitarbeiter) ist diese Zulieferindustrie das größte Branchensegment innerhalb des Maschinenbaus. Den Erfolg der Antriebstechnik- und Fluidtechnikindustrie belegt auch der Beschäftigungsaufbau mit einem Zuwachs von annähernd 19.000 Beschäftigen in den letzten zehn Jahren (1998-2008).
Auftragsrückgang seit letztem Quartal 2008
Mit der beginnenden Wirtschaftskrise im letzten Quartal 2008 hat sich die Situation beider Branchen verändert. In den Wintermonaten brachen die Auftragseingänge um mehr als die Hälfte ein. Der Abbau der Kundenlager, verlängerte Betriebspausen, Stornierungen usw. verstärken den konjunkturellen Rückgang. Mittelfristig befindet es der VDMA schwer, die Entwicklung der Hauptkundengruppe, des deutschen Maschinenbaus, einzuschätzen. So habe dieser beispielsweise im Februar 2009 einen Rückgang im Auftragseingang von real 49 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Wie schon im Januar sei auch im Februar das Vorjahresniveau (Februar 2008) extrem hoch gewesen. Es wird erwartet, dass dieser Basiseffekt des guten Vorjahrs – zumindest in den ersten Monaten 2008 – die Veränderungsraten noch eine Weile belasten wird.
Solche drastischen Einbrüche werden weltweit fast zeitgleich gemeldet, sodass die Entwicklung in den wichtigen Exportmärkten USA und China auch Antriebstechnik und Fluidtechnik massiv treffen, heißt es weiter von Seiten des VDMA.
Seriöse Prognose für 2009 ist nicht machbar
Momentan wird der Umsatz zum Teil noch durch die guten Auftragspolster des Vorjahres gestützt. In der Antriebstechnik lag der Auftragsbestand im Februar 2009 im Durchschnitt noch bei 7,4 Monaten, in der Fluidtechnik bei 3,6 Monaten.
Was die Prognosen anbelangt, hält sich der Verband zurück: Die Branchen Antriebstechnik und Fluidtechnik können derzeit keine seriöse und nachhaltige Prognose für das Jahr 2009 abgeben. Es ist für die größte Zulieferindustrie des deutschen und internationalen Maschinenbaus nicht abschätzbar, wie stark sich der geschätzte Produktionsrückgang des deutschen Maschinenbaus von 10 % bis 20 % im Jahr 2009 und die globale Rezession auf die beiden Branchen auswirken werden.
2009 – ein Jahr der Konsolidierung
„Es ist klar, dass 2009 und vermutlich auch das 1. Quartal 2010 für unsere Unternehmen eine harte Zeit der Konsolidierung wird, und dass das hohe Niveau des Jahres 2008, das ein Ausnahmejahr war, bei weitem nicht gehalten werden kann“, sagte Hartmut Rauen, Geschäftsführer der Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik im VDMA. „Die Unternehmen sind grundsätzlich gut aufgestellt: Durch wettbewerbsfähige Produkte, moderne und effiziente Wertschöpfungsketten in der Produktion und gut ausgebildete Mitarbeiter. Somit überwiegt der Optimismus, diese Krise gut überstehen zu können, vor allem durch die Tatsache, dass unsere Firmen Komponenten und Systemlösungen anbieten, die auf die kommenden Herausforderungen wie Energieeffizienz, ressourcenschonender Umgang mit Energien sowie Umwelttechnologien zugeschnitten sind.“
MDA und Energieeffizienz
Der Verband erwartet, dass die diesjährige Branchenleitmesse MDA – Motion, Drive & Automation ein Spiegelbild dieser Entwicklungen sein wird. Trotz Wirtschaftskrise stellen über 1.200 Aussteller in diesem Bereich auf der Hannover Messe aus. Damit wird das Spitzenniveau von 2007 annähernd erreicht. Im Fokus steht aktuell das Thema Energieeffizienz in industriellen Prozessen. So besteht mittlerweile kein Zweifel mehr daran, dass sparsam mit Energie umgegangen werden sollte. Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht findet ein Umdenken statt: Unter dem Kriterium der Kostenrechnung für die gesamte Lebensdauer eines Produkts (Total Cost of Ownership) gewinnen die Themen Condition Monitoring Systems (CMS) und Energiekosten gerade für die Betreiber von Maschinen und Anlagen zunehmend an Bedeutung.
Im Rahmen der MDA forcieren daher Antriebstechnik und Fluidtechnik diese Themen mit den Sonderschauen CMS und E-Motive in der Halle 24. Neben Anwendungen für mobile Arbeitsmaschinen, in denen auch hydraulischbasierte Systeme der Energierückgewinnung interessante Lösungsansätze bieten, sollen verstärkt die Synergien von Maschinenbau und Automobilindustrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette genutzt und präsentiert werden. Im Vordergrund steht die Vereinbarkeit von ökonomischer und ökologischer Effizienz – die Produkte müssen sich letzten Endes für den Kunden rechnen.
Als Topthemen der Zukunft bezeichnet der VDMA auch die Systemlösungen für die Bereiche Windkraft und Fahrzeugtechnik sowie produkt- und prozessbegleitende Dienstleistungen. “Die grundlegend gute Wettbewerbsposition der deutschen Antriebstechnik und Fluidtechnik wird die beiden Branchen gestärkt aus der Krise hervorgehen lassen”, so der Verband weiter.
Weitere Informationen unter www.vdma.org.
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