08. April 2009

Entwicklung als Zukunft – Krise als Chance

Das Jahr 2008 hat sich mit Einschnitten in das Bewusstsein der Menschen verabschiedet. Viele Selbstverständlichkeiten, wie die Sicherheit von Spareinlagen auf einer Bank, wurden in Frage gestellt. Jeder, der aktiv im Wirtschaftsleben steht, weiß, wie wichtig der Faktor Sicherheit für das psychologische Wohlbefinden eines Menschen ist. Und das ist der Kern dessen, was sich aus Sicht vieler Experten verändert hat.


Frank M. Schmiedel ist Geschäftsführer der GET – Coaching

Es ist keineswegs so, dass die Menschen auf einmal keine neuen Autos, keine neuen Wohnungen oder die Wirtschaft keine neuen Maschinen oder Anlagen mehr brauchen. Wir haben nur einen Begleiter zugelassen, der nach Einschätzung der übergroßen Mehrheit der Menschen ein schlechter Berater ist: die Angst. Es hilft aber nicht, diese Angst „aus-zu-reden“. Man muss sie ernst nehmen und zu einem produktiven Moment machen. Um es mit einem Zitat des Schweizer Architekten und Schriftstellers Max Frisch zu sagen: „Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

In Zeiten, in denen in vielen wichtigen Märkten die Aufträge in unbekanntem Ausmaß einbrechen, heißt es, kühlen Kopf zu bewahren. Wenn wegbrechende Umsätze (oder Verkäufe) und fehlendes Kapital an den Grundfesten des eigenen Geschäftsmodells rütteln, ist das zugegeben schwierig. Doch wer nüchtern seine Stärken und Schwächen untersucht, wird genügend Optionen für sein Unternehmen entdecken. Die langjährigen Pfade sind dabei selten das Erfolgsmodell der Zukunft, die Wege zu neuen Kunden und zum unternehmerischen Erfolg – wie auch immer man diesen für sich selbst bestimmt – sind ein ewiger Suchprozess. Doch Originalität lässt sich nicht bestimmen, nur entwickeln. Sicher ist aber, dass man neue Ziele nur auf neuen Wegen erreicht.

Es gehört inzwischen nicht mehr zu den neueren Erkenntnissen, seine Leistungsträger im Abschwung nicht vor die Tür zu setzen. Doch damit schaffen Unternehmen nur eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft nach dem Sturm. Was ist also noch zu tun? Die fertige Lösung, die hier angeboten würde, sollte geflissentlich ignoriert werden. Wer handelt wie alle anderen, ist wenig originell – und sehr wahrscheinlich nicht erfolgreich. In vielen Unternehmen gibt es kluge Ideen. Doch die entwickeln sich nicht zwangsläufig in Brainstorming-Sitzungen noch im „Outlook-Zeitfenster“ von 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr. Und ein neues, verkaufsfähiges Produkt ist damit auch noch nicht im Katalog. Dazu benötigen Unternehmen Mitarbeiter, die selbstständig arbeiten.

Ergebnisse einer Befragung von 3 500 Managern zum Thema: Was behindert die Befähigung der Mitarbeiter? (Quelle: Der 8. Weg von Stephen R. Covey)



Gute Menschen gehen nur in gute Unternehmen. Klingt provokativ? Ist es auch. Denn nun muss sich ein Arbeitnehmer, der mit seinem Job unzufrieden ist, fragen lassen, ob er nichts besseres verdient hat. Ebenso sollte sich eine Führungskraft die Frage stellen, ob ihr Angebot nicht gut genug ist, um die Besten zu bekommen. Wobei sich das nicht auf §3 des Arbeitsvertrags (Gehaltsregelung) bezieht. Bei einem Mangel von geschätzten 100.000 Fachkräften, konkurrieren Unternehmen nicht nur um die besten Mitarbeiter, sondern um Zukunftschancen.


Gesetzliche Vorgaben, Forderungen von Investoren, einfache Berichtszwecke und Qualitätsverlangen haben zu einer neuen Bürokratie geführt. Wir haben jeden Handgriff in Qualitätshandbüchern und Arbeitsanweisungen definiert, aber die konkreten Tätigkeitsbeschreibungen verleiten die Menschen zur kollektiven Unverantwortlichkeit. Das beste Qualitätsmanagement sind „zufriedene Mitarbeiter“ oder besser gesagt „Mit-Unternehmer“. Ob ein Mitarbeiter erfolgreich ist und damit seinem Unternehmen mehr als den Gegenwert seines Gehaltsschecks einbringt, entscheidet sich an drei Faktoren: Leistungsbereitschaft, Leistungsfähigkeit und Leistungsgelegenheit. Für die ersten beiden Voraussetzungen ist jeder Mensch selbst verantwortlich, für letzteres die Führungskraft. Gute Führung zeichnet sich dadurch aus, Mitarbeiter nach ihren Fähigkeiten richtig einzusetzen, nicht Angestellte für Tätigkeiten zu motivieren, die ihnen nicht liegen.
In Deutschland zeigen Untersuchungen ein sehr düsteres Bild bezüglich der Motivation und Bindung von Mitarbeitern. Nur 13 % der Belegschaft zeigen in Umfragen eine wirkliche emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen. Weitere 69 % machen hiernach nur Dienst nach Vorschrift und der erschreckend hohe Anteil von 18 % hat sogar die innere Kündigung bereits vollzogen. Den volkswirtschaftlichen Schaden schätzen Experten auf ca. 250 Mrd. Euro, also etwa die Höhe des Bundeshaushalts von 2005. Wer Ideen besitzt, der hat immer eine Zukunft – in allen Lebensbereichen. Und so bietet jede Krise auch Chancen für die Zukunft, auch wenn sie heute beschwerlich zu finden sind. Ein erfolgreiches Unternehmen braucht die besten Mitarbeiter mit Herz und Verstand.


Man kann die Hand eines Menschen kaufen, aber nicht sein Herz. In seinem Herzen aber sitzen sein Enthusiasmus und seine Loyalität. Man kann seinen Rücken kaufen, aber nicht sein Gehirn. Dort sitzen seine Kreativität, sein Einfallsreichtum und seine geistige Beweglichkeit.


Frank M. Schmiedel


Frank M. Schmiedel ist seit 1990 in der Automatisierungstechnik des Anlagen- und Maschinenbaus tätig. Neben Erfahrungen im Bereich Inbetriebnahme und Schulung hat er lange Jahre im Vertrieb und hier speziell als Key Account Manager der Hilscher GmbH gearbeitet. Seit 2003 beschäftigt er sich mit der Organisationsentwicklung und der Optimierung von Unternehmenskultur.
„Mit GET – Coaching (Gewinnbringendes Entwicklungs-Training) will ich Unternehmen in den Branchen Automatisierungstechnik, Maschinen- und Anlagenbau unterstützen, sich im Wildwasser neuer Marktbedingungen zu positionieren“, so F. M. Schmiedel.
Hierzu stellt GET – Coaching ein Angebot für folgende Bereiche zur Verfügung: