14. März 2009

Siemens: Produktivitätssteigerung und Energieeffizienz bleiben Fokusthemen

“Zeiten der Veränderung bieten Chancen zur Verbesserung – für uns und unsere Kunden”, ist Klaus Helmrich, CEO Division Drive Technologies im Siemens-Sector Industry, überzeugt. Er spielt damit auf die derzeitige Wirtschaftskrise an, deren aktuell abschätzbares Ausmaß er wie folgt angibt: “Es wird eine weltweite Rezession mit einem GDP-Rückgang um 1,2 % erwartet; in den Industrieländern wird gar ein Abschwung um 2,5 % vorhergesagt.”

Klaus Helmrich ist CEO der Division Drive Technologies im Siemens-Sector Industry

Auch die Siemens-Bereiche Industry Automation und Drives Technologies spüren die Krise. K. Helmrich: “Die Division Drive Technologies konnte im 1. Quartal 2009 trotz einer stark rückläufigen Nachfrage im Maschinenbau und bei den Bestückautomaten für die Elektronikfertigung ihre führende Marktstellung behaupten. Dank eines hohen Auftragsbestands konnte die Division ein Umsatzwachstum in Höhe von 8 % auf 2,123 Mrd. Euro ausweisen. Das Ergebnis mit 233 Mio. Euro lag am unteren Rand des für die Division geltenden Zielkorridors von 11 % bis 16 %.” Auch die Division Industry Automation konnte in 1. Quartal den Wachstumskurs der Vorjahre nicht weiter fortsetzen. “Der Umsatz ging vergleichbar gegenüber dem Vorjahresquartal um 4 % auf 1,977 Mrd. Euro zurück. Mit 255 Mio. Euro oder einer Marge von 12,9 % lag das Ergebnis weiterhin im Zielkorridor von 12 % bis 17 %”, erklärt der CEO weiter.
Als eigene Ziel in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten nennt K. Helmrich: “Der Ansatz unseres eigenen Hauses, der Ansatz der Siemens Antriebs- und Automatisierungstechnik, war es bislang immer, in Schwächephasen unserer Märkte im Volumen nicht so stark zu fallen und Marktanteile hinzuzugewinnen und in konjunkturell starken Jahren stärker zu wachsen als der Markt. In den vergangenen Jahren ist uns dies auch immer gelungen.”


Totally Integrated Automation
Ziel der beiden Siemens-Divisionen war es bereits in den letzten Jahren, Automatisierungs- und Antriebstechnik zu liefern, die ihren Kunden Produktivitätssteigerungen und Innovationssicherheit ermöglichen. “Dies ist uns ein Anliegen, besonders in sich so schnell veränderten wirtschaftlichen Zeiten. Es sind Innovationen gefragt; Innovationen mit schneller Realisation von Kostensenkungspotenzialen und gleichzeitiger Investitionssicherheit”, nennt K. Helmrich den Kurs, der weiter verfolgt wird.

Siemens fasst das Portfolio von Industry Automation und Drive Technolgies in seinem Konzept Totally Integrated Automation (TIA) zusammen. Beide Divisionen treiben diesen Ansatz in enger Zusammenarbeit und mit gemeinsamen Entwicklungsteams weiter voran. Dabei reicht das TIA-Portfolio auf der Antriebsseite von Standard- bis zu Großantrieben, Getrieben, Getriebemotoren, Frequenzumrichtern und Motion-Control-Lösungen. Im Bereich der Industry Automation vom einfachen Sensor über Niederspannungsschalttechnik, Automatisierungssysteme, Prozessleitsysteme bis zu den Manufacturing Execution Systems. “Mit diesem durchgängigen Produkt- und Systemangebot bieten wir unseren Kunden ein enormes Potential für Produktivitätssteigerung”, verdeutlicht K. Helmrich. So müssten gerade unter den Bedingungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation sowohl Maschinenhersteller als auch Maschinenanwender in ihren Betrieben auf Kosteneffizienz achten, aber gleichzeitig die Weichen für ihre Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit in ihrem Produktportfolio stellen. “Um diesen An- und Herausforderungen begegnen zu können, bieten wir als Automatisierungspartner sowohl dem OEM als auch dem Anwender ein durchgängiges Portfolio an Produkten, Systemen und Lösungen, das einerseits die kurzfristigen Kosteneinsparungsziele zu erreichen hilft, aber auch durch innovative Technologien und branchenspezifische Konzepte die Zukunftsfähigkeit sichern hilft”, sagt der Division-CEO weiter.

Speziell auf dem Feld der Antriebstechnik wurde die Integrationstiefe im Portfolio der Division Drives Technologies ausgebaut und damit Kundennutzen generiert. “Beginnend mit dem ersten Combimaster, bei dem wir Motor und Antrieb integrierten, und weiter über Simotion und Sinamics haben wir unser Portfolio endogen auf ein höheres Level gebracht und auf Produktebene integriert. Unsere technologische Basis haben wir durch exogene Maßnahmen ergänzt – durch die Akquisitionen von Robicon und Flender”, verkündet der CEO der Division stolz. “Aus unserer Sicht folgt jetzt der nächste logische Schritt, eine weitere „S-Kurve“ hin zu einer schnittstellenfreien Automatisierungsplattform, die auch Simulation umfassend mit einbezieht. Zugleich geht es für uns um Lösungen mit komplett integriertem Antriebsstrang, Integration von Mechanik, Antriebstechnik und Steuerungstechnik.”


Ausbau des TIA-Steuerungskonzepts

Der neue Micro-Controller Simatic S7-1200 der Siemens-Division Industry Automation zeichnet sich durch sein vielseitiges und flexibles Aufbaukonzept bei hoher Performance und kompaktem Aufbau aus. Das neue Engineering-System Simatic Step 7 Basic konfiguriert sowohl den Controller als auch die HMI Basic Panels

Das TIA-Portfolio soll auch zukünftig weiter ausgebaut werden. Der aktuell sicherlich spektakulärste Zuwachs stellt die S7-1200 dar, die die S7-200 ablösen soll. Der neue Micro-Controller zeichnet sich durch sein vielseitiges und flexibles Aufbaukonzept bei hoher Performance und kompaktem Aufbau aus. Das neue Engineering-System Simatic Step 7 Basic konfiguriert sowohl den Controller als auch die HMI (Human Machine Interface) Basic Panels. Dadurch wird eine einfache und schnelle Programmierung, Vernetzung und Inbetriebnahme erreicht. Zusammen bilden der neue Controller, die HMI Basic Panels und die neue Software ein abgestimmtes Angebot für kompakte und auch anspruchsvolle Automatisierungsaufgaben in der Leistungsklasse Micro Automation.

Die Simatic S7-1200 ist ein neuer modularer Controller für kompakte Applikationen im unteren Leistungsbereich. Bei der Entwicklung des Controllers und der Software wurde wesentliches Augenmerk auf eine nahtlose Integration und ein perfektes Zusammenspiel von Controller, HMI und Software gelegt. Die Aufbautechnik des neuen Micro-Controllers ist skalierbar und flexibel. Damit lassen sich Automatisierungsaufgaben passgenau lösen. Die Zentralbaugruppe kann flexibel mit Ein-/Ausgangsbaugruppen und Kommunikationsbaugruppen erweitert werden. Neu sind die sogenannten Signal Boards, die auf die Vorderseite der CPU-Baugruppe aufgesteckt werden und wahlweise je zwei DI/DO-Schnittstellen oder einen analogen Output bereit stellen. Dies ermöglicht den kompakten Aufbau bei Anwendungen mit nur wenigen Signalen. Die neue Micro-SPS lässt sich für die serielle Kommunikation durch zwei Kommunikationsmodule mit je einem RS-232- oder RS-485-Port erweitern.

Die Simatic S7-1200 verfügt über eine integrierte Profinet-Schnittstelle für die einfache Vernetzung und Kommunikation zwischen Engineeringsystem, Controllern und HMI, zum Beispiel für die Programmierung und die CPU-zu-CPU-Kommunikation. Über diese Schnittstelle werden auch die Simatic HMI Basic Panels zur Visualisierung angeschlossen. Für die Vernetzung mehrerer Controller oder HMI-Geräte steht das Erweiterungsmodul CSM 1277 bereit, ein unmanaged 4-Port-Ethernet/Profinet-Switch.

Für anspruchsvolle Technologieaufgaben sind Technologiefunktionen für Zählen, Messen, Regeln und Motion Control bereits standardmäßig integriert. Außerdem verfügt der neue Micro-Controller gegenüber dem Vorgängermodell Simatic S7-200 auch über einen schnelleren Prozessor und größeren Speicher, der sich flexibel zwischen Programm- und Anwendungsdaten aufteilen lässt.

Das neue Engineeringsystem Simatic Step 7 Basic ermöglicht ein integriertes Engineering für Controller und Simatic HMI Basic Panels. Simatic Step 7 Basic V10.5 mit integriertem WinCC Basic für Visualisierungsaufgaben unterstützt den Anwender mit aufgabenorientierten und intuitiven Editoren für eine hohe Bedienerfreundlichkeit und Effizienz im Engineering.

Ergänzt wird das abgestimmte Angebot aus Controller und Engineering-System durch eine Palette von HMI Basic Panels in Schutzart IP65 und mit integrierter Profinet-Schnittstelle. Die Panels verfügen über vollgrafische Displays von vier bis fünfzehn Zoll mit Touchscreen und taktilen Funktionstasten. Alle Panels bieten durchgängig dieselbe Funktionalität bei Meldesystem, Rezepturverwaltung und Kurvenfunktionen.

Der Micro-Controller Simatic S7-1200 ist vielfältig einsetzbar und eignet sich für die rationelle Automatisierung kleinerer Maschinen und Förderanlagen ebenso wie als dezentrale Regelungskomponente in größeren Systemen.


Gut gerüstet
“Als führender Industrieausrüster setzen wir bewusst auf energie- und kosteneffiziente Innovationen, die unseren Kunden einen schnellen Return on Invest ermöglichen. Dies gilt für Anlagenerweiterung, Anlagenoptimierung und Neuausrüstung von Anlagen und Maschinen”, fasst K. Helmrich abschließend zusammen und nennt als Konsequenz: “Wir bieten Innovationen mit Investitionssicherheit und schneller Realisation der Kostensenkung. Wir sichern durch Branchen-Know-how und Technologien entlang des kompletten Antriebsstrangs nachhaltige Produktivitätssteigerungen. Wir erweitern konsequent unser Produktportfolio Totally Integrated Automation. Wir stellen uns den Herausforderungen des Klimawandels und bieten mit unseren Produkten und Systemen ein höchstes Maß an Energieeffizienz.”

Weitere Informationen unter www.siemens.com/industry.


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