10. Februar 2009

VDMA rechnet mit 7 % Produktionsrückgang in 2009

Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau war 2008 insgesamt ein weiteres gutes Jahr – trotz des schlechten vierten Quartals. „Die deutsche Maschinenproduktion wuchs 2008 real um 5,4 % auf 194 Mrd €“, teilte VDMA Präsident Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein anlässlich der Jahrespressekonferenz mit.
„Der Branchenumsatz konnte um nominal 8 % um 15 Mrd € auf 205 Mrd € gesteigert werden.“ Besonders erfolgreich waren die Teilbranchen Verfahrenstechnik und Landtechnik mit Umsatzzuwächsen von mehr als 30 €. Die Kapazitätsauslastung der Branche lag zur Jahreswende im Schnitt bei 88,9 % (Ende 2007: 92 %).
Die Exporte kletterten 2008 nominal um schätzungsweise 8 % auf 147 Mrd € (2007: 136 Mrd €). „Die höchsten Steigerungsraten auf bedeutenden Exportmärkten konnten wir (Stand Januar bis November 2008) in den BRIC-Ländern erzielen”, sagte Dr. M. Wittenstein. Die Exporte nach Brasilien wuchsen um 29,4 %, gefolgt von Russland mit 26,5 %, Indien mit plus 19 % und China plus 14,3 %. Unter Vorjahresniveau lagen die Maschinenlieferungen in die USA sowie das Vereinigte Königreich, die Türkei und Südkorea.
„Von unserer hervorragenden Leistung auf den Weltmärkten profitierte auch der deutsche Arbeitsmarkt”, berichtete Dr. M. Wittenstein. „Die Stammbelegschaft wurde 2008 abermals gewaltig aufgestockt. Wir rechnen mit einer Gesamtbeschäftigung zur Jahreswende 2008/2009 von geschätzt 975000 Personen (Dezember 2007: 935000).” Gemessen am letzten Tiefpunkt im Juni 2005 (Stand: 857.000) sind es sogar fast 120000 neue Stellen.
Der VDMA erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang der realen Produktion von Maschinen und Anlagen von – im Durchschnitt – 7 %, allerdings mit einer extremen Spreizung innerhalb der Branchen. Wesentliche Bedingungen, an die der Verband seine Stagnationsprognose vom Oktober 2008 geknüpft hatte, hätten sich leider nicht erfüllt. „Viele Kunden im In- und Ausland reagierten mit wachsender Verunsicherung und verhängten weitreichende Investitions- und Ausgabenstopps”, so Dr. M. Wittenstein.
Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau lag im Dezember 2008 um real 40 % unter dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft sank um 39 %. Bei der Auslandsnachfrage gab es ein Minus von 41 % im Vergleich zum Vorjahresniveau. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Oktober bis Dezember 2008 ergibt sich insgesamt ein Minus von 29 % im Vorjahresvergleich. Das Inland verlor 28 %, das Ausland ging um 30 % zurück. „Das vierte Quartal 2008 ist damit das schlechteste Quartalsergebnis seit 1958”, betonte der VDMA-Präsident.
Dr. M. Wittenstein betonte, dass die Branche strukturell gut aufgestellt sei und alles daran setze, den erreichten Beschäftigungsstand zu verteidigen. Gleichwohl müssen wir allein schon wegen der zunehmenden Insolvenzen in diesem Jahr mit einem Verlust von zehntausend Arbeitsplätzen rechnen.” Insgesamt schätzt der VDMA den Rückgang der Kernmannschaft auf 25000 Personen. Dennoch zeigte sich Dr. M. Wittenstein optimistisch: „Wir befinden uns auf einer Expedition ungewissen Ausgangs! Doch wir sind gut gerüstet.”
Er appellierte an die Bundesregierung, „nachhaltig die Standortqualität in Deutschland zu verbessern. Wir fordern keine klassische Konjunkturpolitik, sondern eine konjunkturgerechte Wachstumspolitik. So ist es nicht nachhaltig, mit leichter Hand bei den künftigen Generationen Anleihen für den Konsum von heute zu machen, verpackt als Kinderbonus, als Steuerbefreiung beim Pkw-Kauf oder als Beitragssenkung bei der Krankenversicherung.” Schon vor der Krise war in Deutschland eine massive Investitionslücke und ein viel zu geringes Wachstum des Produktionspotenzials zu beklagen, betonte der VDMA-Präsident. Heute komme es entscheidend darauf an, „die Basis für mehr Produktion in Deutschland zu stärken. Dazu müssen wir unsere Strukturen noch entscheidender erneuern und unsere Leistungsfähigkeit noch gezielter verbessern.” Insbesondere fordert der VDMA eine Wiedereinführung der Verlustverrechnung und eine nachhaltige Verbesserung der Abschreibungsbedingungen. „Die Wiedereinführung der degressiven AfA geht in die richtige Richtung. Die Befristung dieser Maßnahme auf zwei Jahre nicht”, sagte Dr. M. Wittenstein.


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